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Facebook-Börsengang Zuckerberg hat noch kein Google geschaffen

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Übernahme von Zynga?


Zynga Börsengang Quelle: REUTERS

Schon wird im Silicon Valley spekuliert, dass Zuckerberg mit der Kaufkraft durch den Börsengang Zynga übernehmen könnte, um so beim Umsatz zuzulegen und stärkere Kontrolle zu haben. An Bargeld mangelt es Facebook schon vor dem Börsengang nicht. Das Unternehmen hat dank Anteilsverkäufen an Investoren sowie Gewinnen aus dem laufenden Geschäft fast vier Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Doch mit dem Kauf von Zynga würde Zuckerberg die oft proklamierte Neutralität gegenüber Geschäftspartnern verletzen.

Facebook: Chronologie des Aufstiegs

Die Spekulationen um den Börsengang von Facebook begleiten Spekulationen, ob er der Startschuss in eine neue Interneteuphorie sein könnte. Denn trotz aller Faszination, die von dem sozialen Netzwerk ausgeht, klingelt selbst jüngeren Anlegern noch das Platzen der Dot-Com-Blase um die Jahrtausendwende in den Ohren. Deshalb fragen Anleger zurecht, ob die durch Facebook entfachte Euphorie sich von der Web-1.0-Hysterie um die Jahrtausendwende unterscheidet.

Startschuss für eine neue Internet-Euphorie?

Ganz klar: Der Börsengang von Facebook könnte der Startschuss für weitere Internetfirmen sein, den Schritt auf Parkett zu wagen. Für 2012 haben laut einer Auswertung des Datenanbieters Bloomberg neben Facebook noch wenigstens 15 andere Internet-Unternehmen ihren Börsengang angekündigt. Sie dürften dazu beitragen, dass dieses Jahr in Sachen Internet alle Börsenjahre seit 1999 in den Schatten stellt. In den Startlöchern stehen unter anderem Yelp, eine Plattform zur Bewertung lokaler Geschäfte und Dienstleistungen durch Konsumenten, das Frauen-Werbeportal Glam Media, der E-Mail-Vermarkter Exact Target, der Microsoft-Partner AppNexus und – wenn überhaupt wohl erst 2013 – der Kurznachrichtendienst Twitter.

Sicherlich: Die besten Chancen, aus Gratisangeboten Umsätze und später Gewinne zu ziehen, hat Facebook. Doch der Börsengang steht auch vor einigen Risiken. So gehört es zu den größten Herausforderungen für Zuckerberg, langjährige Mitarbeiter im eigenen Haus zu halten. Zuckerberg, der von einem verschlossen und scheu wirkenden Jungunternehmer zu einem charismatischen Web-2.0-Idol aufstieg, schafft es bislang recht gut, Talente an sich zu binden. „Bei Facebook kann man noch richtige Produkte auf den Weg bringen, ohne vom Management behindert zu werden“, sagt ein Ingenieur, der im Frühjahr von Google hinüberwechselte. Google-Chef Larry Page hat den Talent-Abfluss zu Facebook & Co. zumindest eindämmen können, er achtet nun mehr darauf, dass seine Ingenieure mit Arbeit und Umgebung glücklich sind. Das lässt sich Google mit guten Boni, freiem Essen und luxuriösen Mitarbeiterausflügen einiges kosten.

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