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Facebook-Börsengang Zuckerberg hat noch kein Google geschaffen

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Die Risiken für Facebook


Facebook Hauptqaurtier Quelle: dapd

Zudem muss Zuckerberg auch Mitarbeitern, die erst nach dem Börsengang einsteigen, Anreize geben. Diese müssen zum Beispiel daran glauben, dass ihre Aktien und Optionen weiter an Wert gewinnen. Das aber ist, gerade wenn das Unternehmen sich teuer an der Börse verkauft, keineswegs sicher. Anleger erinnern sich mit Grausen an deutsche Internet-Flops wie Intershop. Besonders teuer, weil zum jeweiligen Börsengang noch höher bewertet, kamen Investoren US-Unternehmen wie Webvan oder eToys.com zu stehen.

Bei allen Zweifeln an den Geschäftsmodellen der einzelnen Unternehmen sprechen jedoch zwei Faktoren dafür, dass das Internet 2.0 sich für Anleger nicht zu einem solchen Desaster entwickelt wie die erste Auflage bis zum Jahr 2000.
Zum einen tummeln sich heute im weltweiten Netz mehr als zwei Milliarden Nutzer, die grundlegende Infrastruktur zum Abwickeln von Transaktionen ist bereits weitgehend gelegt. Das war zur Jahrtausendwende anders.

Zum anderen sind Unternehmen wie Facebook, Zynga oder LinkedIn – im Gegensatz zu vielen vermeintlichen Internet-Stars der späten Neunzigerjahre nahezu oder schon profitabel. Nur dass sie eben jetzt beweisen müssen, dass sie nicht nur eine gute schwarze Null schreiben, sondern deutlich höhere Gewinne bei gleichzeitigem Wachstum erzielen können.

Facebook möchte Daten nutzen

Hoffnungsträger Facebook schließlich macht mit seiner Identitätsplattform, auf der Nutzer ihre Vorlieben mitteilen, erstmals maßgeschneiderte Angebote für Kunden möglich. Dass mit den Nutzerdaten massig Geld zu verdienen sein wird, ist klar. Doch wie lange?

Das Facebook der Neunzigerjahre war America Online (AOL). AOL beherrschte 1999 den Markt. Im damals noch viel kleineren Internet meldeten sich täglich sagenhafte 20 000 neue AOL-Kunden an. 21 Millionen Haushalte gehörten zu den festen Abonnenten. Rund 50 Millionen Menschen surften täglich über den größten Online-Dienst der Welt. Die insgesamt mehr als 100 Millionen Menschen starke AOL-Gemeinde schickte täglich 71 Millionen E-Mails, 110 Millionen Mal am Tag rief sie Börsenkurse auf. Damals, vor zwölf Jahren, war AOL an der Börse gut 165 Milliarden Dollar wert. Gründer und Chef "Steve Case hat sich mit AOL als wichtigster Unternehmer des Cyberspace etabliert“, lobte seinerzeit Michael Parekh, Internet-Spezialist bei Goldman Sachs, „er macht fast alles richtig, und greift geschickt an.“

Heute ist die AOL-Gemeinde längst woanders – bei Facebook, Google, Yahoo. Und der AOL-Börsenwert ist um 99 Prozent eingebrochen.

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