Delivery Hero: Unternehmen bei Börsengang bis zu 4,4 Milliarden Euro wert

Delivery Hero: Unternehmen bei Börsengang bis zu 4,4 Milliarden Euro wert

, aktualisiert 19. Juni 2017, 10:41 Uhr
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Delivery Hero drängt an die Börse.

Die Rocket-Beteiligung Delivery Hero soll an die Börse gehen. Die Mutter von Lieferheld, Foodora und Pizza.de will ihre Aktien zu einem Preis zwischen 22 und 22,50 Euro ausgeben und so fast eine Milliarde Euro einsammeln.

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero kratzt mit dem bislang größten Börsengang des Jahres in Deutschland an der Milliardenschwelle. Das Berliner Unternehmen ("Pizza.de", "Lieferheld", "Foodora") legte die Preisspanne am Montag auf 22 bis 25,50 Euro fest. Die Neuemission soll bis zu 996 Millionen Euro bringen. Die vor sechs Jahren gegründete Firma, die immer noch Verluste schreibt, wird am oberen Ende der Spanne mit knapp 4,4 Milliarden Euro bewertet.

Gelingt der für den 30. Juni geplante Börsengang, könnte der Startup-Investor Rocket Internet erstmals seit Zalando eine Beteiligung aus seinem Portfolio über die Börse zu Geld machen. Rocket, mit 35 Prozent der größte Anteilseigner von Delivery Hero, winken bis zu 264 Millionen Euro. Die Rocket-Aktie legte zwei Prozent zu.

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Bis zu 39,04 Millionen Delivery-Hero-Aktien können von Dienstag an bis zum 28. Juni gezeichnet werden, zwei Tage später ist die Erstnotiz an der Frankfurter Börse geplant. Knapp 23 Prozent wären dann im Streubesitz. Delivery Hero selbst fließen maximal 483 Millionen Euro zu. "Der geplante Börsengang ist ein wichtiger und aufregender nächster Schritt für uns", sagte Firmengründer und Vorstandschef Niklas Östberg. "Wir wollen unsere weltweite Führungsposition im Markt für Online-Essensbestellungen und -lieferungen weiter ausbauen." Mit dem frischen Geld soll laut Insidern unter anderem der Marketing-Etat nach oben geschraubt werden.

Essens-Lieferdienst Delivery Hero macht Börsengang offiziell

Es dürfte einer der größten Tech-Börsengänge des Jahres werden: Delivery Hero nimmt Kurs aufs Frankfurter Parkett. Die IPO des Lieferdienstes könnte bis zu eine Milliarde Euro schwer werden.

Das Hauptquartier von Delivery Hero in Berlin. Quelle: REUTERS

Die Konkurrenten Takeaway.com ("Lieferando") aus den Niederlanden, Just Eat aus Großbritannien und GrubHub aus den USA sind bereits an der Börse notiert. Die beiden letzteren schreiben anders als Delivery Hero auch schwarze Zahlen. Der Börsenkandidat wies für 2016 einen Umsatz von 297 (2015: 166) Millionen Euro und einen Verlust von 195 (253) Millionen Euro aus. Das Unternehmen kassiert von jeder Bestellung rund zehn Prozent Provision. Etwas mehr ist es, wenn Delivery Hero sie auch ausliefert. JustEat und GrubHub nehmen rund 15 Prozent.

Ein wichtiges Signal ist der Börsengang vor allem für Rocket Internet. Die Berliner Beteiligungsfirma von Oliver Samwer und seinen Brüdern könnte mit der Emission zeigen, dass es ihr doch gelingt, junge Unternehmen so weit zu entwickeln, dass sie reif für die Börse sind. Börsenpläne für den Lieferdienst HelloFresh und den Möbelhändler Westwing waren im Sande verlaufen. Ihr 35-Prozent-Paket an Delivery Hero wird am oberen Ende der Preisspanne mit 1,37 Milliarden Euro bewertet - zum Vergleich: Rocket Internet selbst ist an der Börse gut 3,2 Milliarden Euro wert. Rocket verkauft aber zunächst nur rund ein Fünftel seiner Delivery-Hero-Aktien. Die Alteigentümer haben zugesagt, ihre restlichen Papiere für mindestens ein halbes Jahr nicht zu verkaufen.

Börsenpläne konkret Delivery Hero ist jetzt Aktiengesellschaft

Die Börsenpläne des Essens-Lieferdiensts Delivery Hero werden konkret: Das Berliner Start-up mit Marken wie Lieferheld, Foodora und Pizza.de wurde zu einer Aktiengesellschaft umfirmiert.

Quelle: dpa

Als letzten Investor hatte Delivery Hero die südafrikanische Naspers Anfang Mai an Land gezogen. Die Technologie- und Infrastruktur-Holding steckte damals 387 Millionen Euro in das Unternehmen und bekam dafür rund zehn Prozent der Anteile. Ob die Südafrikaner einen Teil davon beim Börsengang schon zu Geld machen, war zunächst unklar. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken Citi, Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Bislang hat in diesem Jahr nur der Elektromotoren-Hersteller Aumann den Sprung ins streng regulierte Börsensegment Prime Standard geschafft. Die Restaurant-Kette Vapiano will drei Tage vor Delivery Hero an der Frankfurter Börse landen. Der Wohnimmobilien-Entwickler Noratis machte am Montag seine Pläne für einen Börsengang im Wachstumssegment "Scale" publik. Die Firma will bis zum 27. Juni 45 Millionen Euro einsammeln. Noch kleiner war mit 20 Millionen Euro die Emission des Industrie-Dienstleister IBU-tec ausgefallen.

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