WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Facebook Zuckerberg kann nicht zaubern

Seite 4/4

Braucht Facebook eigene Hardware?

Die Gewinner des Facebook-Börsengangs
Peter Thiel ist bekannt für seine verrückten Investmentideen. Quelle: REUTERS
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Quelle: dapd
Dustin Moskovitz Quelle: dapd
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Quelle: REUTERS
Napster-Gründer Sean Parker Quelle: AP
Internet-Invester Yuri Milner Quelle:
Accel Partners & James BreyerZusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen. Quelle: dapd

Als wäre dies alles nicht schon Pionierarbeit genug, hat Facebook noch das Problem, dass immer mehr seiner Nutzer das soziale Netzwerk übers Mobiltelefon nutzen. Doch hier sind die Werbeumsätze noch schmäler als auf dem Notebook- oder Desktop-Bildschirm. Zudem sind Werbekampagnen auf dem Handy noch stärkeres Neuland als Kampagnen mit sozialen Medien. Selbst Apple ist es trotz vieler Anstrengungen noch nicht gelungen, lukrative Umsätze mit mobiler Werbung zu erzielen. „Wir stecken viel Aufwand in die Zusammenarbeit mit Agenturen und das lohnt sich“, sagt Petra Vorsteher, Mitgründerin von Smaato aus San Francisco, einem mobilen Werbenetzwerk. Aber es ist viel Kärrnerarbeit zu leisten.

Welche sozialen Netzwerke wirklich genutzt werden
So lange werden soziale Netzwerke wirklich genutztGoogle+ - Mit allen Mitteln versucht Google sein soziales Netzwerk zum Erfolg zu bringen. Vor allem die Verknüpfung mit den eigenen Diensten wie Google Mail oder Youtube soll Google+ helfen. Seit dem Start haben sich auch immerhin 90 Millionen Nutzer registriert, allerdings bleibt es oft auch dabei. Nach einer Erhebung der US-Marktforscher Comscore haben sich die Nutzer seit September im Schnitt nur drei Minuten pro Monat bei Google+ aufgehalten. Das „Wall Street Journal“ schreibt daher schon von einer „virtuellen Geisterstadt“. Quelle: dapd
Myspace - Selbst das schon oft totgesagte MySpace wird intensiver genutzt – mit acht Minuten sogar fast drei Mal solange wie Google+.
LinkedIn - 17 Minuten pro Monat halten sich die Nutzer des Online-Karrierenetzwerks LinkedIn auf der Seite auf. Für den deutschen Wettbewerber Xing lagen keine Daten vor. Quelle: REUTERS
Twitter - Mit 21 Minuten nur knapp davor liegt der Kurznachrichtendienst Twitter. Allerdings erfasst Comscore nur Besucher der Twitter-Website, gerade die intensiven Nutzer greifen jedoch gern auf spezielle Zusatzprogramme wie Tweetdeck zurück, so dass die echte Zahl höher liegt. Auch die mobilen Zugriffe wurden nicht erhoben, was jedoch alle Netzwerke betrifft. Quelle: dpa
Pinterest - Erstaunlich ist, dass sich zwei relative junge Netzwerke ganz vorn platzieren konnten. So gelang Pinterest mit 89 Minuten der Sprung aufs Treppchen. Auf der Seite können Nutzer Bilder und Netzfundstücke teilen. P interest ist derzeit eine der angesagtesten und am schnellsten wachsenden Seiten überhaupt.
Tumblr - Ebenso lange wie Pinterest wird Tumblr genutzt. Der Dienst bietet ist eine besonders schnelle und einfache Art des Bloggens. Auch bei Tumblr werden oft besondere Fotos geteilt – Musikstar Beyonce Knowles veröffentlichte beispielsweise exklusiv Fotos ihres Babys Blue Ivy Carter auf einer eigenen Tumblr-Seite. Beliebt sind auch die „Looking at Things“-Reihen, beispielsweise von Kim Jong-Il oder Christian Wulff.
Facebook - Mit riesigem Abstand steht Facebook an der Spitze: 405 Minuten halten sich die Nutzer im Schnitt jeden Monat in dm Netzwerk auf.     Quelle: dapd

Für Facebook kommt noch die Herausforderung hinzu, dass es im Gegensatz zu Wettbewerber Google kein eigenes mobiles Betriebssystem und erst recht keine eigenen Smartphones und Tablets besitzt. Damit läuft das soziale Netzwerk jedoch Gefahr, dass Wettbewerber ihre eigenen Dienste bevorzugt präsentieren oder Facebook sogar für das Nutzen der eigenen App zur Kasse bitten. Schließlich verlangt das soziale Netzwerk für das Nutzen seiner Plattform – beispielsweise von Spieleanbietern wie Zynga oder King.com – selber einen Obolus.

IT



Solange Facebook populär bei seinen Nutzern ist, wird sich kein Smartphone-Anbieter leisten können, das soziale Netzwerk auszusperren. Aber das muss ja nicht so bleiben. Am Donnerstag stritt Zuckerberg die Notwendigkeit ab, ein eigenes Mobiltelefon bauen zu müssen. Doch im Silicon Valley pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass Facebook schon seit langem in Verhandlungen mit Fertigern in China und Taiwan ist. Doch die Ankündigung, jetzt auch noch in Smartphone-Hardware zu investieren, hätte eine Massenpanik bei Facebooks gebeutelten Anlegern ausgelöst. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Denn richtiges Timing – das hat Zuckerberg wohl gelernt – ist wichtig. Und er kann sich damit trösten, dass Amerika nicht nur seine Helden gern demontiert, sondern auch genauso gern wieder aufbaut.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%