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DuckDuckGo, Ixquick, MetaGer & Swisscows Das kann Googles datensichere Konkurrenz

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Das Geschäft mit der anonymen Suche im Netz

 

Ixquick setzte aus ganz pragmatischen Gründen auf Datenschutz: „2006 erhielten wir so viele Suchanfragen, dass die Serverkapazitäten ausgelastet waren“, erzählt Jörg Bauer, der bei Ixquick für die Kommunikation zuständig ist.

Da die Betreiber Daten nicht an Dritte weitergaben, waren sie für das Unternehmen reiner Ballast. Also löschten sie sämtliche Daten, die Nutzer identifizierten. Der nächste logische Schritt: „Danach richteten wir die Suchmaschine komplett auf Datenschutz aus“, sagt Bauer.

Ixquick

Er sieht die Arbeit seines Teams als politisches Statement. „Zugunsten der Wirtschaft und der totalen Überwachung wird der Datenschutz immer weiter zurückgedrängt“, sagt er. „Unsere Systeme helfen, dem Datenschutz wieder Geltung zu verleihen.“

Das geschäftliche Potenzial

Andreas Wiebe, Gründer von Swisscows, ist da pragmatischer. „Wenn wir das rein wirtschaftlich betrachten, ist die sichere Suche aktuell ein Markt, der extrem wächst.“ Aktuell nehmen die Suchanfragen bei Swisscows monatlich um 20 Prozent zu – allerdings bearbeiten die Schweizer monatlich auch lediglich vier Millionen Suchanfragen, stecken also noch in den Kinderschuhen.

Dass die datensichere Suche durchaus Wachstumspotenzial hat, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center. Sie analysiert, welche Auswirkungen der NSA-Skandal auf die Amerikaner heute hat. Die repräsentative Studie ergab, dass jeder Dritte sich bemüht, seine Spuren im Netz zu verbergen.

DuckDuckGo

Das sind potenzielle Kunden für Swisscows, Ixquick oder auch die US-Suchmaschine DuckDuckGo. Deren Gründer Gabriel Weinberg sagt: „Die Menschen wollen nicht auf Schritt und Tritt im Netz verfolgt werden. Sie wollen eine effektive Online-Suche und den Schutz ihrer Privatsphäre.“

Erst recht nach der Snowden-Affäre: Die Suchanfragen, die bei DuckDuckGo eingingen, stiegen von 1,5 Millionen täglich vor den Enthüllungen auf mittlerweile über acht Millionen pro Tag. MetaGer konnte seine Suchanfragen binnen weniger Wochen nach den Enthüllungen auf knapp 100.000 verdoppeln; bei Ixquick stieg die Zahl von 2,5 Millionen auf über fünf Millionen.

Eine Frage der Einstellung

Die Anbieter konnten das Niveau nach dem NSA-Skandal halten, die Zahl der Nutzer wuchs danach aber nur minimal weiter. Verglichen mit Google sind die Alternativen allerdings allesamt kleine Fische. Google erreicht im weltweiten Schnitt einen Marktanteil von 70 Prozent – die alternativen Suchmaschinen tauchen nicht einmal in den Rankings auf.

Die meisten Amerikaner interessieren sich nicht für Datenschutz

Dazu passt, dass mehr als die Hälfte der vom Pew Research Center befragten Amerikaner angab, nie darüber nachgedacht zu haben, sichere Suchmaschinen zu nutzen – 13 weitere Prozent sagten, sie hätten noch nie etwas von solchen Suchmaschinen gehört.

 

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