Ebay-Zahlen Überraschend gut, aber das dicke Ende kommt 2016

Die ersten Quartalszahlen und der Jahresausblick von Ebay nach der Abspaltung des Bezahldienstes Paypal sind besser als erwartet. Ob sich der E-Commerce-Anbieter auch mittelfristig gut schlägt, müssen die Amerikaner noch beweisen.

Der E-Commerce-Anbieter Ebay hat gestern Abend nach US-Börsenschluss seine ersten Quartalszahlen nach der Ausgliederung von Paypal verkündet. Quelle: dpa

Der E-Commerce- und Online-Auktions-Anbieter Ebay hat gestern nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorgelegt. Dabei haben Aktionäre wie Marktbeobachter dieses Mal noch genauer hingeschaut als sonst – immerhin handelte es sich um die erste Quartalsbilanz nach der Abspaltung des Bezahldienstes Paypal inklusive Börsengang Ende Juli.

Und man höre und staune – trotz mancher Negativkommentare über die Zukunft von Ebay im Umfeld der Abspaltung hat sich der Konzern unter der Führung von Vorstandschef Devin Weng besser geschlagen als von vielen erwartet. Zwar schrumpfte der Umsatz zwischen Juli und September um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,1 Milliarden Dollar. Der Nettogewiss sackte sogar um fast 20 Prozent auf 539 Millionen Euro. Beides hatten Analysten freilich erwartet.

Dennoch hatte Weng auch gute Nachrichten mit im Gepäck: So erhöhte er die Jahresprognose für den Gewinn deutlich: Statt wie bisher eine Spanne zwischen 1,72 Dollar und 1,77 Dollar je Aktie soll der Überschuss bis Ende des Jahres nun zwischen 1,80 Dollar und 1,82 Dollar je Anteilsschein liegen. Die Anleger haben die Aussichten begeistert aufgenommen – nachbörslich stieg die Ebay-Aktie um acht Prozent.

Bei allem verständlichen Jubel über die positive Momentaufnahme muss man als neutraler Beobachter freilich auch etwas Wasser in den Wein gießen: Denn die eigentliche Bewährungsprobe steht Weng und seinem Team noch bevor. Das jetzt laufende Weihnachtsquartal ist traditionell das stärkste und wichtigste für E-Commerce-Anbieter wie eben Ebay. Zudem sind die Aufwendungen für die Paypal-Abspaltungen verbucht und verdaut – da ist es vergleichsweise einfach, auf die Kosten zu achten und mehr Gewinn zu verbuchen.

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Wirklich spannend dürfte dann aber das Geschäftsjahr 2016 werden: Dann muss Weng nachweisen, wie er Ebay auch ohne die tatkräftige Mithilfe seines Bezahldienstes wieder zurück auf Wachstumskurs führen kann – in den Vorjahren war stets Paypal der Antriebsmotor des Gesamtkonzerns.

Ein Vorbild könnte dafür gerade der hiesige Markt liefern: In Deutschland hat das Unternehmen Anfang September Ebay Plus gestartet. Gegen eine Gebühr erhalten Kunden damit kostenlosen Versand und Rücksendungen – ein Dienst, der ziemlich an Amazon Prime erinnert. Einstweilen soll der Dienst nur hierzulande gelten, weil angeblich die Deutschen so viel Wert auf kostenlose Retouren legen. Sollte Ebay Plus hierzulande positiv reüssieren, könnte er vergleichsweise leicht in anderen Ländern ausgerollt werden – und dann auch neues Umsatzwachstum anfachen.

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