
Brian Acton kennt sich aus mit Kurznachrichten. Gemeinsam mit dem Programmierer Jan Koum machte er WhatsApp zu einem globalen Unternehmen, das 2014 für 19 Milliarden Dollar von Facebook übernommen wurde. Die beiden Gründer sind heute Milliardäre. Doch während Koum weiter WhatsApp führt, ist Acton 2017 ausgestiegen. Schon damals hieß es, er wolle eine Stiftung gründen. Nun hat er seinen Plan wahr gemacht. Der 46-Jährige hat sich mit dem Gründer von Signal, Moxie Marlinspike, zusammengetan.
Gemeinsam wollen sie den Messengerdienst weiterentwickeln, legen großen Wert auf Verschlüsselung und Datensicherheit. Acton zahlt dafür 50 Millionen Dollar in die gemeinnützige Stiftung ein. „Wir wollen eine nachhaltige Technologie schaffen, die die Nutzer respektiert und nicht darauf angewiesen ist, ihre persönlichen Daten wie eine Ware zu verkaufen“, schrieb der Ex-Yahoo-Manager am Donnerstag in einem Blogeintrag.
Damit distanziert er sich klar von Facebook, dessen Geschäftsmodell auf der Monetarisierung der Nutzerdaten basiert, was dem börsennotierten Unternehmen Milliarden Dollar einbringt. Signal hat sich laut Marlinspike bislang immer von kleinen Spenden finanziert und Investitionen von Risikokapitalgebern strikt abgelehnt. Darunter hat das Projekt jedoch gelitten. In der Spitze hatte Signal gerade einmal sieben Mitarbeiter.
Nun jedoch kann es so richtig losgehen. Signal hat zwar deutlich weniger Nutzer als WhatsApp, wird wegen seiner Verschlüsselung aber gern von Bankern genutzt. Auch Whistleblower Edward Snowden empfiehlt die App. Das Protokoll, das Signal zugrunde liegt, wird seit dem Jahr 2016 auch von WhatsApp, dem Facebook-Messenger und anderen Diensten genutzt.