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Facebook-Börsengang Zuckerberg hat noch kein Google geschaffen

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Google spielt in anderer Liga

Google Logos Quelle: REUTERS

Obwohl es Gründer Mark Zuckerberg gelang, ein weltweit bekanntes Unternehmen mit 845 Millionen Nutzern quasi aus dem Nichts zu schaffen, machen die nun vorliegenden Daten klar, dass es in einer anderen Liga als das Internet-Imperium Google spielt. Denn Google konnte dank seiner populären Suchmaschine im Jahr 7 nach Start 6,1 Milliarden Dollar Umsatz und 1,46 Milliarden Dollar Gewinn einspielen. Bei Facebook sind es im siebten Jahr nach Schöpfung 3,7 Milliarden Dollar, also 40 Prozent weniger.

Zahlen und Fakten zu Facebook

Und das, obwohl die Budgets für Online-Werbung und die allgemeine Akzeptanz des Internets in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen haben. Ganz zu schweigen davon, dass es inzwischen mehr Internet-Nutzer gibt. Vor allem aber hat sich das Facebook-Wachstum bereits abgeschwächt. Von 2009 bis 2010 waren es noch 154 Prozent, danach sank es auf 88 Prozent ab.

Ähnlich wie Google ist Facebook stark vom zyklischen Werbegeschäft abhängig. 83 Prozent seines Umsatzes macht das soziale Netzwerk mit Online-Werbung, vornehmlich Banneranzeigen. Dort hat es mittlerweile den ehemaligen Branchenprimus Yahoo abgehängt. Heiß umstritten ist jedoch, wie wirksam die Anzeigen auf Facebook sind. Klar ist nur, dass die suchbasierte Werbung, mit der Google den Löwenanteil seines Umsatz erwirtschaftet, bei den Anzeigekunden wesentlich populärer ist, weil bewährt.

Immerhin 17 Prozent seines Geschäfts macht Facebook mittlerweile mit Provisionen auf Transaktionen. Es ist das mit Abstand am schnellsten wachsende Geschäft. 2010 machte es 106 Millionen Dollar aus. Ein Jahr später schon 557 Millionen Dollar.

Starke Abhängigkeit von Zynga

Das Prospekt zeigt auch, wie stark Facebooks Abhängigkeit vom Online-Spieleanbieter Zynga ist. Das Unternehmen aus San Francisco, das im Dezember an die Börse ging, steuert zwölf Prozent aller Facebook-Umsätze bei. Zynga, das seine Klientel fast ausschließlich über Facebook erreicht, muss von jedem eingenommenen Dollar 30 Prozent an das soziale Netzwerk abdrücken. Diese Vereinbarung läuft allerdings 2015 aus.

Außerdem gibt der Spiele-Anbieter viel Geld für Werbung auf Facebook aus. So trägt Zynga insgesamt 445 Milllionen Dollar zu Facebooks Umsatz bei. Zynga-Chef Mark Pincus will das gern durch den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes ändern. Für Zuckerberg ist die enge Verflechtung mit dem Spieleanbieter gefährlich. Denn wenn Pincus seine Umsatzziele verfehlt oder sein Geschäft stärker auf andere Kanäle verlagert, schlägt sich das sofort auf die Ertragslage von Facebook nieder.

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