Erwartungen übertroffen iPhone 6 beflügelt Apple

Die neuen iPhone-Modelle verkaufen sich rasend schnell. Das brachte dem Konzern den nächsten Milliardengewinn ein. Aber auch die Mac-Computer erzielten im notorisch schwächelnden PC-Geschäft überraschend Rekordverkäufe.

Das sagen Experten zum iPhone 6
Walt Mossberg (Re/code)„Das iPhone 6 ist ein tolles Update für aktuelle iPhone-Nutzer. Es enthält ein größeres Display, ist aber immer noch klein genug, um es gut in der Hand zu halten. Es ist aktuell das beste Smartphone, das Sie kaufen können.“ Quelle: dpa
David Pogue (Yahoo Tech)„Die Bildschirme sind unglaublich. Andere Handys haben mehr oder kleinere Bildpunkte, aber aktuell jagen sie alle Einhörner. Diese Bildschirme haben schon seit langem die Grenze von dem überschritten, was unsere Augen wahrnehmen können.“ Quelle: dpa
Darell Etherington (TechCrunch)„Die abgerundeten Ecken rund um das Display helfen dabei, die nahtlose Optik zu realisieren, die Apple vorgesehen hat. Zudem erfüllen sie einen ergonomischen Zweck. Wischgesten fühlen sich auf dem neuen Display viel einfacher und natürlicher an.“ Quelle: dpa
Joshua Topolsky (Businessweek)„iPhone 6 und 6 Plus wurden im Vergleich zu iPhone 5S und 5C deutlich umgestaltet. Einige Details fühlen sich aber seltsam an. Die breiten Antennenlinien auf der Rückseite der Geräte und die hervorstehende Kameralinse machen das Gerät etwas weniger streng als die bisherigen Produkte des Unternehmens.“ Quelle: REUTERS
Jim Dalrymple (The Loop)„Ich konnte in meiner Testwoche mit beiden iPhone 6-Modellen nichts finden, das mich zu einer anderen Schlussfolgerung bringt, als beide zu empfehlen. Wählen Sie das Modell, das am besten zu ihrem Leben passt und seien Sie glücklich.“ Quelle: AP
Molly Wood (New York Times)„Die Gesprächsqualität der neuen Telefone ist großartig, außerdem ist die Akkulaufzeit des kleinen iPhone 6 beeindruckend. Ich kam fast zwei ganze Tage ohne Aufladen aus. Beim iPhone 6 Plus reicht der Akku für einen Tag, bei einem Handy dieser Größe ist das aber nichts Ungewöhnliches.“ Quelle: REUTERS
Tim Stevens (Cnet)„Das iPhone 6 Plus ist ein tolles Gerät – aber es ist nicht für jeden geeignet. Ich mag das Wort „Phablet“ nicht, aber man kann nicht bestreiten, dass das iPhone 6 Plus genau das ist. Das 6 Plus ist für all jene, die ein bisschen Tablet in ihrem Smartphone suchen.“ Quelle: REUTERS
Lance Ulanoff (Mashable)„Die Videofähigkeiten des iPhone 6 sind unfassbar gut. Während die Standardeinstellung bei 1080p und 30 Bildern pro Sekunde liegt, kann man diese in den Einstellungen auf 60 Bildern pro Sekunde erweitern. Das Ergebnis ist eine hyperreale Optik, Menschen und Gegenstände sehen so aus, als könnte man sie anfassen.“ Quelle: AP
Charles Arthur (Guardian)„Sich zwischen dem iPhone Plus und dem kleineren iPhone 6 zu entscheiden, kann überraschend schwierig werden, wenn Ihre Hand und ihr Portmonnaie groß genug sind. Es ist groß, aber der Extraplatz auf dem Display ist ein Segen. Er macht das Gerät aber auch unhandlicher und könnte die Gefahr erhöhen, das Gerät fallen zu lassen.“ Quelle: AP

Das iPhone 6 hat Apple ein starkes Quartal mit deutlich gestiegenen Milliardengewinnen beschert. Der kalifornische Konzern verdiente im vergangenen Vierteljahr knapp 8,47 Milliarden Dollar. Das waren 12,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal - das stärkste Wachstum seit fast zwei Jahren. Den Ausschlag gab vor allem der Rekordstart des iPhone 6 knapp zwei Wochen vor dem Ende des vierten Geschäftsquartals.

Apple verkaufte rund 39,3 Millionen iPhones. Allein am ersten Verkaufswochenende der zwei neuen Modelle waren mehr als zehn Millionen Geräte abgesetzt worden. Im Vorjahresquartal mit dem Start des iPhone 5s hatte Apple 33,8 Millionen Telefone verkauft. Der Umsatz stieg noch deutlich stärker um ein Fünftel - das heißt, es wurden mehr teurere Modelle verkauft.

Die Nachfrage nach den neuen iPhones sei deutlich höher als das Angebot, sagte Apple-Chef Tim Cook. „Im Moment verkaufen wir alles, was wir produzieren können.“ Insbesondere das größeren iPhone 6 Plus sei knapp. In den USA seien die iPhone-Verkäufe um 17 Prozent gestiegen, in Westeuropa um ein Fünftel. Das iPhone macht mehr als die Hälfte des Apple-Geschäfts aus.

Die Evolution des iPhones

Einen überraschend kräftigen Sprung gab es beim Absatz der Mac-Computer. Ihre Verkäufe stiegen von 4,57 Millionen Geräten vor einem Jahr auf 5,52 Millionen. Das war ein Rekord. Besonders gut hätten sich die Notebooks MacBook Air und MacBook Pro verkauft. Der bisherige Bestwert von 5,2 Millionen Mac-Computern liegt fast drei Jahre zurück. Mit dem Absatzplus von 21 Prozent im Jahresvergleich baute Apple den Marktanteil im immer noch schwächelnden PC-Geschäft stark aus. Es dürfte der höchste Marktanteil seit 1995 sein, sagte Cook. Damals hatte Microsoft sein Betriebssystem Windows 95 gestartet, das dem Konzern den Weg zur Dominanz des PC-Marktes ebnete.

Die Verkäufe der iPad-Tablets schwächelten im dritten Vierteljahr in Folge. Der iPad-Absatz sank im Jahresvergleich um 12,5 Prozent auf 12,3 Millionen Geräte. Cook betonte abermals, er glaube nach wie vor an die Zukunft der Produktkategorie. In einigen der umsatzstärksten Länder kauften 50 bis 70 Prozent der iPad-Käufer ihr erstes Tablet. „Das ist kein gesättigter Markt.“ Er räumte zugleich ein, dass sich im vergangenen Quartal manche potenzielle iPad-Käufer für einen Mac oder ein iPhone entschieden haben dürften.

Die Verkäufe des Multimedia-Players iPod wird Apple vom kommenden Quartal an nicht mehr einzeln angeben. Zuletzt brachen sie im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf nur noch 2,6 Millionen Geräte ein. Der iPod hatte den Grundstein für Apples Erfolg mit dem iPhone gelegt, inzwischen sind solche Player jedoch von den Smartphones in eine Nische gedrängt worden. Zusammen mit den iPods werden in der Kategorie „andere Geräte“ auch die Beats-Kopfhörer und die für kommendes Jahr angekündigte Apple-Uhr in den Quartalsberichten wenig sichtbar sein. Er wolle Rivalen nicht zu viele Details über das Geschäft mit der Apple Watch verraten, sagte Cook.

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Der Apple-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 12,4 Prozent auf 42,12 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen des Marktes. Die Aktie legte nachbörslich um rund 1,5 Prozent zu. Für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft erwartet Apple einen Umsatz zwischen 63,5 und 66,5 Milliarden Dollar. Die Finanzreserven sanken wegen der Auszahlungen an Anteilseigner um 9,3 Milliarden Dollar auf 155,2 Milliarden.

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