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BrandIndex

Der Aufstieg von 1&1

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Besser könnte der Jahresabschluss für 1&1 kaum sein: Der Internet- und Mobilfunkprovider punktet gleich mehrfach bei den Kunden - und wird für den bisherigen Branchenprimus zu einem echten Problem.

Zehn Gründe, warum der Handy-Empfang rumzickt
Das falsche Handy „Neu“ heißt nicht immer auch „besser“! Im Falle von iPhone 5 und Galaxys S3 hat eine Studie der Universität Alborg beispielsweise festgestellt, dass Antennenleistung der neuen Geräte gegenüber ihren Vorgängern nachgelassen hat. Quelle: REUTERS
Falsche Zeit, falscher Ort Mitunter liegt der Zähfluss gar nicht am Handy, sondern daran, dass man mitten in der Hauptverkehrszeit online ist … und sich die Übertragungskapazität einer Funkzelle mit zig anderen Menschen teilen muss. Wird’s leerer, wird’s auch schneller. Quelle: dpa
Gratis-Apps Kostenlose Spiele gibt’s nur scheinbar gratis, tatsächlich finanzieren sich viele über eingeblendete Werbung. Die Bilder, Banner oder Videos werden parallel zu anderen Daten empfangen und fressen nicht nur Bandbreite sondern auch Batteriepower. Quelle: dpa
Allzu mobil Wer mit Auto oder Zug unterwegs ist, hat oft schlechteren Empfang, weil das Metall des Wagens die Signale abschirmt. Und je schneller es voran geht, desto schwerer wird es für’s Handy, die Verbindung beim Funkzellen-Wechsel intakt und schnell zu halten. Quelle: dpa/dpaweb
Zu aktive Freunde Wer gut in sozialen Netzen verwurzelt ist, bekommt von seinen digitalen Freunden fortwährend Updates und Nachrichten, die alle (neben den normalen Online-Daten) übertragen werden müssen … und natürlich das Online-Tempo drücken. Quelle: REUTERS
Gleiche Telefone sind nicht gleich Hersteller beziehen die Bauteile Ihrer Handys von unterschiedlichen Quellen, und nicht alle sind – trotz identischen Aussehens – gleich gut bei Leistung oder Stromverbrauch. Allein vom Galaxy S3 gibt es mindestens zehn Varianten. Quelle: REUTERS
Zu viele Apps Haufenweise Apps auf dem Smartphone fressen nicht nur den Speicher auf, sondern können auch die Netzverbindung beeinträchtigen, weil ihr Betrieb im Telefon unerwünschte magnetische Störungen auslösen kann. Quelle: dpa

Auf den Weihnachtsfeiern der Mitarbeiter von 1&1, so das Unternehmen denn welche ausgerichtet hat, dürfte dieses Jahr besonders gute Stimmung gewesen sein. Und falls nicht, hätten die Veranstalter einfach ein paar Charts des YouGov-Markenmonitors BrandIndex präsentieren sollen. Für 1&1 kommt bei deren Anblick zurzeit Freude auf.

So haben die Verbraucher, die die jeweiligen Marken kennen, unter allen Wettbewerbern vom Internetdienstanbieter 1&1 aus Montabaur zurzeit den besten allgemeinen Eindruck. Ende November hat 1&1 in dieser Kategorie die Deutsche Telekom überholt, und am 14.12. auch die Marke Vodafone, die – auf volle Punkte gerundet – allerdings wie 1&1 ebenfalls +15 Punkte auf der von -100 bis +100 reichenden Skala verbuchen kann.

Wer im zweiten Quartal 2015 die meisten Smartphones verkaufte

Dass der Eindruck positiv ist, liegt sicher auch an den angebotenen Produkten und den Reaktionen der Kunden und Experten darauf. Im Sommer hat 1&1 Platz Eins im Festnetztest 2015 der Fachzeitschrift „Connect“ belegt. Und die DSL-Tarife, die von 10 bis 35 Euro pro Monat reichen, manche auch ohne Mindestlaufzeit, sowie die Handy-Tarife im D- und E-Netz scheinen auch die Verbraucher zu überzeugen.

Größte Kundenzufriedenheit

Im BrandIndex nehmen die Kenner der Marke 1&1 deren Qualität heute als besser wahr als noch vor einem Jahr. Der Wert stieg um rund acht Punkte. Das haben weder die Deutsche Telekom noch Vodafone noch Unitymedia noch Kabel Deutschland geschafft. Überhaupt ist eine Steigerung der Qualitätswahrnehmung im Bereich Internetprovider bemerkenswert, wo es doch so viele öffentliche negative Kundenerfahrungen gibt.

Auch die BrandIndex-Statistik „Preis-Leistungs-Verhältnis“ wäre ein Stimmungsmacher bei der Unternehmensfeier: 1&1 kann auch hier seit einem Jahr zulegen und liegt mit +19 Punkten (Stand: 14.12.) mit Abstand vor Vodafone, Kabel Deutschland, Unitymedia und der Deutschen Telekom. Im gesamten BrandIndex-Sektor „Telekommunikation und Hosting“ schneidet beim Preis-Leistungs-Verhältnis nur Aldi Talk noch besser ab. Da verwundert es auch nicht, dass 1&1 die größte Kundenzufriedenheit unter den konkurrierenden Internetprovidern für sich verbuchen kann und am häufigsten weiterempfohlen wird.

Auf Augenhöhe mit Telekom

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Von all dem kann sich 1&1 noch nichts kaufen. Aber: Qualität, Kundenzufriedenheit, Weiterempfehlungsbereitschaft schlagen sich auch nieder in der Zahl potenzieller (Neu-)Kunden. 22 Prozent der Deutschen, also mehr als jeder fünfte, gab Mitte Dezember an, 1&1 in die engere Wahl zu ziehen, wenn ein Anbieterwechsel oder das Buchen weiterer Dienstleistungen ansteht. Etwas mehr Deutsche nennen die Telekom, doch der Abstand zu 1&1 ist seit einem Jahr deutlich geschrumpft. Hält der Trend an, interessieren sich in ein paar Wochen oder Monaten beim Thema Internetdienste mehr Deutsche für 1&1 als die große Telekom.

Zuversichtlich kann 1&1 auch deshalb sein, weil die Deutschen die Marke tatsächlich nicht nur als eine von vielen Optionen betrachten: Mitte Dezember gaben 12 Prozent (1&1) bzw. 14 Prozent (Telekom) an, diese Unternehmen verglichen mit Konkurrenten „am ehesten zu wählen“. 1&1 ist damit zu einem Telekom-Konkurrenten auf Augenhöhe geworden. Der Provider aus Montabaur kann sich aufs neue Jahr freuen.

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