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Deutsche Telekom Generalabrechnung mit Obermann bleibt aus

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom hätte es Kritik hageln können, doch die Aktionäre hielten sich zurück. Glück für den Chef.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Rene Obermann, hat noch mal Glück gehabt. Nur wenige Aktionäre machten ihrem Ärger über den Kurs der Telekom Luft. Quelle: dpa

Die Aktionäre der Deutschen Telekom üben nur zaghaft Kritik am Kurs von Telekom-Chef René Obermann. Trotz der zuletzt sehr schwachen Umsatz- und Ertragszahlen bescheinigen die Vertreter der großen Aktionärsvereinigungen dem Telekom-Vorstand, einen insgesamt eher guten Job gemacht zu haben.

Wo altes Kerngeschäft der Telekom in Deutschland wegbricht und in welchen neuen Geschäften das Unternehmen die größten Chancen verspielt Quelle: Bundesnetzagentur, Bitkom, Deutsche Telekom, eigene Recherchen

Viele erinnerten aber auch daran, dass Obermann den Anteilseignern versprochen hatte, den Kurs der T-Aktie zu steigern. Ein Kurs von unter neun Euro sei nicht länger hinnehmbar. Beim Obermanns Amtsantritt im November 2007 hatte die T-Aktie noch einen Wert von 13,50 Euro. Viele Aktionärsvertreter bemängeln, dass Web-Giganten wie Apple, Google und Amazon von Erfolg zu Erfolg eilen und inzwischen zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören. Die Telekom aber, die ihre Netze für deren Web-Dienste zur Verfügung stellt, vom Boom im Internet aber überhaupt nicht profitiere. Obermann fehle eine überzeugende Internet-Strategie.

Ein seltsamer Vergleich 

Um die Aktionäre zu besänftigen, hatte Obermann allerdings einen merkwürdigen Vergleich herangezogen. In den vergangenen vier Jahre, also seit 2008, hätten Wettbewerber wie Telefónica, France Télécom und die holländische KPN bis zu 55 Prozent ihres Wertes verloren, während sich die T-Aktie sich annähernd stabil entwickelt habe. Klaus Kaldemorgen vom deutschen Fonds-Marktführer DWS durchschaute dieses Manöver und machte eine eigene Vergleichsrechnung auf: Gegenüber allen Branchenindizes habe die T-Aktie in den vergangenen Jahren schlechter abgeschnitten.

Mit Sorge betrachten Aktionärsvertreter wie Kaldemorgen, dass immer mehr Festnetzkunden zu den TV-Kabelnetzbetreibern abwandern. Der Börsenwert von Kabel Deutschland habe sich seit ihrem Börsengang verdoppelt. Dem habe die Deutsche Telekom mit ihrer deutlich langsameren DSL-Technik "wenig entgegenzusetzen", so Kaldemorgen. "Die Umsatzrückgänge sind das Kernproblem der Telekom", sagte Kaldemorgen. Der Vorstand habe keine überzeugende Antwort, um ein "Ausbluten des Konzerns zu verhindern".

Die Schwachstellen der Telekom

Um langfristig mit den TV-Kabelnetzbetreibern konkurrieren zu können, fordert Obermann eine neue Regulierungspolitik. "Wir brauchen Glasfasernetze für die Zukunft des Landes", sagte Obermann. "Aber gleichzeitig wird auf europäischer Ebene und von den nationalen Regulierungsbehörden eine Politik gemacht, die Anreize zum Investieren nimmt. Das ist dramatisch und falsch." Obermann erhöht den Druck auf die Bundesregierung, ihre bisherige Regulierungspolitik zu ändern. "Kein Vermieter baut ein Haus, wenn die Gefahr besteht, dass im Nachhinein Behörden die Miete festlegen.

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Und das eventuell auf einem Niveau, bei dem er noch nicht einmal seine Kredite zurückzahlen kann, geschweige denn risikoadäquat verdient. Die Folge wäre, dass langfristig Wohnungen fehlen. So ähnlich ist das mit unseren Netzen." Eine Aufgabe der Regulierung im Festnetzbereich könnte einen riesigen Wachstumsschub erzeugen.

Obermann gibt damit den schwarzen Peter an die Regulierungsbehörden weiter.  

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