WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
BrandIndex

Welchen Messenger die Deutschen wollen

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook verzeichneten bisher kaum bekannte alternative Chat-Apps großen Zulauf. YouGov-Daten zeigen, was die Menschen bei WhatsApp hält und was sie zur Konkurrenz zieht.

Snapchat bietet nun auch Chat-Funktion
Facebook-MessengerZwar kaufte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Messenger-Giganten WhatsApp, der mittlerweile eine Milliarde Nutzer hat. Trotzdem schafft es auch der Facebook-Messenger unter die beliebtesten Nachrichtendienste. Er hat mittlerweile 800.000 User und soll bald auch die Grenze von einer Milliarde knacken. Quelle: AP
SkypeSkype ist für fast alle Plattformen verfügbar und funktioniert sogar plattformübergreifend. Dabei kann der Anwender mit anderen nicht nur die Videochat-Option nutzen, sondern auch einfache Textnachrichten verschicken. Seit Mai 2011 gehört der Dienst zu Microsoft. Skype hat nach Schätzungen von Trefis.com weltweit etwa eine Milliarde Nutzer. Quelle: dpa
SnapchatDie App, die mit automatisch verschwindenden Fotos einen Trend auslöste, bietet künftig auch Textnachrichten und Videochats an. Getreu dem Snapchat-Grundprinzip verschwinden die ausgetauschten Nachrichten nach dem Ende der Konversation, wie die Entwickler im Blogeintrag " Putting the Chat into Snapchat" erläuterten. Über Snapchat wurden nach Angaben der Firma im Jahr 2014 mehr als 700 Millionen Bilder pro Tag geteilt. Die Fotos verschwinden wenige Sekunden, nachdem der Adressat sie geöffnet hat. Die Popularität des Dienstes lockte bereits Facebook an: Laut Medienberichten schlug Snapchat-Mitgründer und Chef Evan Spiegel ein drei Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des weltgrößten Online-Netzwerks aus. Quelle: dpa
Threema Quelle: dpa
HoccerDer deutsche Messenger Hoccer ist Testsieger der Stiftung Warentest. Der Dienst verschlüsselt die Nachrichten, der Server des Start-ups steht in Deutschland. Die Nutzer müssen bei der Nutzung keine Daten über sich preisgeben. Im Herbst 2015 hatte Hoccer eine halbe Million aktive Nutzer. Quelle: Presse
Line Quelle: AP
TinderTinder zeigt an, wer sich gerade in der Nähe befindet und nutzt dabei alle Daten, die bei Facebook hinterlegt sind – auch auf die Freunde. So soll auch erreicht werden, dass vor allem Menschen gefunden werden, die gut zum Suchenden passen. 2015 nutzten zwei Millionen Deutsche die App. Quelle: Screenshot

19 Milliarden Dollar – so viel wie Mark Zuckerberg hat noch nie jemand für eine App gezahlt. Der Facebook-Gründer kauft mit WhatsApp ein Unternehmen mit 55 Mitarbeitern, das „auf dem besten Weg ist eine Milliarde Nutzer zu vernetzen“, so hat er es selbst gesagt. YouGov-Daten zeigen, wie ein Teil dieser Nutzer den Deal findet.

Der Markenmonitor BrandIndex weist WhatsApp generell ein gutes Image aus. Briten, Franzosen, US-Amerikaner und Deutsche sind sich in ihrer Gesamtbewertung für den Messenger ziemlich einig und bewerten ihn mit rund +30 Punkten auf einer Skala von -100 bis +100. Allerdings hat das Image von WhatsApp in Europa seit Bekanntwerden der Übernahme durch Facebook leicht nachgegeben. In den USA wurde der seit Anfang Februar anhaltende Aufwärtstrend erstmal gestoppt.

Besonders kritisch stehen wie immer die deutschen User dem Deal gegenüber. Selbst US-Medien berichteten darüber, dass viele Deutsche WhatsApp-Nutzer zu alternativen Anbietern wechselten. Dabei waren bisher gerade die Deutschen von dem Dienst begeistert. Im Januar bezeichneten sich 40 Prozent derjenigen, denen WhatsApp ein Begriff ist, als Nutzer des Dienstes. Heute sind es nur noch 36 Prozent, die sich als derzeitige WhatsApp-Kunden sehen. Im Gegensatz dazu chatten laut BrandIndex nur 21 Prozent der Briten und 18 Prozent der US-Bürger, die die App kennen, mit WhatsApp. In Deutschland ist sie also immer noch auf außergewöhnlich vielen Smartphones vertreten.

Threema weitgehend unbekannt

Wie sich Alternativen zu WhatsApp entwickeln werden, ist schwer abzusehen. Anhaltspunkte gibt eine gesonderte Befragung von YouGov. In den Tagen nach Bekanntwerden der WhatsApp-Übernahme haben wir im YouGov Omnibus eine repräsentative Befragung unter 1.058 Deutschen durchgeführt. Die größte mediale Aufmerksamkeit unter den Alternativ-Apps bekam Threema, die jetzt auch von Stiftung Warentest als einzige App als „unkritisch“ eingestuft wurde. Werden die Deutschen also kollektiv dorthin wechseln? Unwahrscheinlich: 72 Prozent der Befragten geben an, dass sie Threema gar nicht kennen. Andererseits ist dies immer noch der niedrigste Wert unter den Alternativ-Anbietern. My Enigma, chatON und TextSecure sind noch unbekannter. 

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%