Einsparungen Telekom verschärft Sparkurs

Bis 2018 will die Deutsche Telekom drei Milliarden Euro einsparen. Damit verschärft der Konzern seinen Sparkurs deutlich - auch Stellen sollen gestrichen werden.

Fakten zur Drosselung
Für wen gelten die Obergrenzen?Zunächst einmal geht es nur um Neukunden, die einen Vertrag vom 2. Mai 2013 an abschließen. "Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen“, versprach die Telekom in ihrer Mitteilung am Montag. Greifen soll die Tempo-Bremse zudem "nicht vor 2016“. Quelle: dpa
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein gewöhnlicher Haushalt die Obergrenze in seinem Tarif überschreitet?Das lässt sich heute mit Blick auf das Jahr 2016 schwer sagen. Der Telekom zufolge kommt ein Kunde heute im Schnitt auf 15 bis 20 Gigabyte im Monat. Das passt zwar mehrfach in die niedrigste angekündigte Daten-Obergrenze von 75 Gigabyte für Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 MBit pro Sekunde. Allerdings nimmt der Videokonsum aus dem Netz rasant zu. Neue TV-Geräte sind internettauglich, Sender bauen ihre Mediatheken aus, immer mehr Dienste bieten Streaming von Filmen und Serien an. Bis 2016 kann der Datenhunger der deutschen Haushalte also noch stark wachsen. Quelle: AP
Wie weit kommt man denn so mit 75 Gigabyte?Laut Telekom reicht das neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails zum Beispiel für zehn Filme in herkömmlicher Auflösung sowie drei HD-Filme, 60 Stunden Internetradio, 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming. Wenn solche Online-Dienste insbesondere in einem Haushalt mit mehreren Personen fest zum Alltag gehören, häuft sich locker eine höhere Nutzung an. Allerdings: Der hauseigene Telekom-Videodienst Entertain zehrt nicht an dem Daten-Kontingent. Quelle: REUTERS
Und was ist mit den anderen Anbietern?Nach aktuellem Stand würden die Nutzung von Entertain-Konkurrenten wie Apples iTunes-Plattform, Amazons Streaming-Dienst Lovefilm oder des ähnlichen Angebots Watchever sowie von YouTube das Inklusiv-Volumen verbrauchen. Bis 2016 könnten die Anbieter aber noch Partnerschaften mit der Telekom abschließen, die ihnen für gesonderte Bezahlung einen "Managed Service“ garantiert. Dienste solcher Partner tasten das Daten-Kontingent ebenfalls nicht an. Oder die Anbieter könnten sich zum Kampf gegen die Regelung entschließen. Quelle: dpa
Was passiert, wenn man das Inklusiv-Datenvolumen überschritten hat?Entweder man begnügt sich mit der Vor-DSL-Geschwindigkeit von 387 Kilobit pro Sekunde, mit der man vielleicht E-Mails checken und mit viel Geduld auch im Internet surfen kann. Oder man bucht mehr Datenvolumen hinzu. Die Tarife dafür wurden von der Telekom noch nicht genannt. UPDATE: Die neue Grenze liegt bei 2 MG/s (Stand: 12. Juni 2013). Quelle: dpa
Machen andere Internet-Provider bei der Drosselung mit?Vodafone will nicht mitziehen: „Wir haben keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden zu drosseln.“ Auch Unitymedia Kabel Baden-Württemberg erteilte einer Drosselung eine Absage: Bereits heute könnten Datenübertragungsraten von 150 Megabit pro Sekunde angeboten werden, die mit wenigen technischen Anpassungen auf 400 MBit pro Sekunde erhöht werden könnten. Bei Kabel Deutschland dagegen gibt es bereits Datengrenzen - sie funktionieren aber anders als bei der Telekom. So ist ein Tages-Volumen von 10 Gigabyte vorgesehen, nach dem das Tempo gedrosselt werden kann. Derzeit passiert das aber erst ab 60 GB am Tag. Bei 1&1 gehört das Prinzip fest zum günstigsten Tarif dazu: Bis 100 GB im Monat surft man mit bis zu 16 MBit pro Sekunde, danach nur noch mit der langsamsten DSL-Geschwindigkeit von 1 MBit pro Sekunde. Quelle: dpa

Die Deutsche Telekom verschärft einem Medienbericht zufolge ihren Sparkurs. Sie plane, die Kosten in der Zentrale bis 2018 um drei Milliarden Euro zu senken, berichtete das "manager magazin" am Donnerstag. Dabei gehe es um Stellenstreichungen auch auf unteren Hierarchie-Ebenen. Die Unternehmensberatung McKinsey sei beauftragt worden, nach Sparpotenzial zu suchen. Ein Telekom-Sprecher habe dem Magazin die Pläne bestätigt, hieß es weiter. Geprüft werde, "welche Auswirkungen die Schaffung eines paneuropäischen Netzes auf bestehende Steuerungs- und Verwaltungsfunktionen haben könnte", zitierte das Magazin den Sprecher. Konkreter habe er sich nicht geäußert. Ob sich daraus zusätzliche Kostensenkungen ergeben, wollte ein Sprecher am Donnerstag aber nicht sagen. "Ob beziehungsweise wie viel zusätzlich Einsparungen sich durch eine bessere Koordinierung beziehungsweise durch eine etwaige neue Steuerungs- und Verwaltungsstruktur ergeben könnten, wird sich im erst im Laufe der Tätigkeit der Arbeitsgruppe herausstellen", erklärte der Telekom-Sprecher.

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Die Gewerkschaft Verdi hatte der Telekom für die rund 70.000 Mitarbeiter in Deutschland im April eine Jobgarantie bis Ende Januar 2016 abgerungen. Die Garantie gilt nicht für die verlustträchtige Tochter T-Systems, wo 2014 und 2015 insgesamt fast 5000 der weltweit 50.000 Stellen gestrichen werden. Beim Koordinierungsprogramm BEST (Build an Efficient and Smart Telekom) gehe es um die enge Abstimmung der bekannten, bereits laufenden Programme auf Konzern- und Länderebene, erläuterte er. Das Magazin hatte berichtet, die Unternehmensberatung McKinsey sei beauftragt worden, nach weiterem Sparpotenzial zu suchen.

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