E-Business-Manager Vielseitig begabt und stark gefragt

Unternehmen digitalisieren ihre Geschäftsabläufe immer stärker, das Marketing wird zu einer Disziplin für technikaffine Zahlenversteher mit Kundenblick: E-Business-Manager rennen offene Türen ein.

Werkfoto von IBM Quelle: werkfoto

Lange nichts mehr gehört von der eierlegenden Wollmilchsau. Das könnte daran liegen, dass sie so nicht mehr heißt. Sie ist jetzt unter neuem Namen unterwegs ist und nennt sich E-Business-Manager. Dafür gibt es belastbare Indizien, denn wen man auch fragt: E-Business-Manager sind die neuen Anführer im elektronischen Business und Gestalter digitaler Geschäftsprozesse. Sie müssen so kompetent und vielseitig sein, dass eine Umschreibung als "Allrounder mit Führungsfähigkeiten" schwer untertrieben klingt.

Die digitalen Superstars
TelekommunikationDie Telekommunikationsunternehmen spielen ihre Stärken im Mobilfunkbereich voll aus. Die Branche erreicht erreicht den höchsten Durchschnittswert bei mobilen Aktivitäten. So nutzt Vodafone zum Beispiel eine App zur direkten Kundenkommunikation. Die T-Mobile-App bietet den Kunden an, jederzeit auf ihre Datenzugreifen zu können. Auch O2 bemüht sich, den Kundenkontakt über soziale Netzwerke zu verbessern. Quelle: dapd
Sport FashionAdidas liegt bei den Unternehmen im Sport Fashion-Segment ganz vorne. Der Branchen-Primus verfolgt eine beispielhafte Mobile-Strategie und hat zudem viele serviceorientierte Apps im Angebot. Damit können User zum Beispiel persönliche Trainingsfortschritte messen oder über Outfits abstimmen. Auf ihren Webseiten nutzen die bekannten Marken bisher nur wenige interaktive Tools, um die Kundenanbindung zu stärken. Um so stärker konzentrieren sie sich auf die Social-Media-Kanäle. Quelle: dpa
VerbrauchsgüterindustrieDie Verbrauchsgüterindustrie kennt die Bedeutung starker Marken sehr gut. Im Digital Activity Index 2012 spielt sich diese Branchenerfahrung allerdings nicht wider. Nur wenige Unternehmen stechen positiv hervor. Darunter auch Coca Cola und Pampers. Beide Unternehmen setzen auf eine Mischung aus App-Angeboten und sind in den sozialen Netzwerken stark vertreten. Die nationalen und regionalen Player sind deutlich weniger im Internet aktiv und senken den Durchschnitt drastisch. Somit landet die Verbrauchsgüterindustrie auf dem letzten Platz des Index in der Branchensicht. Quelle: dapd
RetailSehr uneinheitlich ist das Bild im Retail-Bereich. Lidl erreicht im Social-Media-Segment sehr gute Werte. bei den Webseiten wiederum liegt Tchibo mit einer langen Verweildauer der Kunden auf der Seite vorne. Mobil sind vor allem Aldi, Ikea und Edeka aktiv, die solide Apps für iOS und Android anbieten. Quelle: AP
BaugewerbeVerglichen mit den reinen Verbrauchermarken erreicht der Bau- und die Zuliefererindustrie gute Werte für ihre Webseiten. So bieten etwa Grohe und Hansgrohe Interaktionsfeatures an, die die Kundenbetreuung beschleunigen. Die Apps in dieser Branche sind vor allem Prospekt-Apps, in denen die eigenen Produkte beworben werden. Quelle: dapd
FashionDie Fashion-Unternehmen punkten vor allem mit ihren Webseiten. Einzelfälle, wie Hugo Boss oder New Yorker, tummeln sich auch im Bereich Social Media. Hugo Boss präsentiert sich vor allem mit Videos von Fashion-Shows auf der Plattform YouTube. Bei den mobilen Anwendungen liegt s.Oliver vorne. Das Unternehmen bietet eine App mit Fashion-Memory-Spiel an. Street One und Gerry Weber vernachlässigen die sozialen Netzwerke und die Möglichkeit, sich mit mobilen Anwendungen zu positionieren. Quelle: dpa
Hotels und TouristikUnter den Hotels gibt es keine

Heiko Mühle, Geschäftsführer der Personalberatung HRM Consulting in Berlin, definiert das neue Jobprofil: "E-Business-Manager fungieren als Bindeglied zwischen internen Fachabteilungen wie Vertrieb, Marketing, Webdesign, Content und Technik. Organisatorisch sind sie in der Regel, insbesondere bei nicht rein onlinegetriebenen Unternehmen, dem klassischen Marketing und Vertrieb zugeordnet. Zudem steuern sie die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern und Partnern innerhalb der Projekte."

Eine seltene Spezies also, diese E-Business-Manager, die sich laut Dirk Rockendorf "um alle elektronischen Geschäftsprozesse kümmern und sie möglichst mit Marketing und Vertrieb verzahnen". Rockendorf ist Leiter E-Business im Bereich Marketing und Vertrieb PKW-Reifen EMEA (Wirtschaftsraum Europe, Middle East, Africa) bei Continental in Hannover. Den typischen Arbeitstag gibt es nicht, sagt er. Die Arbeit teilt sich laut Rockendorf in drei Kernbereiche: "Tagesgeschäft erledigen, sich um Projekte kümmern, nach innen und außen kommunizieren und Know-how vermitteln."

Die wichtigsten IT-Trends

Rockendorf führt eine Abteilung mit sechs Mitarbeitern und berichtet an den Leiter Marketing. Er ist für das Onlinemarketing B-to-C und B-to-B zuständig, zudem verantwortet er das 2008 gestartete Händler-Extranet "Conti Online Contact". Es wird von mehr als 10.000 Firmenkunden genutzt, dient als zentrale Anlaufstelle und wichtiger Marktplatz.

Entsprechend intensiv haben Rockendorf und sein Team am Auf- und Ausbau der Plattform gearbeitet. "Die Herausforderung bestand darin, eine zeitgemäße und zugleich zukunftsorientierte Lösung zu entwickeln. Denn die Technologie verändert sich rasend schnell."

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