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Deal mit VMware Dell erwägt Börsengang oder Milliardenfusion

Der angeschlagene Computerhersteller Dell plant weitreichende Einschnitte. Möglich sind ein Börsengang – oder eine außergewöhnliche Fusion.

Dell erwägt Börsengang oder Milliardenfusion mit VMware Quelle: dapd

New YorkDer US-Computerhersteller Dell prüft einen Börsengang oder eine mögliche Fusion mit dem Softwareanbieter VMware. Dell erwägt dabei einen sogenannten „Reverse Merger“ (in etwa: umgekehrte Übernahme). Dadurch würde Dell in den Cloud-Computing-Anbieter VMware eingegliedert. VMware ist 60 Milliarden Dollar wert und gehört zum größten Teil Dell. Zu den Optionen zählten laut einer Mitteilung des Unternehmens aber kein Verkauf an eine dritte Partei.

Dell ist in Zugzwang. Das 1984 gegründete Unternehmen schreibt Verluste und muss nach der 67 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Speichersysteme-Anbieters EMC schnell Möglichkeiten finden, profitabler zu werden. Der EMC-Deal hat entgegen der Erwartungen bisher kaum zu Synergien geführt. Stattdessen haben die scharfe Cloud-Konkurrenz durch Amazon und Microsoft sowie höhere Komponentenkosten die Margen gedrückt. Hinzu kommt die angesichts der Popularität von Smartphones und Tablets stagnierende Nachfrage nach herkömmlichen Computern, die traditionell zum Hauptgeschäft von Dell gehören.

Dell hat sich abseits von der Börse zu einem Tausendsassa im Technologiesektor entwickelt und hat neben Speichersystemen und Computern auch Spiele-PCs, die Sicherheits-Sparte RSA, die Cloud-Plattform Boomi sowie Server im Portfolio. Hohe Kosten haben das Unternehmen allerdings in die roten Zahlen gedrückt. In den ersten neun Geschäftsmonaten bis 3. November 2017 fiel trotz eines deutlichen Umsatzwachstums ein operativer Verlust von drei Milliarden Dollar an.

Dell sitzt bereits auf einem Schuldenberg von 52,5 Milliarden Dollar. Dieser rührt teilweise noch von 2013, als Michael Dell zusammen mit Microsoft und dem Finanzinvestor Silver Lake die Kontrolle über das Unternehmen zurückgewann und es für fast 25 Milliarden Dollar von der Börse nahm. Silver Lake hält seither 18 Prozent an Dell. Ein Börsengang würde es dem Finanzinvestor ermöglichen, nach und nach seine Beteiligung zu reduzieren.

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