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Elektronikhersteller Mit welchen Methoden Samsung die Welt erobert

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Kreativität genauso wichtig wie unbedingter Gehorsam

Ericsson erringt Teilsieg über Xiaomi
Xiaomi und Ericsson streiten um Smartphone-Patente Quelle: REUTERS
Coca-Cola gegen PepsiIm Streit um die Flaschenform hat Coca-Cola in Australien eine Klage gegen den Rivalen Pepsi verloren. Das Unternehmen fand, eine bestimmte bauchige Pepsi-Flasche sehe der Coca-Cola-Flasche zum Verwechseln ähnlich. Pepsi verwirre damit die Verbraucher. Der Richter am Bundesgericht sah das anders, wie das am 9. Dezember 2014 veröffentlichte Urteil zeigt. Die Flaschen wiesen deutliche Unterschiede auf, hieß es darin. Zudem seien die Markennamen und Logos hinreichend bekannt. Es sei unwahrscheinlich, dass Verbraucher sich bei der Auswahl von der Flaschenform verwirren ließen. Quelle: dapd
Converse klagt wegen Turnschuh-PlagiatenDie US-Sportartikelfirma Converse klagte Mitte Oktober 2014 gegen Nachahmer-Versionen seiner als „Chucks“ bekannten Turnschuhe. Gegen 31 Wettbewerber, darunter große Namen wie Walmart oder H&M, hat die Nike-Tochter Verfahren eingeleitet. Die Beklagten hätten das „ikonische Schuh-Design“ abgekupfert, heißt es in der Klageschrift. Converse hat außerdem eine Untersuchung der US-Handelskommission wegen Verstößen gegen das Markenrecht beantragt. Das Unternehmen will anderen Anbietern verbieten, die typischen Merkmale der Schuhe zu verwenden. Dazu zählten ein Diamantenmuster auf der Sohle, eine Schuhspitze aus Gummi und schwarze Streifen am Sohlenrand. Quelle: AP
Levi's gegen New YorkerDie Modekette New Yorker muss nach einem Gerichtsurteil von September 2014 Schadenersatz für den Verkauf von Levi's-Jeans-Plagiaten zahlen. Nachdem bereits das Landgericht Hamburg gegen das Braunschweiger Unternehmen entschieden hatte, urteilte auch das Oberlandesgericht Hamburg im Sinne von Levi's. Levi Strauss hatte New Yorker verklagt, weil es Levi's-Hosen kopieren und zu Dumping-Preisen verkaufen soll. Nach Gerichtsangaben ist es New Yorker nun untersagt, bestimmte Jeansmodelle weiter zu verkaufen. Außerdem ist die Modekette zu Schadenersatz verpflichtet. Um die genaue Höhe feststellen zu können, forderte das Gericht New Yorker auf, seine Umsätze offenzulegen. Levi's verlangt 50 Euro Schadenersatz pro verkaufter Hose. Eine Revision wurde vom Oberlandesgericht nicht zugelassen. Nach Angaben der Gerichtssprecherin hat New Yorker nun nur noch die Möglichkeit beim Bundesgerichtshof eine Nichtzulassungsbeschwerde einzureichen. Sollte diese erfolglos sein, wäre der Rechtsweg erschöpft. Andernfalls müsste sich der Bundesgerichtshof in der Sache mit den Plagiatsvorwürfen auseinandersetzen. New Yorker hatte zuletzt angekündigt, bis zur letzten Instanz gehen zu wollen. Quelle: dpa
Starbucks gegen "Starbung"Im Logo-Streit mit Starbucks hat ein kleiner Kaffee-Verkäufer aus Thailand im November 2013 die Segel streichen müssen. Damrong Maslee (44, rechts im Bild) nahm auf Verlangen des Weltunternehmens an seinem Stand am Straßenrand von Bangkok ein grünes Schild mit der Aufschrift „Starbung“ ab. Starbucks sah in dem bescheidenen Wägelchen des Mannes in der thailändischen Hauptstadt unerlaubte Konkurrenz: das Logo verletze die Patentrechte des Weltunternehmens, hatten Anwälte dem Mann geschrieben und ihn auf Schadenersatz in Höhe von 300.000 Baht (rund 700 Euro) und Rechtskosten von 30.000 Baht verklagt. Das ist deutlich mehr als sein Jahreseinkommen. Damrong gab sich versöhnlich: „Es war eine außergerichtliche Vereinbarung, wir haben uns in der Mitte getroffen“, sagte er. „Sie haben ihre Schadenersatzforderung fallen lassen, und ich habe mich bereiterklärt, das Logo nicht mehr zu benutzen.“ Damrong verkauft seinen Kaffee jetzt unter dem Namen „Bung's Tears“ - Bungs Tränen. Quelle: dpa
"Appstore" gegen "App Store"Apple und Amazon haben einen mehr als zweijährigen Rechtsstreit um den Begriff im Juli 2013 beendet. Die kalifornische Richterin Phyllis Hamilton legte den Fall auf Bitten der zwei Technologiekonzerne zu den Akten. Was letztlich den Ausschlag für den Friedensschluss gab und ob es Bedingungen gibt, ging aus den Gerichtsunterlagen nicht hervor. Amazon hatte im März 2011 eine Plattform mit Anwendungen für das Google-Betriebssystem Android unter dem Namen „Appstore“ gestartet und war deswegen von Apple verklagt worden. Der iPhone-Konzern machte seine Rechte an dem Namen „App Store“ geltend und warf dem weltgrößten Online-Einzelhändler zudem irreführende Werbung vor. Amazon konterte, die Bezeichnung stehe inzwischen allgemein für eine Download-Plattform für Zusatzprogramme. Das Gericht hatte Apples Vorwurf irreführender Werbung bereits abgewiesen; zuletzt ging es in dem Verfahren nur noch um den Markennamen. Quelle: Screenshot
Krach um "Dicke Eier"Ei, ei, ei - „Dickmann's“ darf seine eiförmigen Schokoküsse weiter verkaufen. Das entschied das Düsseldorfer Landgericht am 27. Juni 2013. Die Firma Storck, zu der unter anderem die Marken Merci, Toffifee, Werthers und Dickmann's gehören, hatte süßen Eier auf den Markt gebracht. Daraufhin hatte eine Werbeagentur aus Münster geklagt: Sie habe die Ei-Form 2008 als Design entwickelt, schützen lassen und Storck dann vorgestellt - deren „Dicke Eier“ seien Plagiate. Das sah das Gericht anders: Das Storck-Ei sei etwas gedrungener und weiche vom geschützten Design der Werbeagentur ausreichend ab. Quelle: dpa

Doch wie der Taylorismus an wirtschaftliche Grenzen stieß, weil er die Arbeit bis zur Unkenntlichkeit zerhackte und die Fähigkeiten der Beschäftigten verstümmelte, so wird nun für Samsung die diktatorische Ausrichtung auf Nachahmen und Masse langsam zur Fessel. Gegen Konzerne wie Apple können die Koreaner, so die wachsende Einsicht im Unternehmen, in dieser Verfassung nicht gewinnen. Für eine dauerhafte Weltmarktführung reichen weder der alte Umgang mit dem Personal noch die bisherigen Strategien. Samsung darf nicht mehr nur billiger sein als die Rivalen, sondern muss auch kreativer und innovativer werden.

Und tatsächlich beginnt sich im Unternehmen etwas zu ändern. „Entdeckung beginnt hier“ steht in riesigen Lettern auf Englisch an einer Hochhausfassade in der südkoreanischen Provinzhauptstadt Suwon rund 50 Kilometer von Seoul. Das Gebäude beherbergt die Zentrale von Samsung Electronics und markiert zugleich den Eingang zur „Samsung Digital City“. Dort arbeiten 30.000 Designer, Ingenieure und Werbeleute auf einem Gelände so groß wie 200 Fußballplätze. Die Anlage enthält Parks, Fitnessstätten und Kantinen. Für diejenigen, die hier etwas erfinden und entwickeln, sind alle Wohltaten kostenlos.

„Hier bereiten wir unsere Organisation auf die nächste Generation vor“, kündigte Choi Gee-sung, heute die Nummer zwei des Konglomerats, vor zwei Jahren an. Wie, das können Besucher heute besichtigen.

Übersicht zu Smartphone-Auslieferungen von Samsung und Co. (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

In „Samsung Digital City“ ist inzwischen der Nachweis der Kreativität eine wichtige Einstellungsvoraussetzung, nicht mehr nur unbedingter Gehorsam. Früher mussten die 3.000 Schlüsselangestellten, die für höhere Aufgaben vorgesehen waren, 27 Tage lang eine Erziehung zu bedingungsloser Loyalität über sich ergehen lassen, die Teilnehmer als „Gehirnwäsche“ beschrieben. Heute reichen fünf Tage. Samsung heuert mittlerweile gezielt Ausländer an und vergibt Führungsjobs auch an Frauen und Jüngere. Seit 2008 ist legere Kleidung erlaubt und gleitende Arbeitszeit möglich.

Auch die Zentralisierung ist gelockert. Bis vor vier Jahren fällte ein zentrales Planungsbüro mit 100 Managern unter der Devise „Single Samsung“ alle wichtigen Entscheidungen für jede Tochterfirma – von den Beförderungen bis zu den Investitionen. Seit der Auflösung dieses Kontrollturms dürfen die einzelnen Firmen des Konglomerats viel mehr selbst bestimmen. Die sechs Teams im verkleinerten „Strategiebüro“, das direkt bei Chairman Lee angesiedelt ist, entwickeln im Wesentlichen nur noch die generellen Linien.

Zum Fantasietanken ins Kino

Doch die von Lee Kun-hee verordnete Perestroika trägt bislang nicht die erhofften Früchte, mit denen Samsung Apple-Niveau erreichen kann. Vom gewohnten Blitztempo in der Halbleiter- und Hardwareproduktion ist im Softwarebereich wenig zu spüren. Die Samsung-Welt zum Beispiel aus Smartphones, Tablets und internetfähigen Fernsehgeräten sowie Online-Shops für Inhalte ist lange nicht so attraktiv wie bei den Wettbewerbern Apple, Google und Sony.

Vor allem der Samsung-App-Store mit den Anwendungen für Smartphones und Tablets sowie der Werbedienst Adhub Market hinken der Konkurrenz bis heute hinterher. Zwar hob Samsung Anfang November zusammen mit dem US-Internet-Pionier Yahoo eine Internet-Plattform für interaktives Fernsehen aus der Taufe. Und auch Geräte mit Google-TV wurden angekündigt. Doch laufen all diese Dienste anders als bei Apple nicht exklusiv auf Samsung-Geräten – und tragen so nichts zur Nachfrage ausschließlich nach ihnen bei. Der Nachfolger Tizen für das eigene Handybetriebssystem Bada kommt erst 2013. Samsung bleibt deshalb nur, Handys und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android und dem Gegenstück von Microsoft, Windows 8, zu bauen.

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