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Disney Alles aus einer Hand

Disney übernimmt große Teile von 21st Century Fox. Die Konzentration der Medien ist eine Folge des Erfolgs von Netflix & Co.

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New York Wollen Sie sich den neuen „Star Wars“ anschauen? Oder haben sie den neuen X-Men-Film „Dark Phoenix“ angesehen? Der Trickfilm „Coco - Lebendiger als das Leben“ war ein schönes Erlebnis. Und falls Sie sich wie Millionen anderer auf die Fortsetzung des Erfolgsfilms „Avatar“ von 2009 freuen, dann müssen sie nur noch zwei Jahre warten.

So unterschiedlich die Produktionen alle waren, zwei Sachen sind ihnen gemeinsam: Sie sind erfolgreiche Blockbuster, die bald allesamt von Disney stammen können. Der weltweit größte Medienkonzern übernimmt das Kabelgeschäft und Film- und Fernsehstudio von 21st Century Fox für 66 Milliarden Dollar. Dem Unternehmen gehören beispielsweise die Rechte zu „X-Men“ oder „Avatar.

Richtig den Atem verschlägt es einem, wenn man sich die gesamte Medienlandschaft anschaut. Die Medien konzentrieren sich in den Händen immer weniger Anbieter. Kabelkonzern Comcast besitzt Film- und Fernsehstudio NBC Universal, Mobilfunkanbieter AT&T will Time Warner übernehmen, Disney wäre mit Fox ein weiterer Riese.

Disney übernahm bereits mit großem Erfolg eine Reihe von Filmstudios wie Marvel oder Pixar. Für die Akquisitionen zahlte das Unternehmen mit Sitz in Los Angeles jeweils einige Milliarden Dollar. Der neue Kauf folgt einer anderen Logik als zuvor, als es um lukrative Filmserien wie „Star Wars“ oder „Toy Story“ ging.

Durch das Internet entstehen neue Konkurrenten wie Amazon oder Netflix, die mit Eigenproduktionen die Kunden in ihre Streamingdienste holen. Immer mehr Menschen kündigen ihrer Kabelgesellschaft, schauen sich statt Fernsehen lieber House of Cards oder andere Produktionen der neuen Anbieter im Internet an.

Die Kartellbehörden in den USA könnten Disney einen Strich durch die Rechnung machen. Schon bei AT&T meldet die US-Regierung unter Donald Trump Bedenken an. Es bleibt aber abzuwarten, ob der Telekommunikationskonzern sich nicht doch vor Gericht durchsetzt. Die Argumente von AT&T oder Disney sind stichhaltig. Netflix verfügt weltweit über 100 Millionen Abonnenten, Amazon besitzt mindestens 60 Millionen – mit stark wachsender Tendenz.

Die jetzige Übernahme riecht nach Panik. Disney will die Kunden durch Marktmacht in eigene Streaming-Dienste zwingen. Das dürfte in digitalen Zeiten schwer fallen. Die etablierten Firmen wehren sich wie im Reflex und mit althergebrachten Methoden. Übernahme-Unternehmen sind zudem schwierig zu integrieren, wie die Erfahrung zeigt. Dass sie trotzdem versucht werden, entspringt nicht selten mehr dem Ego der Firmenleitung als der Realität des Marktes.

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