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Cloud Alles, was Sie jetzt über die Daten-Wolke wissen müssen

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Wie sicher sind die Cloud-Dienste?

Nicht nur der Datenschutz ist ein entscheidendes Kriterium für die Wahl eines Cloud-Services – auch die Datensicherheit ist wichtig.

Die Stiftung Warentest kam 2013 zu dem Urteil, dass keiner der getesteten Cloud-Anbieter sicher sei. Das erschreckende Ergebnis: Die besten Dienste schnitten mit der Note "Befriedigend" ab. Seitdem hat sich Einiges getan.

Wie Big Data Ihr Leben verändert
Dicht an dicht: Wenn die Autos auf der Straße stehen, lässt sich das mit moderner Technologie leicht nachvollziehen. Zum einen gibt es Sensoren am Straßenrand, zum anderen liefern die Autos und die Smartphones der Insassen inzwischen Informationen über den Verkehrsfluss. Diese Daten lassen sich in Echtzeit auswerten und mit Erfahrungswerten abgleichen – so wird klar, wo gerade ungewöhnlich viel los ist und beispielsweise eine Umleitung Sinn ergeben würde. Ein Pilotprojekt dazu lief in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Eines ist aber klar: Alle Big-Data-Technologien helfen nichts, wenn zu viele Autos auf zu kleinen Straßen unterwegs sind. Quelle: dpa
Fundgrube für Forscher: Google Books ist nicht nur eine riesige digitale Bibliothek. Die abertausenden eingescannten Texte lassen sich auch bestens analysieren. So kann nachvollzogen werden, welche Namen und Begriffe in welchen Epochen besonders häufig verwendet wurden – ein Einblick in die Denkweise der Menschen. Der Internet-Konzern nutzt den Fundus außerdem, um seinen Übersetzungsdienst Translate zu verbessern. Quelle: dpa Picture-Alliance
Schnupfen, Kopfschmerz, Müdigkeit: Das sind die typischen Symptome der Grippe. Aber wann erreicht die Krankheit eine Region? Bislang konnte man das erst feststellen, wenn es zu spät war. Der Internet-Riese Google hat ein Werkzeug entwickelt, mit dem sich Grippewellen voraussagen lassen: Flu Trends. Bei der Entwicklung hielten die Datenspezialisten nicht nach bestimmten Suchbegriffen Ausschau, sondern nach Korrelationen. Wonach also suchten die Menschen in einer Region, in der sich das Virus ausbreitete? Sie filterten 45 Begriffe heraus, die auf eine unmittelbar anrollende Grippewelle hindeuten – ohne dass irgendein Arzt Proben sammeln müsste. Quelle: dpa Picture-Alliance
Aufwärts oder abwärts? Die Millionen von Kurznachrichten, die jeden Tag über Twitter in die Welt gezwitschert werden, können Aufschluss über die Entwicklung der Börsen geben. Denn aus den 140 Zeichen kurzen Texten lassen sich Stimmungen ablesen – das hat ein Experiment des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) gezeigt. Je intensiver die Emotionen, desto stärker die Ausschläge. Marktreife Investitionsmodelle, die auf Tweets setzen, gibt es indes noch nicht. Quelle: dpa
Lotterie am Himmel: Die Preise von Flugtickets lassen sich für Laien kaum nachvollziehen. Auch eine frühe Buchung garantiert kein günstiges Ticket, weil die Fluggesellschaften ständig an der Schraube drehen. Das wollte sich der Informatiker Oren Etzioni nicht gefallen lassen: Er sammelte mit seiner Firma Farecast Millionen von Preisdaten, um künftige Preisbewegungen zu prognostizieren. 2008 kaufte Microsoft das Start-up, die Funktion ist jetzt in die Suchmaschine Bing integriert. Quelle: dpa Picture-Alliance
Jeder Meter kostet Zeit und Geld. Daher wollen Logistikunternehmen ihre Fahrer auf kürzestem Wege zum Kunden lotsen. Der weltgrößte Lieferdienst UPS führt dafür in einem neuen Navigationssystem Daten von Kunden, Fahrern und Transportern zusammen. „Wir nutzen Big Data, um schlauer zu fahren“, sagte der IT-Chef David Barnes der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im Hintergrund läuft ein komplexes mathematisches Modell, das auch die von den Kunden gewünschten Lieferzeiten berücksichtigt. Quelle: dpa Picture-Alliance
Es waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama 2012 zur Wiederwahl verhalfen: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Daten aus Registern und Sozialen Netzwerke zurück. So ließen sich die Bürger gezielt ansprechen. Quelle: dpa

So sagt Gollner: „Mittlerweile werden die Daten in der Regel verschlüsselt abgespeichert. Wie gut die Verschlüsselung tatsächlich ist, entzieht sich aber der Kenntnis der Nutzer.“ Letztendlich müsse der Nutzer sich auch in diesem Punkt darauf verlassen, was der Anbieter auf seiner Informationsseite angibt.

Trotz der Verschlüsselung kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Datendiebstählen. Der bekannteste Fall: Im September 2014 verschafften sich Hacker Zugriff auf die iClouds diverser Prominenter, erbeuteten dabei unter anderem Nacktfotos und veröffentlichten diese.

Die Hacker durchbrachen zwar nicht die Infrastruktur von Apple, sondern verschafften sich über den Browser-Zugang Eintritt. Kennung und Passwörter der Betroffenen waren entweder nicht sicher genug oder auf den verwendeten Geräten befanden sich Keylogger, die die Passwörter ausspähten.  

„Letztlich kann weder der Anbieter noch der Nutzer sich zu hundert Prozent gegen kriminelle Machenschaften absichern“, so Schlüter von der Stiftung Warentest. Nichtsdestotrotz gibt es große Unterschiede im Sicherheitsniveau. „Wenn Daten unverschlüsselt auf Servern liegen, haben es Angreifer leichter.“

Sein Rat: „Als Nutzer sollte man die Daten selbst verschlüsseln, dann bin ich sicher, dass weder Hacker noch Anbieter sie ohne Weiteres einsehen können.“ Denn selbst wenn der Anbieter die Daten auf seinen Servern verschlüsselt, hat er selbst noch Einblick.  

Dass die Cloud-Daten für das eigene Geschäft verwendet werden, ist nach deutschem Datenschutzrecht zwar nicht legal, da es sich um personenbezogene Daten Dritter handelt, ob der Datenschutz eingehalten wird, ist für den Nutzer aber nicht nachvollziehbar.

Die Daten zu verschlüsseln ist allerdings – trotz vieler Freeware-Programme – nach wie vor ein kompliziertes Verfahren und geht zudem mit einem gewissen Komfort-Verlust einher. „Wer Daten verschlüsselt muss mit der richtigen Software sicherstellen, dass sich die Dateien auch am Smartphone oder Tablet entschlüsseln lassen“, sagt Gollner.

 

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