Die Rückkehrer So gelingt der Turn-around

Unternehmen wie Apple, Audi oder Puma und IBM standen kurz vor dem Ruin. Sie hatten den Kontakt zu den Kunden verloren. Ihre Geschäftsstrategie war gescheitert. Doch dann schafften die abgeschriebenen Konzerne die Wende.

Es war die Musik, die dem US-Konzern Apple letztlich das Überleben sicherte. 1997 befand sich der PC-Hersteller am Rande des Ruins, vor allem weil er den Erfolg des Rivalen Microsoft ignoriert hatte. Doch dann kehrte der Apple-Mitgründer Steve Jobs (links) in die Firma zurück. Er erkannte früher als alle anderen die Umbrüche im Musikmarkt. Er ließ einen tragbaren MP3-Player entwickeln, der viel mehr konnte als die Produkte der Konkurrenz. Es folgten die dazu passende Software zum Verwalten der digitalen Musik und der Onlineladen, um sie zu kaufen. Ein genialer Schachzug... Quelle: dpa
... denn Apple besetzte einen neuen Markt, aber einen, der noch im Dunstkreis des Kerngeschäfts mit Computern lag. Mit Erfolg: Je attraktiver die iPods wurden, desto mehr Anklang fanden auch die Apple-Computer. Das Gleiche wiederholte Jobs 2007 mit dem iPhone. Hier kamen die Apps hinzu, jene kleinen Programme für das Smartphone. Bis heute dominiert Apple diesen Markt. Der nächst Coup folgte im Jahr 2010 mit dem Tablet-PC - dem iPad. Auch hier ist Apple unumstrittener Marktführer. Quelle: dpa
Als Jochen Zeitz im Mai 1993 die Verantwortung bei Puma übernahm, war das sogar dem
Mit Sparsamkeit und taktischem Geschick führte Zeitz die Firma bereits 1994 in die schwarzen Zahlen und machte sie zu einer der profitabelsten der ganzen Branche. Statt es, wie Adidas, mit teuren Übernahmen zu versuchen, ging der Manager eigene Wege. Als erster Turnschuhhersteller setzte Puma stark auf Sportmode und schuf damit einen neuen Markt. 2011 zog sich Zeitz in den Aufsichtsrat zurück. Weil Puma in jüngster Zeit etwas die Luft ausging, beschreitet sein 33-jähriger Nachfolger Franz Koch nun den umgekehrten Weg und verankert Puma wieder stärker im Sportgeschäft. Quelle: AFP
Langweilig, bieder, Audi: Ende der 70er-Jahre war die Marke mit den vier Ringen ein Auslaufmodell. Autos wie der Audi A50 oder der A80 kamen ungefähr so sexy daher wie ein Schreiben vom Finanzamt.
Audi führte mit Aluminium erstmals einen leichten, nicht rostenden Werkstoff in der Autoindustrie ein. Direkteinspritzende Motoren sorgten für bislang nicht gekannte Verbrauchswerte in der Branche. Piëchs Nachfolger Martin Winterkorn setzte die Erfolgsgeschichte fort. Designikonen wie der Audi TT ebneten den Weg in die Oberklasse, die sachliche Eleganz zieht ganz neue Zielgruppen an. Heute ist aus dem einstigen Mauerblümchen der Industrie eine begehrte Marke geworden, mit der sowohl die Kanzlerin als auch das britische Königshaus gerne vorfährt. In Ingolstadt sprudeln die Gewinne. Und seit dem vergangenen Jahr verkauft Audi mehr Autos als Mercedes. Quelle: Reuters
Als Lou Gerstner 1993 den Chefposten bei IBM übernahm, befand sich der einst so erfolgsverwöhnte Computerkonzern in einer ernsthaften Krise. Viele Kunden hatten sich abgewandt, da das US-Unternehmen falsch auf neue Trends reagiert hatte. Zu lange hatte der Konzern auf Großrechner gesetzt, zu spät auf die Konkurrenz im PC-Bereich reagiert. Nach einem Verlust von acht Milliarden Dollar sahen viele Experten nur noch einen Ausweg - die Zerschlagung. Quelle: AFP
Doch Gerstner, der zuvor Chef des Nahrungsmittelkonzerns Nabisco war, machte genau das Gegenteil: Zwar reduzierte er Überkapazitäten, trat aber längst nicht nur als Kostenmanager auf. Stattdessen setzte er neben Hard- und Software vor allem auf das Servicegeschäft. Aus den zahllosen IBM-Einheiten in rund 100 Ländern formte er globale Teams, die sich auf die wichtigsten Kundenbranchen konzentrieren sollten. So machte er aus einer länder- und produktbezogenen Organisation einen serviceorientierten Konzern. Bereits 1994 konnte Gerstner einen Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar präsentieren. Quelle: dapd
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