Elektronikkonzern Sony droht der Abstieg in die Drittklassigkeit

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Abteilungen zusammengeschmiedet

Deutsche Firmen investieren am meisten in Forschung
Ein Schild mit dem Infineon-Logo Quelle: dpa
Merck Quelle: AP
 In einer Spritzkabine werden die Pflanzen auf rotierenden Tellern durch die Anlage transportiert und mit Wirkstoff besprüht. Quelle: obs
Fahnen mit dem Continental-Logo Quelle: dapd
Das Logo des Softwareherstellers SAP Quelle: dapd
Eine Mitarbeiterin der Bayer Bitterfeld GmbH posiert in Bitterfeld mit einer Aspirintablette des Unternehmens in der Hand Quelle: dapd
Ein Arbeiter montiert im BMW-Werk in Muenchen das BMW-Logo auf eine Motorhaube einer 3er BMW-Karosserie Quelle: dapd
Siemens Quelle: dapd
File picture shows Mercedes Benz logos at the factory of German car maker Daimler Quelle: REUTERS
Volkswagen Quelle: dapd

Sony hatte dafür die Technik und besaß eigene Musik- und Film-Bibliotheken. „Doch die Musikleute wollten ihre CDs nicht aufgeben“, erklärt Stringer das Versagen heute. Daher wurde der iPod von Apple zum Walkman des 21. Jahrhunderts.

Als Stringer, damals US-Chef von Sony, im Juni 2005 eher widerwillig nach Tokio wechselte, hieß seine Losung deshalb „Sony United“. Er schmiedete die vielfach gegeneinander arbeitenden Abteilungen zusammen. „Die Silo-Mentalität ist weg, Sony steht heute auf viel stärkeren Fundamenten“, berichtet nicht ohne Stolz Shiro Kambe, früherer Leiter von Stringers Stabsstelle in Tokio.

Die Hoffnung, neu zu erstrahlen, resultiert bei Sony daraus, dass Stringer in seiner Amtszeit zwar insgesamt 5,3 Milliarden Euro einsparte, aber auch investierte. Im vergangenen Katastrophenjahr steckte er eine Milliarde Euro in den Ausbau von Sensorenchips für Kameras, um die Marktführung abzusichern.

Das iPhone und die Folgen
Fünf Jahre iPhoneDie Präsentationen von Steve Jobs brachten viele Überraschungen, doch diese war ein besonderer Paukenschlag: Auf der MacWorld Conference in San Francisco präsentierte Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 zum ersten Mal einem breiten Publikum das iPhone. Es vereint Telefon, Kamera und MP3-Player in einem einzelnen Gerät. "Today Apple is going to reinvent the phone", erklärte Jobs und sollte mit dieser großspurigen Aussage Recht behalten. Zwar hatten andere Unternehmen in den Jahren zuvor ähnliche Produkte auf dem Markt gebracht, doch nur Apple gelang es mit seinem neuen Mobiltelefon den gesamten Handymarkt neu zu erfinden. Vor allem der Verzicht auf eine klassische Tastatur war revolutionär und sollte zahlreiche Nachahmer finden. Die Tragweite dieser Neuerfindung ist heute auf dem Markt für mobile Gadgets nicht zu übersehen. Quelle: AP
Fünf Jahre nach dem Aufkommen des iPhones ist der Mobilfunkmarkt heiß umkämpft. Neue Player sind entstanden. Sie haben sich beim Branchenprimus Apple nicht nur Form und Farbe abgeschaut, sondern kopieren gemeinsam mit der von Google bereitgestellter Betriebssoftware Android die Touchscreen-Bedienung sowie das App-Modell und den Vertrieb dieser neuen Software über sogenannte App-Stores. Und sie haben Erfolg. So steigt zum Beispiel der koreanische Hersteller Samsung 2011 nach Berechnungen des US-Marktforschers IDC zum weltgrößten Smartphone-Hersteller auf. Der südkoreanische Konzern überholte mit 23,6 Millionen ausgelieferten Computer-Telefonen deutlich das iPhone von Apple. Samsung hielt demnach ein Fünftel des Weltmarktes. Es ist ein quantitativer Sprung mit Superlativen, denn noch im Jahr 2010 lag Samsung erst bei einem Anteil von 8,8 Prozent. Samsung profitierte vom Erfolg seiner Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Die Plattform wird von diversen Herstellern genutzt und ist die klare Nummer eins im Smartphone-Markt vor Apples iOS-System. Quelle: dapd
aMit HTC aus Taiwan entstand aus dem Stand heraus ein neuer Hersteller, der heute im Smartphone Segment eine bedeutende Rolle spielt. Dem Android-Partner gelang es 2011 gleich 12,7 Millionen Geräte zu verkaufen. Damit stieg der Marktanteil auf 10,8 Prozent Marktanteil und katapultierte HTC auf Platz vier der Herstellerliste. Noch im Jahr 2010 verkauften die Taiwanesen gerade einmal 5,9 Millionen Geräte. Quelle: REUTERS
Der einstige Branchenprimus und Vorreiter in Sachen Mobiles Internet Research In Motion war in den vergangenen Jahren vor allem mit sich selbst beschäftigt. Der Marktanteil des Blackberry rutschte 2011 von 15 auf 10 Prozent ab. Auch in Unternehmen, in dem das einstige Lieblingsspielzeug der Manager seine wichtigste Bastion hatte, laufen die iPhones Blackberry den Rang ab. Im Herbst 2011 machte RIM wegen tagelangen Verbindungsproblemen Schlagzeilen, zuletzt spekulierte man über eine feindliche Übernahme durch Nokia oder Microsoft. Quelle: dpa
Der finnische Hersteller Nokia hat auch das Nachsehen. Zwar ist Nokia nach wie vor der weltgrößte Handyhersteller, noch vor Apple oder Samsung. Doch im Smartphone-Segment haben die Finnen bisher massiv Anteile abgeben müssen. Der Marktanteil des langjährigen Branchenprimus entsprach im Jahr 2011 gerade 14,2 Prozent, ein Jahr davor waren es noch 32 Prozent. Nun setzt der finnische Handy-Riese Hoffnung auf seine Kooperation mit Microsoft - das Betriebssystem Windows Phone soll das Geschäft wiederbeleben. Quelle: Reuters
Mittlerweile hat Apple die fünfte Generation seines iPhones auf dem Markt gebracht. Das iPhone 4S verfügt über Spracherkennung und eine 8-Megapixelkamera. Das Mobiltelefon kam in den Tagen nach dem Tod von Steve Jobs in die Ladenregale und verkaufte sich nach Unternehmensangaben in den ersten drei Tagen über vier Millionen Mal. Das ist Rekord - die Vorgängermodelle gingen nur halb so schnell über die Ladentheke. Der Enthusiasmus der Apple-Fans war nötig, denn der Marktanteil ist mit 14,5 Prozent im dritten Quartal 2011 zum ersten Mal seit langem gesunken. Im Jahr 2010 waren es noch 17 Prozent für Apple. Insgesamt wuchs der Smartphone-Markt nach IDC-Zahlen im dritten Quartal 2011 um 42,6 Prozent auf 118,1 Millionen Geräte. Quelle: REUTERS
Das iPhone lieferte den Entwicklern und Designern in Cupertino die Vorlage, um weitere Produkte zu entwickeln. So brachte Apple 2010 das iPad heraus. Den Tablet-Markt führt Apple seitdem an: 2011 verkaufte das Unternehmen aus Kalifornien im dritten Quartal 11,1 Millionen Exemplare, das entspricht einem Marktanteil von 61,5 Prozent. Samsung treibt die Verfolgungsjagd auch in diesem Bereich voran. Es spricht also viele dafür, dass Apple mit dem iPad auch den Tablet-Markt neugegründet hat. Und dort auf Teufel komm raus seine Anteile schützen wird. Notfalls auch mit juristischer Hilfe: Vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf erwirkte Apple im September 2010 wegen der äußeren Ähnlichkeit des Samsung Galaxy Tab 10.1 mit dem iPad ein bundesweites Verkaufsverbot für das Konkurrenzgerät aus Südkorea. Quelle: dpa

Einstieg bei Olympus?

Ein Einstieg beim Wettbewerber Olympus, über den gerade spekuliert wird, würde Sony Zugang zum lukrativen Geschäft mit Endoskopen verschaffen. Vor wenigen Monaten erwarb Stringer die Musikkatalogrechte von EMI zum Schnäppchenpreis von 325 Millionen Dollar. Beim Kauf der Mobilfunkpatente des ehemaligen kanadischen Telekommunikationsausrüsters Nortel erhielt Sony zusammen mit Apple den Zuschlag.

Zuletzt kaufte Stringer für knapp 1,1 Milliarden Euro den Ericsson-Anteile an der gemeinsamen Handyfirma auf. Dann soll die Angriffswelle mit Smartphones gegen Samsung, Apple und Nokia rollen.

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Gute Geräte plus Inhalte

Nippons einstige Avantgardisten der Unterhaltungselektronik wissen, dass sie nur mit guten Geräten plus Inhalten punkten können. Deshalb verteilen sie über das weltweite Online-Portal „Sony Entertainment Network“ seit vergangenem Jahr in rund einem Dutzend Ländern Filme, Musik und Spiele auf die vier Geräte des Hauses: Fernseher, Notebooks, Tablet-Rechner und Smartphones. Vor allem dank der Playstation verfügt Sony inzwischen weltweit bereits über 90 Millionen Kunden.

„Unsere Inhalte kurbeln den Verkauf unserer Geräten an“, erklärte Stringer in Las Vegas. „Und unsere Kunden sollen künftig vor dem allgemeinen Publikum Zugriff auf bestimmte Filme aus unseren Studios haben“, ergänzt Kronprinz Hirai. Der 51-jährige Japaner symbolisiert wie kein anderer den erhofften Wandel von Sony: Er pendelt zwischen Japan und Kalifornien, wo seine Familie lebt, spricht akzentfrei Englisch – und gilt als Experte für das Online-Netzwerk des Konzerns.

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