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Facebook-Börsengang Zuckerberg hat noch kein Google geschaffen

Nun ist es also soweit. Facebook hat den ersten Schritt für seinen Weg an die Börse getan. Am späten Mittwochabend veröffentlichte das weltgrößte soziale Netzwerk seinen Börsenprospekt. Die Erwartungen waren hoch. Doch der erste Blick auf das Papier ist enttäuschend.

Mark Zuckerberg Quelle: dapd

Schon seit einigen Wochen ist Facebook das beherrschende Börsenthema im High-Tech-Eldorado: Kann der 27-jährige Harvard-Studienabbrecher Zuckerberg, der quasi aus dem Nichts ein weltweites Netzwerk mit 800 Millionen Nutzern aufbaute, junge High-Tech-Unternehmen wieder populär machen? Wird er, neben Mitarbeitern und Investoren, die früh einstiegen, auch Anleger an der Börse reich machen? Kann der jugendliche Egomane einen ähnlichen Börsen- und Gründungsboom auslösen wie sein wichtigster Vertrauter und Aufsichtsrat Marc Andreessen, der mit dem Internet-Browser Netscape Mitte der Neunzigerjahre den ersten Internet-Boom anfachte?

Mindestens fünf Milliarden Dollar will Facebook an der Börse einsammeln. Das ist nur halb so viel, wie Analysten zunächst erwartet hatten, allerdings kann sich die Summe ja auch noch erhöhen. Es ist nicht unüblich, dass Firmen tief stapeln und die Reaktionen der Investoren abwarten, um dann - je nach Nachfrage – den Preis zu erhöhen. Fest steht, dass das Kürzel für die New Yorker Börse „FB“ lauten wird.

Social Media an der Börse
TwitterKurz vor dem Börsengang waren die Investoren heiß auf den Kurznachrichtendienst: Die Nachfrage nach der Aktie war so hoch, dass Twitter den Ausgabepreis von erst mindestens 17 Dollar auf 26 Dollar hochschrauben konnte. Das sieben Jahre alte Unternehmen, das noch nie auch nur in die Nähe von schwarzen Zahlen gekommen ist, war damit schon vor dem Läuten der Börsenglocke in New York gut 14 Milliarden Dollar wert. Am Ende des ersten Handelstages stand die Aktie dann sogar bei 44,90 Dollar. Twitter konnte die Investoren bislang überzeugen, dass die Wachstumsaussichten gut sind und mit dem Anziehen der Werbeerlöse auch die Gewinne folgen werden. Aber es gibt keine Garantie, dass diese Rechnung aufgeht. Und wie lange hält die Geduld der Börsianer, wenn erst einmal Quartal für Quartal weiterhin rote Zahlen in der Bilanz auftauchen sollten? Schließlich wird Twitter jetzt nicht mehr wie in den ersten Jahren im Verborgenen agieren können, sondern unter voller Transparenz. Zudem weisen Skeptiker darauf hin, dass das Wachstum abflache und Twitter mit 230 Millionen Nutzern weltweit immer noch nicht bei der breiten Masse angekommen ist. Quelle: REUTERS
Facebook soll einen Börsengang der Superlative planen Quelle: dpa
Der Internet-Gutscheindienst Groupon gab zum Börsenstart Anfang November 35 Millionen Aktien zum Preis von 20 Dollar aus Quelle: REUTERS
LinkedIn startete im April 2011 mit massiven Kursaufschlägen Quelle: REUTERS
Spiele-Anbieter Zynga Quelle: dapd
US-Portal Yelp hat erste Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht Quelle: dapd
Yandex Quelle: REUTERS

Das jetzt auf den Internetseiten der SEC veröffentliche Börsenprospekt liefert erstmals einen Einblick in das soziale Netzwerk. Derzeit hält Gründer Mark Zuckerberg gut 28 Prozent der Anteile. Das gesamte Management kommt auf 70 Prozent der Anteile, der Rest liegt bei Finanzinvestoren. Allerdings haben nicht alle Aktien auch das gleiche Stimmrecht - und der Besitzer damit den gleichen Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens.


Zuckerberg zementiert seinen Einfluss

Zuckerberg selbst hält Aktien der Klasse B mit zehn Stimmen, während Anleger beim Börsengang A-Aktien mit nur einer Stimme erhalten werden. Damit hat Zuckerberg auch künftig das Sagen bei seinem Baby Facebook. Weil andere Anteilseigner ihm ihre Stimmen übertragen haben, kommt Zuckerberg momentan sogar auf 57 Prozent aller Stimmrechte.

Für neue Anleger macht das die Aktien weniger attraktiv und auch sonst ist ein genauerer Blick in den Prospekt enttäuschend. Analysten hatten gewettet, dass Facebook im vergangenen Jahr die vier Milliarden Dollar Grenze beim Umsatz klar übersprungen hatte Tatsächlich waren es 3,7 Milliarden Dollar, bei einem Gewinn von einer Milliarde Dollar.

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