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Facebook-Skandal Apple-Chef Cook fordert mehr Datenschutzregeln

Der Apple-Chef hat den Umgang mit Nutzerdaten bei Facebook kritisiert. Cook spricht sich nun für strengere Regeln für die Tech-Konzerne aus.

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Der Apple-Chef spricht sich für mehr Datenschutz-Regeln aus. Quelle: AP

Peking Nach dem Datenskandal bei Facebook hat sich auch Apple-Chef Tim Cook zu Wort gemeldet. Der Manager forderte am Samstag am Rande des China Development Forum in Peking „handwerklich gut gemachte“ Regeln, die verhindern sollen, dass Daten der Nutzer ohne deren Wissen gesammelt und genutzt werden können.

Damit steigt der Druck auf Facebook und andere Technologiekonzerne, deren Geschäftsmodell darauf beruht, die enormen Datenmengen von Milliarden Menschen zu verwerten. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg musste sich in der vergangenen Woche dafür entschuldigen, dass sich die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica über eine App unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Profilen von Facebook-Nutzern verschafft hatte. Mit dem Datenbestand soll auch gezielt der Wahlkampf von US-Präsident Trump unterstützt worden sein. Die Aktie des sozialen Netzwerks ist seitdem um 14 Prozent gefallen.

„Diese spezielle Situation ist so schlimm und umfassend, dass wahrscheinlich eine handwerklich gut gemachte Regulierung notwendig ist“, sagte Cook auf die Frage, ob nach dem Facebook-Skandal die Nutzung von Daten eingeschränkt werden sollte. „Wenn jemand weiß, welche Seiten du jahrelang besucht hast, wer deine Kontakte sind, was dir gefällt und nicht gefällt und jedes intime Detail deines Lebens – meiner Meinung nach sollte das nicht existieren.“ Cook erklärte, Apple sei schon lange besorgt gewesen, dass Menschen weltweit Informationen preisgeben, ohne zu wissen, wie sie genutzt werden.

EU-Justizkommissarin Vera Jourová fordert von Facebook nach dem Datenskandal genauere Auskünfte. „Ich verlange von Facebook weitere Klarstellungen, etwa inwieweit europäische Nutzer betroffen sind“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Dazu wolle Jourová am Montag einen Brief an Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg schicken, berichtete die Zeitung vorab. „Dieser Missbrauch von Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern ist völlig inakzeptabel“, sagte die Kommissarin nach einer USA-Reise.

Die US-Regierung und die zuständigen Behörden hätten ihr zugesichert, „dass sie die Vorwürfe sehr ernst nehmen und an der Vorbereitung der notwendigen Schritte arbeiten.“ Gleichzeitig seien die EU-Datenschutz-Behörden am Zug, um eine „europäische Antwort“ zu geben.

Am Freitag durchsuchten Ermittler der britischen Datenschutzbehörde ICO die Büros von Cambridge Analytica. Derweil kehren erste Unternehmen dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook zumindest zeitweise den Rücken - etwa der Elektroauto-Hersteller Tesla und die Raumfahrt-Firma SpaceX.

Eine Mehrheit der Deutschen glaubt einer Umfrage für die Zeitung zufolge, dass Facebook der Demokratie schadet. 60 Prozent der Befragten waren demnach der Meinung, dass soziale Netzwerke wie Facebook für die Demokratie negative Auswirkungen haben. Von einer positiven Wirkung auf die Demokratie gingen laut der Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ nur 33 Prozent der Befragten aus. 7 Prozent waren sich unsicher oder machten keine Angabe.

Zudem gaben 89 Prozent der Befragten an zu glauben, dass Facebook in der Lage ist, die politische Meinung der Menschen zu beeinflussen. Nur 10 Prozent glauben das demnach nicht. 1 Prozent der Befragten war sich unsicher oder machte keine Angabe.

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