WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Enttäuschende Quartalszahlen Anleger lassen die Alphabet-Aktie fallen

Alphabet wächst prächtig. Wenn da nicht zwei Kennzahlen wären, die den Anlegern den Angstschweiß auf die Stirn treiben, und die EU, die Google an die kurze Leine legen will.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Vor allem die Kennzahl „Cost per Click” bereitet Anlegern sorgen. Quelle: dpa

Es war ein schwarzer Tag für die Gründer und Großaktionäre Sergei Brin und Larry Page. Nachdem ihr Konzern Alphabet am Abend seine Zahlen zum ersten Quartal präsentiert hatte, reagierte die Börse mehr als verschnupft. Nachbörslich ging es mit dem Kurs um bis zu acht Prozent abwärts. Am Ende lag er mit 714 Dollar rund 5,7 Prozent im Minus. Der Anteil von Brin und Page war daraufhin zusammengenommen rund vier Milliarden Dollar weniger wert.

Alphabet, die Obergesellschaft über dem Internet-Powerhaus Google und seinen zahlreichen Abenteuer-Projekten – darunter selbstfahrende Autos, Gesundheits-Forschung und das Geheimlabor Google X – quetschte zwar aus einem Nettoumsatz von 16,5 Milliarden Dollar (20,26 Milliarden Dollar brutto) in gewohnter Manier satte 4,2 Milliarden Dollar Nettoergebnis nach Bilanzstandard GAAP raus. Doch das war weniger als erwartet.

Google und Microsoft enttäuschen

Die Gründe: Der Personalbestand war um knapp 10.000 Mitarbeiter gewachsen, die zahlreichen Randaktivitäten, die sogenannten „Other Bets“ verdoppelten zwar den Umsatz auf 1,66 Milliarden Dollar, vergrößerten gleichzeitig aber auch den operativen Verlust um gut 200 auf 802 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Es war aber die Kennzahl CPC, oder „Cost per Click“, bei der die Aktionäre rot sahen. CPC sagt aus, wie viel Umsatz Google macht, wenn ein Surfer auf irgendeine bezahlte Anzeige im Konzern-Weltreich klickt. Dieser Wert sank um neun Prozent. Mit CPC geht es schon seit mehreren Quartalen bergab, im vierten Quartal 2015 waren es minus 13 Prozent.

Diese Unternehmen haben ihren Namen geändert
Aus Yahoo soll Altaba werden Quelle: REUTERS
Jerry's Guide wird YahooWussten Sie, dass Yahoo ursprünglich "Jerry's guide to the world wide web" hieß? Benannt war die Firma nach Gründer Jerry Yang, der die Suchmaschine zusammen mit David Filo 1994 entwickelte. Beide waren Stanford-Studenten. 1995 wollten sie ein wenig seriöser werden und benannten ihr Unternehmen in Yahoo um. Quelle: dpa
Google wird AlphabetDer größte Internetkonzern der Welt verpasst sich eine neue Struktur und ändert seinen Namen: aus Google wird Alphabet. So heißt die neue Dachgesellschaft, unter der alle Unternehmenseinheiten gebündelt werden - und von denen die Suchmaschine Google der wichtigste Umsatzbringer ist. Mehr dazu in unserem Bericht aus dem Silicon Valley. Quelle: REUTERS
Backrub wird GoogleSelbst Google hieß nicht immer Google, sondern ursprünglich Backrub. So nannten Sergey Brin und Larry Page ihre erste Suchmaschine im Rahmen eines Stanford-Projektes. Backrub lief noch über ein Jahr auf Stanford-Servern, bis die Bandbreite nicht mehr ausreichte, und Brin und Page im Folgejahr Google.com gründeten. Quelle: AP
Philip Morris wird AltriaDer Tabakkonzern Philip Morris, unter anderem Hersteller der Zigarettenmarke Marlboro, war der nach den Ergebnissen einer Studie davon überzeugt, dass der Firmenname zu sehr an Tod und Krankheit durch das Rauchen erinnert. Um andere Konzernteile wie die Lebensmittelmarke Kraft vor dem schlechten Image zu schützen, nannte sich der Konzern ab 2001 Altria Group. Quelle: AP
Andersen Consulting wird AccentureAm Neujahrstag 2001 wurde aus Andersen Consulting die weltweit erfolgreiche Unternehmensberatung Accenture. Zuvor hatte ein Gericht die Verbindung von Andersen Consulting mit Andersen Worldwide und Arthur Andersen beendete. Für die neue Accenture war das ein Glücksfall. Das Schwesterunternehmen Arthur Andersen stolperte wenig später über den Enron-Skandal und ging Pleite. Quelle: dpa
Kentucky Fried Chicken wird KFCDer Wandel begann subtil und sorgte für Spekulationen: 1991 versuchte die Brathähnchenkette sich nur noch mit ihren Initialen KFC zu präsentieren. Auch wenn einige spotteten, das Wort "Chicken" solle gestrichen werden, weil in den panierten Hähnchenteilen im Grunde gar kein Huhn drin sei, so hatte es doch andere Image-Gründe: Das Wort "Fried", also "frittiert" sollte aus dem Namen verschwinden, weil es zu ungesund klingt. Auch die These, KFC wolle keine Abgaben an den Bundesstaat Kentucky zahlen, war nicht der Grund. Quelle: REUTERS

Der Grund liegt im Wandel der Google-Nutzung. Immer mehr Surfer greifen über ein Smartphone auf die Suchmaschine zu und dafür erhält der Konzern weniger Geld als wenn es ein Klick auf einem Laptop ist. Das räumt Google auch ein. Warum? Auf einem PC kauft der Kunde schneller auch mal was. Auf dem Smartphone ist es vielen zu mühsam, sich durch Menüseiten zu hangeln, Bestellformulare auszufüllen und Kreditkartennummern einzugeben.

Also muss, um ein Umsatzplus auszuweisen, die Zahl der geklickten Anzeigen stärker wachsen als der Rückgang bei den Erträgen. Bislang funktioniert das. Rund 29 Prozent mehr Anzeigen wurden angeklickt, aber der Werbeumsatz – der mit 1,8 Milliarden praktisch den Holding-Umsatz liefert – stieg nur um 16 Prozent.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%