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Contra Wir müssen die Internetgiganten nicht fürchten

Google ist nicht allmächtig. Das sagt ausgerechnet Eric Schmidt. Der Chairman des Konzerns redet die Macht des Online-Giganten selbst klein und erhebt Online-Händler Amazon zu seinem größten Konkurrenten. Tatsächlich prallen beide Unternehmen immer häufiger aufeinander. Beiden werden Monopolstellungen nachgesagt, genauso wie das Potenzial, ganze Branchen zu vernichten oder zumindest umzukrempeln. Immer weiter dehnen die zwei Riesen ihren Einflussbereich aus, sprengen alte Grenzen und erschließen sich mit viel Aufwand neue Märkte. Alles halb so wild, glaubt Monopol-Experte Justus Haucap und vor allem ein übertriebener Medien-Hype. Gerade die Konkurrenz zwischen Amazon und Google zeige, dass die Marktstellung keineswegs so zementiert ist, wie es scheint.

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Wo Google seine Finger im Spiel hat
Google GlassEines der spannendsten Projekte des Suchmaschinen-Anbieters ist sicherlich Google Glass. Mit der Datenbrille ist es möglich E-Mails abzufragen, im Internet zu surfen, zu fotografieren und zu filmen. 2013 hat das Unternehmen erste Datenbrillen an Webentwickler und Geschäftspartner verkauft, mittlerweile ist die Brille frei verfügbar. Quelle: dpa
Online-MusikdienstGoogle stärkt sein Musikgeschäft mit dem Kauf des Streaming-Dienstes Songza, der passende Lieder für verschiedene Situationen zusammenstellt. Nutzer der Songza-App können zum Beispiel zwischen „Musik zum Singen unter der Dusche“, zum Autofahren oder zum Joggen entscheiden. Solche Song-Listen werden von Songza-Mitarbeitern zusammengestellt, es gibt Angebote für verschiedene Tageszeiten und Stilrichtungen. Zugleich kann sich auch die Software hinter dem Dienst an den Musikgeschmack der Nutzer anpassen. Die Musikauswahl kann über Daten aus dem Netz auch das aktuelle Wetter am Standort des Nutzers abgestimmt werden. Google nannte bei Bekanntgabe des Deals am Dienstag keinen Kaufpreis. Nach Informationen der „New York Times“ waren es mehr als 39 Millionen Dollar. Songza ist bisher nur in Nordamerika verfügbar und hatte Ende vergangenen Jahres 5,5 Millionen Nutzer. Der kostenlose und werbefinanzierte Dienst werden zunächst unverändert weiter betrieben, erklärte Google. Mit der Zeit werde man nach Wegen suchen, wie die Musikplattform Google Play Music von Songza profitieren könnte. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikGoogle stärkt seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar, wie der Internet-Konzern mitteilte. Skybox bietet seinen Kunden das Beobachten gewünschter Gebiete mit detailreichen Fotos und 90 Sekunden langen Videos an. Als Dienstleistungen nennt Skybox zum Beispiel die Überwachung von Feldern auf Schädlingsbefall und die Aufsicht über Energie-Pipelines. Auch die Auswertung der Container-Bewegungen in Häfen, der Aktivität auf Flughäfen oder der Bestände auf Parkplätzen von Autohändlern ist möglich. Die Satelliten von Skybox sollen helfen, die Google-Karten auf aktuellem Stand zu halten, erklärte der Internet-Konzern am Dienstag. Außerdem hoffe Google, damit die Versorgung mit Internet-Zugängen und die Hilfe bei Unglücken und Naturkatastrophen zu verbessern. Google ist selbst bei der Entwicklung digitaler Satellitenkarten mit seinem Projekt Google Earth weit vorangekommen. Etablierte Anbieter wie DigitalGlobe oder GeoEye haben den Erdball erfasst, Skybox verspricht jedoch frischere Bilder auf Bestellung. Skybox ist einer von mehreren neuen Anbietern, die von drastisch gesunkenen Kosten für Entwicklung und Herstellung von Satelliten profitieren wollen. Sie packen ihre Technik in deutlich kleinere Satelliten als man sie früher baute. Skybox will über die Jahre rund zwei Dutzend Satelliten ins All bringen, steht bei dem Plan aber erst am Anfang. Die Skybox-Satelliten sind nach bisherigen Berichten rund 100 Kilogramm schwer. Das macht es auch günstiger, sie ins All zu bringen als früher. Die Kosten pro Satellit werden auf rund 25 bis 50 Millionen Dollar geschätzt. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikErst im April 2014 hatte Google den Hersteller von Solardrohnen Titan Aerospace gekauft. Mit dem Kauf will Google seine Pläne vorantreiben, drahtloses Internet auch in abgelegenste Teile der Welt zu bringen. Über den Kaufpreis für das US-Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt, wurde nichts bekannt. Titan entwickelt solarbetriebene Satelliten. Sie sollen 2015 erstmals kommerziell in Betrieb genommen werden. Die Drohnen fliegen in rund 20 Kilometern Höhe und können dort fünf Jahre bleiben. Ihre Spannweite ist mit 50 Metern etwas kürzer als die einer Boeing 777. Medienberichten zufolge war auch Facebook an Titan interessiert. Quelle: AP
Sicherheits-GadgetsGoogle hat die Firma SlickLogin gekauft, die eine innovative Art erfunden hat, herkömmliche Passwörter mit einer zweiten Sicherheitsstufe zu ergänzen. Das israelische Start-up setzt dabei auf Ultraschall-Töne, die zwischen Smartphone und PC eines Nutzers ausgetauscht werden. SlickLogin gab die Übernahme am Sonntag bekannt, eine Preis wurde nicht genannt. Nach Informationen des Technologieblogs „Geektime“, das als erstes von dem Deal berichtet hatte, geht es um einige Millionen Dollar. Derzeit setzt Google als zweite Zugangsstufe zusätzlich zum Passwort Zahlencodes ein, die über eine App auf das Smartphone geschickt werden. Der Vorteil des von SlickLogin entwickelten Systems ist, dass die Authentifizierung automatisch laufen kann, ohne dass der Nutzer sich darum kümmern muss. SlickLogin hatte das Ultraschall-Konzept im vergangenen September vorgestellt und befand sich bis zuletzt noch in einer geschlossenen Test-Phase. Nach Informationen von „Geektime“ bestand die Firma immer noch aus den drei Gründungsmitgliedern. Quelle: WirtschaftsWoche Online
Autonome AutosNicht nur große Automobilkonzerne, auch Google forscht mit viel Aufwand an selbstfahrenden Pkw. Dafür entwickelt der Konzern selbst die Software, die das Auto steuert. Dabei will der Konzern wohl sogar eigene Fahrzeuge auf den Markt bringen, die als autonome Taxen am Straßenverkehr teilhaben sollen. Für die Produktion der Autos gab es bereits Gespräche mit dem deutschen Zulieferer Continental und dem Fertiger Magna. Quelle: dpa
Medizinische GadgetsGoogles geheime Forschungsabteilung Google X hat ihre nächste Erfindung öffentlich gemacht. Es ist eine digitale Kontaktlinse für Diabetiker, die Blutzucker-Werte kontrolliert. Google X soll für den Internet-Konzern die Grenzen des Möglichen austesten. Die Entwickler aus dem Forschungslabor testen laut einem Blogeintrag Prototypen einer Kontaktlinse, bei der zwischen zwei Schichten ein Sensor sowie ein Miniatur-Funkchip integriert sind. Die Linse messe die Glucose-Werte in der Tränen-Flüssigkeit jede Sekunde. Der Prototyp sei in mehreren klinischen Forschungsstudien erprobt worden. Die Kontaktlinse solle die Daten an eine begleitende Smartphone-App funken. Chip und Sensor seien so winzig wie Glitzer-Partikel und die Antenne dünner als das menschliche Haar. Er werde auch erwogen, für Warnsignale Mikro-LEDs direkt in die Linse zu integrieren, hieß es. Es sei noch viel Arbeit zu tun bis die Kontaktlinse als fertiges Produkt auf den Markt komme, schränkten die Entwickler ein. Google wolle sich dafür in dem Bereich erfahrene Partner suchen, die Zugang zu der Technologie bekämen. An dem Projekt arbeitet federführend der Forscher Babak Parviz mit, der schon an den Anfängen der Datenbrille Google Glass stand. Er hatte bereits 2009 demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann. Quelle: dpa

In den Feuilletons deutscher Zeitungen wird Angst und Schrecken verbreitet: Google, Amazon, Facebook, Uber und andere – amerikanische – Internetfirmen verändern etablierte Wertschöpfungsketten in fundamentaler Weise. Etablierte Anbieter verfallen in Schockstarre oder Panik. „Das Internet zerstört unser Leben!“, titelte die Hamburger Morgenpost vor einigen Tagen, und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht die marktwirtschaftliche Ordnung zur Disposition gestellt.

Warum aber sollen die Menschen eigentlich genau Angst vor Google haben? Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE, hat Angst „vor der wachsenden Fremdbestimmung durch diese eine allesbestimmende Spinne im Netz“ und die „immer vollständigere Kontrolle durch Google“. Diese Sorge ist weitgehend unbegründet. Sie zeugt von einem Bild eines ziemlich unmündigen Bürgers, der kaum weiß, was er tut und sich beliebig steuern und bevormunden lässt.

Die Marktposition ist fragil

Dies mag vielleicht die Sicht mancher Boulevardmedien reflektieren, dürfte aber kaum die Realität des Internets widerspiegeln. Google hat zwar in der Tat sehr viele – für die Nutzer meist unentgeltliche – Angebote, die von sehr vielen Leuten gern genutzt werden. Entsprechend hoch sind die Marktanteile. Gleichwohl ist die Marktposition fragil – ist die Qualität eines Dienstes nicht überzeugend, sind die Nutzer auch schnell wieder weg oder kommen erst gar nicht. Google+ und Google Checkout sind zwei prominente Beispiele.

Nicht unproblematisch sind jedoch in der Tat die Anreize von Google (wie übrigens auch von Bing und Yahoo!), zumindest marginal die Suchergebnisse zugunsten konzerninterner Dienste wie Youtube zu verzerren. Sie wie ein Gebrauchtwagenhändler Anreize hat, seinen Informationsvorsprung zu nutzen, haben das auch Suchmaschinen, die auch eigene Inhalte anbieten, ganz unabhängig von ihrer Größe. Dieser sog. „Search Bias“ ist auch Kern des Kartellrechtsverfahrens durch die Europäische Kommission. Gleichwohl sei einmal angemerkt, dass mir persönlich Google weniger zu verzerrten Darstellungen zu neigen scheint als etwa die BILD-Zeitung. Es entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Vertreter des Springer-Verlags sich so über den angeblichen „Search Bias“ bei Google beschweren.

Womöglich wissen einige Nutzer auch nicht, dass sie mit ihren Daten und ihrer Aufmerksamkeit für die Dienste indirekt zahlen. Hier kann mehr Transparenz darüber helfen – eine etwaige Entflechtung oder die Offenlegung oder Regulierung des Suchalgorithmus lösen dieses Problem jedoch nicht.

Das Problem der Verlage und Alten

Angst haben eigentlich auch weniger die deutschen Internetnutzer als vielmehr die Verlage um ihr bisheriges Geschäftsmodell. Mathias Döpfner sagt es auch ganz deutlich: Er hat Angst vor der Gratis-Kultur im Internet.

Das Informationsverhalten der Menschen ändert sich nämlich deutlich. Während in der Vergangenheit die Tageszeitung eine wesentliche Informationsquelle war, informieren sich viele Menschen heute zunehmend im Internet. Dort aber ist der Wettbewerb wesentlich intensiver als in den vielen Ein-Zeitungs-Kreisen in Deutschland oder beim fast monopolisierten Markt für Boulevard-Zeitungen. Vor diesem Wettbewerb haben die an Monopole gewöhnten Verlage Angst.

Dass diese Angst von der Politik gerade in Deutschland so ernst genommen wird, dürfte auch daran liegen, dass Deutschland ein sehr altes Land ist. Und die Wählerschaft ist noch älter (da Kinder und Jugendliche ja nicht wählen dürfen). Das Medianalter der Deutschen ist fast 45 Jahre, das der Medianwähler liegt logischerweise noch darüber: Bei der letzten Bundestagswahl war mehr als die Hälfte der Wähler über 53 Jahre alt, wobei die Medianwähler von CDU und SPD – also der Großen Koalition – noch einmal drei bzw. zwei Jahre älter waren. Die Alten aber nutzen noch intensiv Tageszeitungen und deutlich weniger das Internet. Es ist politökonomisch daher verständlich, dass die Politik der Presse zur Seite springt, da Zeitungen immer noch ein für viele Wähler maßgebliches Informationsmedium sind. Sachlich gerechtfertigt ist es aber kaum.

Marktmacht von Google und Amazon ist nicht zementiert

Die Europäische Kommission kann durch das Kartellrecht einen möglichen Missbrauch von Marktmacht durch Google beenden und Verstöße empfindlich sanktionieren, und die Kommission ist auch bereit einzuschreiten, wo es nötig ist. Dabei hat die Europäische Kommission allerdings immer den Endverbraucher vor Augen. Ziel kann es daher nicht sein, noch mehr kostengünstige Werbeplätze auf den Google-Seiten bereitzustellen, wie sich einige Betreiber von Shoppingportalen das wünschen, oder es Google zu untersagen, das Wetter, Aktienkurse oder Fußballergebnisse direkt anzuzeigen.

Das verdienen Google-Angestellte
Platz 15: DatenbankadministratorGoogles ganze Stärke kommt aus seiner Datenmacht. Diese Administratoren sind speziell dazu da, die Menge an Daten zu beherrschen. Gehalt: 100.327 Dollar (74.936 Euro)Quelle: businessinsider.com und glassdoor.com Quelle: dpa
Platz 14: Financial analystSelbst Google muss gelegentlich auf's Geld achten. Die Finanzanalysten kümmern sich darum, dass der Konzern jederzeit weiß, womit er wie viel verdient. Gehalt: 103.244 Dollar (77.137 Euro) Quelle: dpa
Platz 13: Business analystAls Organisatoren sind sie dafür verantwortlich, dass die Geschäfte von Google nicht ins Stocken geraten. Gehalt: 104.389 Dollar (78.001 Euro) Quelle: AP
Platz 12: User interface designerDas schlichte, benutzerfreundliche Design der Google-Software hat viele Fans. Diese Designer tragen dafür Verantwortung, dass das so bleibt. Gehalt: 105.474 Dollar (78.824 Euro) Quelle: dpa
Platz 11: Network engineerDie Netzwerk-Techniker sorgen dafür, dass es im Google-Intranet nicht hakt. Gehalt: 107.534 Dollar (80.362 Euro) Quelle: dpa
10. Platz: User experience researcherGoogle ist erfolgreich, weil es weiß, was seine Nutzer wollen. Diese Angestellte haben großen Anteil an dem Erfolg. Während sich die UI-Designer um das Aussehen der Produkte kümmern, sorgen die "experience researcher" dafür, dass sie sich für die Nutzer gut anfühlen. Gehalt: 112.536 Dollar (84.087 Euro) Quelle: dapd
Platz 9: Product marketing managerSie entwickeln die Marketingpläne für die Google-Produkte und legen Zielgruppen fest. Am Ende entscheiden sie, welches Produkt den Kunden wie präsentiert wird. Gehalt: 118.217 Dollar (88.329 Euro) Quelle: AP

Die Digitalisierung intensiviert mit oder ohne Google den Wettbewerb im Medienbereich enorm. Es wird noch wichtiger als in der Vergangenheit, besondere und möglichst exklusive Inhalte zu produzieren. Wem dies nicht gelingt, wird es schwer haben, im Wettbewerb zu bestehen.

Auch für Google gilt jedoch: Die starke Marktstellung ist keineswegs so zementiert wie es manchen scheint. Die wesentlichen Umsätze, mit denen Google seine Dienste finanziert, werden auf dem Online-Werbemarkt erzielt. Genau dort hat Google aber keineswegs ein Monopol und die starke Position wird immer wieder angegriffen – aktuell von Facebook und Amazon und in Zukunft vielleicht von heute noch kaum bekannten Anbietern. Das Internet ist ein gutes Beispiel für Schumpeterianischen Wettbewerb: Die neuen Unternehmen haben immer eine Zeitlang eine gewisse Marktmacht – bis wieder neue kommen und sie ablösen.

Amazon - Die Buchhandlung der Zukunft

Zum Stichwort Amazon - auch der Buchmarkt befindet sich in einem erheblichen Umbruch: Der stationäre Buchhandel wird zunehmend von Online-Buchhändlern wie Amazon zurückgedrängt und zugleich erfreuen sich E-Books wachsender Beliebtheit. Zahlreiche Buchverlage und Autoren versuchen sich nun auch in Deutschland gegen diesen Wandel zu stemmen, der vor allem durch Amazon symbolisiert wird. Die Schriftstellerin Julie Zeh hat die deutschen Verlage aufgefordert, sich gemeinsam zu organisieren – sprich ein Kartell zu bilden – und Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich explizit gegen marktwirtschaftliche Prinzipien auf dem Buchmarkt ausgesprochen. Der Wettbewerb ist zumindest im Buchhandel ja seit jeher durch die Buchpreisbindung recht stark eingeschränkt.

Die ZEIT ist der Ansicht, dass Amazon "der Welt die Regeln, nach denen Bücher gelesen, geschrieben und publiziert werden," diktiert. Das ist natürlich ziemlicher Quatsch. Amazons Anteil am Online-Buchhandel liegt zwar bei etwa 80 Prozent in Deutschland, am gesamten deutschen Buchmarkt jedoch nur bei etwa 25 Prozent. Damit ist Amazon sicher ein bedeutender Spieler, jedoch bei Weitem kein Monopolist.

Das Problem für den stationären Buchhandel besteht im Strukturwandel, den die Digitalisierung auslöst und der durch Amazon symbolisiert wird. Viele Kunden schätzen bei Amazon die bequemen Einkaufsmöglichkeiten verbunden mit den maßgeschneiderten Informationen und Empfehlungen, die Amazon seinen Nutzern liefern kann (da Amazon die Historie der persönlichen Einkäufe und die „ähnlicher“ Nutzer besser kennt als die typische stationäre Buchhandlung).

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Sollten sich nun auch noch E-Books zunehmend durchsetzen, werden Verlage eigentlich weitgehend überflüssig. Ihre Intermediationsleistung ist dann kaum noch notwendig. Gerade das sogenannte Selfpublishing wird auch von Amazon groß gemacht. Manuskripte, für die sich Verlage bisher nicht haben erwärmen können, erreichen nun teilweise enorme Leserzahlen. Vom Verkaufspreis bekommen die Autoren 70 Prozent – davon können sie bei traditionellen Verlagen meist nur träumen.

Ein gesonderter Regulierungsbedarf, um den Strukturwandel im Buchhandel zu bremsen oder günstige Preise für E-Books zu verhindern, ist hier nicht erkennbar – es sei denn, man möchte gern Leute vom Lesen abhalten.

Professor Justus Haucap ist der Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), Vorsitzender des Forschungsbeirats des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen und Forschungsprofessor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Zwischen 2006 und 2014 war er Mitglied der Monopolkommission.

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