Facebook: Wie Mark Zuckerberg einen Mediengiganten schmiedet
Mark Zuckerberg formt Facebook zum größten Medienkonzern.
Foto: dpa Picture-Alliance , PRAuf dem Weg in die Zukunft von Facebook passiert der Besucher zunächst unendliche Büroweiten im neuen Hauptgebäude des sozialen Netzwerkes am Rande des Silicon-Valley-Städtchens Menlo Park. Der amerikanische Stararchitekt Frank Gehry hat hier das gigantischste Großraumbüro der Welt mit Platz für 2800 Mitarbeiter auf 40.000 Quadratmetern entworfen. In der lichtdurchfluteten Halle gibt es bewusst keine Zwischenwände, nur ab und an Boxen für Konferenzräume und Toiletten. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Sommer hier eingezogen ist, mag diese Transparenz. Ein markierter Rundgang im Innern führt an Hunderten von Schreibtischen entlang. Sie sind gepflastert mit Monitoren, gesäumt von Whiteboards und Wegweisern zur Orientierung. Dank der hohen Decken ist es ungewohnt ruhig.
Alles ist gewollt offen. Bis auf die Holzwand in der rechten hinteren Ecke des Gebäudes, vor der ein Wachmann postiert ist. Hinter einer schmalen Tür befinden sich die Pläne für die nächsten 5, 10, vielleicht sogar 20 Jahre von Facebook – die Meilensteine auf dem Weg zu einem Medienkonzern, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Ohne eigene Inhalte, dafür mit einem mächtigen digitalen Vertriebsnetz, das derzeit 1,55 Milliarden Nutzer weltweit erreicht.
Schon heute ist Facebook – ein quasi virtuelles Unternehmen, das größtenteils in Rechenzentren residiert – an der Börse sagenhafte 268 Milliarden Dollar wert. 110 Milliarden mehr als Disney, das derzeit größte traditionelle Medienunternehmen. Für Facebook-Schöpfer Zuckerberg hat die Expansion erst begonnen. Seine ursprüngliche Geschäftsidee, „Menschen zu verbinden“, will er mit dem Schaffen des „ultimativen Kommunikationsmediums“ ausbauen. Eines, das Fernsehen, Computer und Smartphone vereinen soll und „Menschen erlaubt, alles zu erleben“. Auch Dinge, die in der realen Welt nicht möglich sind, ein Mix aus Fantasie und Realität, ein digitaler Vergnügungspark. All das, ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. „Es wird ziemlich verrückt sein“, verspricht er.
Platz 10: Snapchat
Den Instant-Messaging-Dienst, mit dem man Fotos versenden kann, die beim Empfänger nur für kurze Zeit sichtbar sind, gibt es seit 2011. Bei den am häufigsten heruntergeladenen Apps des Jahres 2015 in Deutschland landet die App auf dem zehnten Rang. Die Rangliste hat das US-Marktforschungsunternehmen App Annie herausgegeben. Konkrete Download-Zahlen gibt das Unternehmen allerdings nicht an.
Foto: dpaMit der Flohmarkt-App lassen sich Angebote in der Nähe finden - das bewährte Konzept von Ebay Kleinanzeigen in neuem Design landet auf Rang 9 der beliebtesten Apps in Deutschland.
Foto: PRPlatz 8: Ebay Kleinanzeigen
Das Original des digitalen Flohmarktes ist nach wie vor ein bisschen beliebter. Die Kleinanzeigen-App des Auktionshauses landet auf dem achten Platz.
Foto: dpaPlatz 7: Spotify
Als einziger Musik-Streamingdienst hat es Spotify in die Top 10 der beliebtesten Apps geschafft.
Foto: dpaPlatz 6: Skype
Kommunikations-Apps sind in Deutschland insgesamt hoch im Kurs. Skype mit seinem Angebot für Videotelefonie landet auf Platz 6 des Rankings.
Foto: dpaPlatz 5: Instagram
Ebenfalls sehr gefragt sind die sozialen Netzwerke für das Smartphone. Das Bilder- und Videonetzwerk Instagram ist in Deutschland die fünftbeliebteste App.
Foto: APPlatz 4: Amazon
In die Reihen der sozialen Netzwerke schleicht sich noch der Online-Händler Amazon ein. Mit seiner App landet der Konzern auf dem vierten Platz des Rankings.
Foto: APPlatz 3: Facebook
Der Siegeszug der zum Facebook-Konzern gehörigen Apps beginnt mit der klassischen Facebook-App. Nur zwei andere Apps wurden in Deutschland 2015 öfter heruntergeladen.
Foto: dpaPlatz 2: Facebook Messenger
Mark Zuckerberg kann sich freuen, denn noch besser als die Facebook-App kommt die Messenger-App an - sie landet auf Rang 2.
Foto: APPlatz 1: WhatsApp
Der Messenger-Dienst, der ebenfalls zum Facebook-Konzern gehört, steht an der Spitze der Rangliste. Mit dem Dienst können Nutzer nicht mehr nur Nachrichten, Bilder und Videos verschicken, sondern mittlerweile auch über das Internet telefonieren.
Foto: dpaDie Grundideen dafür, illustriert mit Fotos und Modellen in Schauboxen, befinden sich auf etwa 100 Quadratmetern in dem abgeschirmten Areal. Recht einfach, markiert durch Schriftzüge aus blauen Neonlampen. Es sind die Konzepte, die aus dem sozialen Netzwerk, das bisher meist im Schatten der großen, disruptiven Innovatoren aus der US-Netzökonomie wie Google, Apple oder auch Amazon stand und als bessere Digitalwerbeagentur mit angeschlossener Digitaldatenkartei belächelt wurde, den prägenden Konzern des nächsten Netzzeitalters formen sollen:
- „Connectivity“ flackert für die eigenen, selbst entworfenen Datenzentren in drei US-Städten und in Schweden, die Fotos, Videos und Texte von 1,5 Milliarden Facebook-Nutzern speichern sowie Inhalte von professionellen Medienproduzenten wie Zeitungen, Zeitschriften und Filmstudios. Und sich über Satellit, Mobilfunk, solarbetriebene Drohnen, Glasfaser und Kupferkabel bis in den letzten Winkel beamen lassen.
- „Intelligence“ umfasst die Helfer aus künstlicher Intelligenz, die diese gigantischen Inhalte auswerten, zusammenführen und sie auf die individuellen Geschmäcker der Nutzer zuschneiden.
- „Perception“ steht für die Expedition in die Sinne der Facebook-Nutzer.
Im elften Jahr an der Spitze von Facebook hat Zuckerberg die Formel gefunden, um sein Imperium agil zu halten und weiter auszubauen. Sie lautet: wachsam sein, anpassen und vor allem nachmachen oder übernehmen. Zur Not auch mithilfe von Milliardensummen.
Zwei Milliarden Dollar hat Zuckerberg bereits für die erste Wegstrecke investiert, durch den Kauf der Datenbrille Oculus Rift, entwickelt von dem 23-jährigen kalifornischen Tüftler Palmer Luckey, der eigentlich Journalist werden wollte. Der Multimillionär arbeitet nun für ihn daran, virtuelle Realität so normal wie Fernsehen zu machen. In Zuckerbergs Wunderkammer ist für die Datenbrille, die Ende März für 600 Dollar plus 900 Dollar für den nötigen Grafikcomputer auf den Markt kommt, extra ein kleines, fensterloses Studio reserviert.
Er hat gut Lachen: Hasso Plattner ist der vermögendste deutsche IT-Milliardär, den Forbes in der Liste der 100 reichsten Internet-Milliardäre gelistet hat. Demnach hat der SAP-Mitbegründer ein Vermögen von 9,4 Milliarden US-Dollar angespart.
Quelle: Forbes Magazine. Kriterium, um in die Liste aufgenommen zu werden, ist ein Vermögen von mindestens zwei Milliarden Dollar.
Foto: REUTERSMichael Saul Dell hat dem weltweit drittgrößten PC-Herstellers Dell seinen Namen verliehen. 19,4 Milliarden US-Dollar hat er damit verdient.
Foto: dpaNach Angaben des Forbes Magazine gehört die Witwe des einstigen Apple-Chefs Steve Jobs zu den reichsten US-Amerikanern. Ihr Vermögen wird auf 21,4 Milliarden US-Dollar beziffert.
Foto: WirtschaftsWocheNummer acht ist der langjährige Microsoft-Chef Steve Ballmer, Fan und Besitzer des Basketball-Vereins Los Angeles Clippers. Ihm gehören nicht weniger als 22,7 Milliarden US-Dollar.
Foto: APKein Grund, so skeptisch dreinzublicken: 33 Internet-Milliardäre stammen laut Forbes aus Asien, darunter der Alibaba-Gründer Jack Ma auf Platz sieben mit einem Vermögen von 23,2 Milliarden US-Dollar.
Foto: REUTERSSergey Brin entwickelte zusammen mit Larry Page die Suchmaschine Google. Der Prototyp wurde am 7. September 1998 gestartet. Mittlerweile hat der 41-Jährige ein Vermögen von 32,8 Milliarden US-Dollar angehäuft.
Foto: APBrins Kompagnon hat noch etwas mehr gespart. Laut Forbes besitzt der gelernte Informatiker Page mittlerweile 33,4 Milliarden US-Dollar.
Foto: REUTERSDie meisten Internet-Milliardäre kommen laut der Liste aus den USA: 51. Einer der namhaftesten ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der 41,2 Milliarden Dollar sein Eigen nennt.
Foto: APDer Anstieg des Aktienkurses von Amazon hat Gründer Jeff Bezos so reich gemacht, dass er den dritten Platz in der Liste der hundert wohlhabendsten Internetmilliardäre weltweit erreicht. Bezos' Vermögen beträgt laut „Forbes“ 47,8 Milliarden Dollar. Es vermehrte sich dank des gestiegenen Kurses allein in diesem Jahr um 13 Milliarden Dollar.
Platz zwei belegt der Gründer der Softwarefirma Oracle, Larry Ellison, mit 50 Milliarden Dollar.
Foto: dpaDie wenig überraschende Nummer eins ist Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem Vermögen von fast 80 Milliarden Dollar (73 Milliarden Euro).
Foto: REUTERSDie Brille fühlt sich leichter an, als sie aussieht. Aufgesetzt, Kopfhörer übergestülpt und plötzlich hat man dank der auf die Brille projizierten Bilder das Gefühl, mitten auf dem Petersplatz in Rom zu stehen, fliegt plötzlich über gähnende Felsschluchten, findet sich dann im Kosmos wieder, unter sich die Erde. Um einen Augenblick später Auge in Auge mit einem Zeichentrick-Igel in dessen Höhle zu sitzen, der einen seufzend anblickt und eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen anbietet.
Ein surreales Erlebnis, ganz ohne Drogen, nur durch die Macht der Bilder. Und doch die nächste Stufe der Realität.
Viele Beobachter der Techwelt haben Zuckerbergs Interesse an dem Gerät zunächst nicht verstanden. Auch Zuckerberg dämmerte der Wert der Datenbrille erst, als er sie selber ausprobiert hatte. Für ihn ist die virtuelle Realität eine „neue Plattform“. Die – im Gegensatz zu Smartphones – Facebook diesmal selber prägen kann. Doch die Konkurrenz ist zahlreich. Sony, Microsoft und Google treten mit eigenen Produkten an. Samsung hat Technologie von Oculus lizenziert, arbeitet wie Apple aber auch an einer eigenen Lösung. Noch ist unklar, wie rasch sich virtuelle und erweiterte Realität, also das Projizieren von visuellen Inhalten direkt in die Umwelt, durchsetzen. Oder ob sie auf absehbare Zeit Nischen besetzen, also eher für noch realistischere Computerspiele genutzt werden als zum täglichen Kommunzieren.
Die Beobachter posten und kommentieren nie etwas selbst. Sie schauen sich aber alles ganz genau an. Wenn Sie den Beobachter dann persönlich treffen, wird er Ihnen haarklein erzählen, was Sie zuletzt bei Facebook gepostet haben. Eng verwandt ist der Beobachter mit dem Liker, der ebenfalls nie etwas selbst postet - dafür bei nahezu jedem Beitrag von anderen den Like-Button drückt.
Quelle: Visual.ly
Foto: REUTERSVon den "Promotern" erhalten Sie zahlreiche Einladungen zu unterschiedlichen Veranstaltungen, die Sie dann fleißig wegklicken dürfen.
Foto: dpaDann gibt es natürlich noch die Spaßvögel, die immer und auf Teufel komm raus lustig sein müssen. Es gelingt ihnen aber leider so gut wie nie, andere zum Lachen zu bringen.
Foto: FotoliaDagegen gibt es natürlich auch die Zyniker, die nie lustig sind, sondern mit jeder Statusmeldung miese Stimmung verbreiten. Ein ähnlicher Quell der Freude sind diejenigen, aus deren Posts der Hass auf alles nur so herausquillt. Diese Typen sind überzeugt, dass andere ihr (hassenswertes) Leben zerstören wollen.
Foto: FotoliaMr. und Ms. Beliebt sammeln gerne Kontakte, quasi als Wettkampfdisziplin. Gerade bei Jugendlichen gilt da oft: 3542 Kontakte, wer kann mehr?
Auch Gruppen kann man bei Facebook sammeln. Die Sammler treten jeder Gruppe bei und werden Fans von nahezu allem, was ihnen auffällt.
Foto: CLARK/obs"Ich bin mit Tim bei Angelo essen", "Jetzt gehe ich mit Sabine ins Kino", "Schnell noch mit meinem Hund Bello spazieren, dann einen Tee trinken, dann den blauen Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und ins Bett gehen" - so mancher Facebook-Nutzer ist ein lebender Nachrichtenticker und hält Sie ständig darüber auf dem Laufenden, was er wo mit wem tut - ob Sie sich dafür interessieren oder nicht.
Ähnlich angenehme Zeitgenossen sind diejenigen, die ihr Netzwerk täglich mit einem "guten Morgen" begrüßen und abends mit "Gute Nacht" verabschieden.
Foto: dpaDann gibt es noch die Zocker, von denen Sie im Minutentakt lesen können, ob sie gerade Words with Friends, Mafia Wars oder Bakes spielen und wie viele Punkte sie gerade bei Farmville erzielt haben. Da hilft nur: blockieren.
Foto: dpaHaben Sie einen Facebook-Kontakt, bei dem nichts ohne die ganz großen Gefühle geht? Bei dem alles "herzzerreißend" und "dramatisch" ist? Jeder Regentropfen wird zur Katastrophe, jeder verpasste Bus ein Grund für einen Nervenzusammenbruch? Herzlichen Glückwunsch, dann haben Sie es mit einer waschechten Drama-Queen zu tun.
Foto: FotoliaZuckerberg könnte das Gerangel um den neuen Markt entgegenkommen. Je mehr Wettbewerb, umso mehr Innovation, desto geringere Preise. Der wahre Wert wird nicht in der Hardware liegen, sondern im Bereitstellen und Vermarkten der Inhalte. Der Schlüssel liegt im Zugang zum Publikum. Und da ist Facebook mit Blick auf seine bisherigen Nutzerzahlen gut aufgestellt.
Zudem die Technik für Zuckerberg mehr ist als nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur perfekten elektronischen Unterhaltung. Er glaubt, die Datenbrille ermöglicht dereinst computergestützte Telepathie: „Eines Tages, so glaube ich, werden wir damit unsere Gedanken zu anderen schicken und austauschen“, schwärmt der Internetmogul. Er selber wäre „der eifrigste Nutzer dieser ultimativen Kommunikationstechnologie“, die jeden Ort und künftig sogar Gefühle und Stimmungen simulieren kann.
Eine Utopie? Ein Albtraum? Ob fantastisch oder nicht – klar ist, dass der Internetunternehmer die Ressourcen hat, um seine Ideen voranzutreiben. Die nötigen Bausteine für ein Medienimperium besitzt er bereits.
Ist Datenschutz schon in Deutschland eine heikle Sache, sieht es in den USA noch viel kritischer aus: Die dortigen Ermittlungsbehörden wie die NSA haben durch den Patriot Act, der nach den Anschlägen des 11. September 2001 erlassen und kürzlich leicht abgemildert wurde, viel umfassendere Rechte und Befugnisse zur Abfrage von Daten von Privatpersonen. Und diese nutzen sie auch, während die Gesetze und Regulierungen im Bereich Datenmanagement und Datenschutz mit den technologischen Entwicklungen nicht mithalten können. Die Nichtregierungsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) will mit ihrem regelmäßigen Datenschutz-Report „Who has your back“ auf dieses Problem aufmerksam machen. EFF untersucht 24 große IT- und Telekomunternehmen daraufhin, wie sie mit dem Thema Datenschutz umgehen.
Foto: dpaDer Report bewertet einerseits, ob sich Firmen gegen teils willkürliche staatliche Überwachung wehren. Zudem wird die Transparenz bewertet, die Firmen darüber herstellen, ob und wie staatlichen Ermittlungsbehörden bei ihnen Zugriff auf Nutzerdaten fordern. Die EFF hat über vier Jahre die Praktiken großer Internet- und IT-Konzerne beobachtet und analysiert, ob die Firmen ihren Fokus eher auf den Schutz der Nutzerdaten oder eher auf die Kooperation mit staatlichen Ermittlern legen. Dabei konnten sie in den vergangenen vier Jahren eine Entwicklung feststellen.
Foto: APWährend das Thema Datenschutz vor vier Jahren bei kaum einem Unternehmen auf der Agenda stand, hat nun – einige Snowden-, Wikileaks-Enthüllungen und Spähaffären später – laut EFF ein Umdenken eingesetzt: Viele Firmen veröffentlichen Reports über ihren Umgang mit Nutzerdaten und über Regierungsanfragen nach Nutzerdaten.
Foto: dpaDie EFF hat die Entwicklungen damit aufgefangen, dass sie die Firmen nun unter anderem in der Kategorie des industrieweiten Standards vorbildlicher Praktiken bewerten.
Ihre Kriterien im Überblick:
1. Unter dem erwähnten industrieweiten Standard verstehen die Aktivisten etwa, dass die Firma den Staat bei einer Datenanfrage nach einer offiziellen Vollmacht für den spezifischen Fall fragt. Außerdem wird erwartet, dass das Unternehmen einen Transparenzreport über staatliche Anfragen veröffentlicht und dass die Firma deutlich macht, wie sie mit den Regierungsanfragen formell verfährt.
2. In einer weiteren Kategorie wird geprüft, ob Internetfirmen die jeweiligen Nutzer einzeln informieren, wenn sie beziehungsweise ihre Daten von Regierungsanfragen betroffen waren. Als Best Practice Beispiel gelten die Firmen, die ihre Nutzer schon vor der Weitergabe über solche staatlichen Anfragen informieren, sodass diese sich juristisch zur Wehr setzen können.
Foto: dpa3. Die Aktivisten checkten auch, ob Firmen bekannt machen, wie lange sie Nutzerdaten speichern. Es wurde dabei nicht bewertet, wie lange die Unternehmen IP-Logins, Übersichten über individuellen Datentransfer und auch eigentlich bereits gelöschte Daten speichern und für Ermittlungen verfügbar halten – es geht nur um die Transparenz.
4. Regierungen und staatliche Ermittlungsstellen fragen nicht nur Nutzerdaten an, teils verlangen sie von Internet- und Telekomkonzernen auch, unliebsame Nutzer zu blockieren oder Nutzeraccounts zu schließen. Für diese Praxis war zuletzt insbesondere Facebook kritisiert worden, das einige Insassen von Gefängnissen an der Eröffnung eines Accounts hinderte. Auch Informationen darüber honorierten die Aktivisten mit einer positiven Bewertung, wobei ihnen besonders Twitter in dieser Kategorie mit einem umfangreichen Report über Lösch-Gesuche positiv auffiel.
5. Unternehmen bekamen auch eine positive Bewertung, wenn sie sich im öffentlichen Diskurs gegen staatlich geduldete oder gar intendierte Hintertüren in Software und Netzwerken stellen. 21 von 24 untersuchten Firmen nehmen mittlerweile eine solche kritische Position gegenüber dem Überwachungsstaat ein.
Foto: dpaAdobe hat laut den Aktivisten in den vergangenen Jahren alle Best Practice Standards übernommen, die in der Branche etabliert sind. Adobe verlangt von Ermittlungsbehörden eine explizite Erlaubnis, Daten von Nutzern anzufordern und bekennt sich zudem öffentlich dazu, keine Hintertüren in die eigene Software einzubauen. „Alle Regierungsanfragen für Nutzerdaten müssen bei uns durch den Vordereingang kommen“, schreibt Adobe in seinem Transparenzreport. Die EFF wertet eine solche starke Position gegen die früher gängige Praxis als bemerkenswert – unabhängig von der Wahrhaftigkeit.
Foto: APTriumph für Tim Cook. Apple erfüllt alle Kriterien der Aktivisten für möglichst große Transparenz im Bereich Datensicherheit. Der IT-Konzern lässt allerdings einige Hintertürchen offen, neben den Verpflichtungen zur Verschwiegenheit, die ihm etwa durch Gerichte in Einzelfällen auferlegt werden können. Apple behält sich vor, Nutzer nicht über eine Datenabfrage zu informieren, wenn dies nach Einschätzung des Unternehmens gefährlich für das Leben oder die Unversehrtheit von Personen werden könnte. Dies lässt Raum zur Deutung.
Foto: REUTERSAuch Marissa Mayer hat gut lachen: Die Autoren finden die Leitlinien von Yahoo in allen Bereichen der Datensicherheit und der Transparenz vorbildlich. „Wir loben Yahoo wegen seiner starken Prinzipien hinsichtlich Nutzerrechte, Transparenz und Schutz der Privatsphäre.“
Foto: APUnter den am besten bewerteten Unternehmen sind noch fünf weitere Konzerne und Stiftungen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Dazu gehören etwa die Wikipedia-Mutterorganisation Wikimedia, außerdem der Blogdienstanbieter Wordpress, weniger bekannte Unternehmen wie Sonic, Wickr oder Credo Mobile. Sie alle erfüllen die Anforderungen der EFF-Analysten komplett.
Foto: dpaEvan Spiegels Unternehmen Snapchat findet sich in Gesellschaft einiger anderer Firmen, die in den Augen der Electronic Frontier Foundation beim Datenschutz und Datensicherheit eher mittelmäßig abschneiden. Der besonders bei Teenagern beliebte Kurznachrichtendienst mit Bild- und Videofeatures verpflichtet sich nicht offiziell dazu, Nutzer über Datenabfragen zu informieren. Auch ist unklar, wie Snapchat mit Forderungen des Staates umgeht, Nutzeraccounts zu löschen. Ähnliche Kritik üben die Aktivisten an Tumblr. Sie monieren, dass die Microblogging Plattform nicht offen legt, ob Behörden die Sperrung von Nutzeraccounts verlangt haben und inwiefern Daten auch dann weiter gespeichert und verfügbar gehalten werden, wenn ein Nutzer sie eigentlich gelöscht hatte.
Foto: AP
Der große Kabeldienstanbieter schneidet zwar insgesamt nicht besonders gut ab, vor allem, weil er Nutzer nicht vorab über Regierungsanfragen zu ihren Daten informiert. Doch die Aktivisten betonen andererseits, dass Comcast bei den Informationen über „digitales Vergessen“ besonders transparent sei. So lege Comcast offen dar, dass Daten von Kunden, die bereits gekündigt haben oder Daten, die Kunden eigentlich gelöschten hatten, weiterhin bei ihnen gespeichert und für Ermittlungsbehörden verfügbar seien. IP-Log-Informationen werden etwa 180 Tage bereit gehalten, gelöschte Mails können zwischen 15 und 30 Tage gespeichert werden.
Foto: APMicrosoft, das sich erst kürzlich mit neuen X-Box-Features bei der Elektronikmesse E3 präsentierte, ist offenbar nicht durchweg so kundennah, wie es sich bei der Präsentation gibt. Der Softwarekonzern verpflichtet sich etwa nicht standardmäßig zur Information darüber, was mit den Daten der Nutzer nach der Löschung noch passiert. Das ist aus Sicht der EFF einem Softwarekonzern dieser Größe nicht angemessen.
Foto: APDass Google in Sachen Datenschutz und Datensicherheit nicht ganz vorne mitspielt, dürfte angesichts des viel zitierten Begriffs des „Datenkraken“ kaum jemanden wirklich überraschen. Das Unternehmen schneidet in der diesjährigen Analyse der EFF unter anderem deshalb nur mittelmäßig ab, weil Google im Gegensatz zu vielen anderen Firmen seine Nutzer nicht vorab über Anfragen von staatlichen Stellen zu ihren Daten informiert. Wie Twitter hat der Konzern seine Selbstverpflichtung hier nicht angepasst, um Nutzern die Möglichkeit zu geben, sich vorab gegen Datenanfragen zu wehren. Das ist jedoch laut der Aktivisten mittlerweile Standard: „Da ist Raum für Verbesserungen.“
Foto: APChillen mit Amazons Kindle am Strand? Laut EFF ist Vorsicht angeraten. Amazon sammelt durch Kundenbestellungen und Produktrechercheanfragen unglaublich viele Daten über dieVorlieben und Interessen von Kunden. Der Onlineversandhändler und E-Book-Platzhirsch informiert die Nutzer nicht vorab darüber, wenn Behörden Daten abfragen und stellt auch nicht offensiv dar, was mit anscheinend gelöschten Daten passiert. Dennoch bewerten die Aktivisten Amazons Entwicklung positiv, denn der Internetriese veröffentlichte zuletzt immerhin erstmals einen Transparenzreport und signalisiert damit ein leichtes Umdenken.
Foto: CLARK/obsDer Telekomanbieter Verizon fällt insbesondere hinter den Industriestandard zurück, was die Loyalität mit den Nutzern und den Schutz ihrer Daten angeht. Das Unternehmen hat sich noch nie kritisch gegenüber der bisherigen Praxis einiger US-Behörden geäußert, die etwa nach dem alten und neuen Patriot Act auf die bei Telekommunikationsfirmen gespeicherten Daten zugreifen. Die EFF fordert von dem Telekom-Anbieter, der gegen Geld mit der NSA kooperiert haben soll, dass er sich offen gegen Hintertüren in Software und Netzwerken positionieren soll.
Foto: APDer Telekomanbieter hält grundlegende Industriestandards ein, verlangt etwa einen konkreten Datenzugriffsbefehl von den Ermittlungsbehörden, bevor er die Informationen heraus gibt. Doch das war es auch schon. Weder stellt sich AT&T öffentlich gegen die Praktiken von Ermittlungsbehörden in den USA, noch macht das Unternehmen die Nutzer darauf aufmerksam, wenn ihre Daten ins Visier von NSA und Co geraten. Auch wenn das Unternehmen, dem vor zwei Jahren wie Verizon noch aktive Kooperation mit der NSA vorgeworfen wurde, mittlerweile einen Transparenzreport veröffentlicht, legt AT&T nach Medienberichten noch immer nicht alle Informationen zu Ermittlungsanfragen offen.
Foto: REUTERSWhatsapp bekennt sich zwar öffentlich zu einer kritischen Haltung gegenüber staatlicher Überwachung – richtet seine Leitlinien aber nicht danach aus. Die Autoren des Berichts kritisieren insbesondere, dass der Kurznachrichtendienst unter der Fittiche von Facebook nicht einmal grundlegende Industriestandards einhält. So hat Whatsapp laut dem Report etwa keine Leitlinien, die zunächst eine Durchsuchungsvollmacht von den Ermittlungsbehörden verlangen, bevor man die Daten von Nutzern herausgibt. Somit bildet der Messenger das traurige Schlusslicht in Sachen Datenschutzpolitik.
Foto: dpa
Der Disney-Konzern ist groß geworden, weil sein Gründer Walt Disney mit selbst geschaffenen Charakteren, Figuren, Filmen und Themenparks nach und nach ein weltweites Publikum eroberte. Bei Facebook ist das Publikum in Form von 1,55 Milliarden Zuschauern bereits vorhanden. Die schaffen selber Inhalte, fotografieren, filmen, kommentieren, kopieren. Ergänzt durch die Inhalte von professionellen Medienkonzernen, die mehr und mehr ihrer Produkte direkt in Facebooks Datenzentren laden, damit sie schneller bereitgestellt werden können.
Künstliche Intelligenz ordnet die Inhalte und stellt ein maßgeschneidertes Programm für jeden einzelnen Empfänger zusammen, das in deren Bewusstsein gebeamt wird. Dafür hat Zuckerberg eine eigene Abteilung für künstliche Intelligenz geschaffen, geführt von dem gebürtigen Franzosen Yann LeCun. Er und sein Team haben bereits Software entwickelt, die nicht nur die Gesichter von Facebook-Nutzern in Fotos automatisch identifizieren kann – eine Funktion, die in Deutschland unterdrückt ist –, sondern auch Gegenstände, Formen und Farben.
Sie könnten künftig das Unterhaltungsprogramm zusammenstellen. Ein Hollywood der Zukunft, das seine Zuschauer nicht mehr nur passiv beschallt. Wo sie Teil des Mediums sind, förmlich in ihm leben und es gestalten. Sekundiert von künstlicher Intelligenz, die schon jetzt mehr über ihre Vorlieben und Abneigungen weiß als der jeweilige Lebenspartner. Bei dem Algorithmen entscheiden, was gerade hilfreich, relevant und vor allem unterhaltsam ist. Und auch, was nicht gezeigt wird. Eine Menge Macht also.
Der Facebook-Chef besitzt die nötige persönliche Energie, Jugend, Entschlossenheit und Flexibilität, um in den nächsten Jahrzehnten seine Vorstellungen von der Zukunft konsequent durchzusetzen. Nicht nur wegen seiner Autorität als Gründer, sondern auch wegen der unangefochtenen Kontrolle über sein Unternehmen dank Mehrfachstimmrechten. Auch das Versprechen, 99 Prozent seiner Facebook-Anteile im Wert von derzeit rund 39 Milliarden Dollar in eine von ihm und seiner Ehefrau Priscilla Chan gegründeten, wohltätigen Stiftung einzubringen, hat nichts daran geändert.
An Zuckerberg vorbei kann nichts entschieden werden. Mit Angriffen von Finanzinvestoren – mit denen sich etwa Yahoo oder Ebay herumschlagen müssen und von denen seitdem wenig Visionäres zur Zukunft der Netzwelt zu vernehmen ist – muss er sich nicht herumplagen. Der Erfolg und Reichtum ist ihm auch nicht zu Kopf gestiegen.
Mit Ausnahme einer zweimonatigen Auszeit nach der Geburt seiner Tochter Max Ende November verbringt er die meiste Zeit an seinem Schreibtisch im Hauptquartier, inmitten seiner Mitarbeiter. Reisen tut er nur ungern. Das hilft ihm, eine alte Tradition aus Start-up-Tagen aufrechtzuerhalten, nämlich regelmäßig der Belegschaft Rede und Antwort zu stehen. Auch wenn die Fragen nun vorab koordiniert werden müssen, weil Facebook mittlerweile 12 000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt beschäftigt.
Im Silicon Valley, wo das Abwerben von hochrangigen Managern und Talenten Alltag ist, hat Zuckerberg sein Führungsteam stabil gehalten. Es ist mit vier Personen – Sheryl Sandberg (Operatives), David Wehner (Finanzen), Mike Schroepfer (Technik) und Chris Cox (Produkte) – noch immer recht übersichtlich.
Facebooks wichtigste Stütze ist Sandberg, die er 2008 von Google abwarb und vier Jahre später mit einem Posten im Aufsichtsrat belohnte. Die 15 Jahre ältere Managerin verlieh Facebook Glaubwürdigkeit besonders beim Verhandeln mit Anzeigenkunden, die bisher einen Großteil des Umsatzes beisteuern. Zusammen haben die Ex-Google-Frau und der Spross eines Zahnarztes aus dem Dorf Dobbs Ferry bei New York so aus dem 2004 an der Eliteuni Harvard ersonnenen und lange Zeit als „Kartenhaus“ verspotteten Netzwerk einen profitablen Weltkonzern geformt. Im vergangenen Jahr setzte Facebook rund 12,5 Milliarden Dollar um. Etwa das Dreifache von Wettbewerber Yahoo, der seit Jahren schrumpft und im Onlineanzeigengeschäft mittlerweile von Facebook abgehängt ist. Zuckerbergs Unternehmen ist vor allem – im Gegensatz zum Businessnetzwerk LinkedIn oder dem Kurznachrichtendienst Twitter – profitabel. Im vergangenen Jahr erzielte das soziale Netzwerk drei Milliarden Dollar Gewinn.
Zuckerberg verheimlicht zwar nicht, dass er nach neuer Größe strebt. Allerdings hält sich sein Weltverbesserungsgestus im Vergleich zu anderen Netzgrößen wie Google-Vordenker Larry Page, Amazon-Chef Jeff Bezos oder Alles-neu-Erfinder Elon Musk innerhalb gut geordneter Grenzen. Im Gegensatz zu Google etwa, das vom selbstfahrenden Auto bis zu lebensverlängernden Methoden in alle möglichen zukunftsträchtigen Technologien investiert, konzentriert sich Zuckerberg weiterhin aufs ursprüngliche Unternehmensmotto: „Connecting people“ – das Verbinden von Menschen. Nicht, dass er weniger ambitioniert wäre als Larry Page und Sergey Brin. Wie die Google-Gründer will auch Zuckerberg die Welt verbessern. Auch privat, über die Chan Zuckerberg Initiative, die neben der Bill und Melinda Gates Stiftung momentan größte wohltätige Privatstiftung der Welt. Sie soll sich vor allem für die Chancengleichheit von Kindern einsetzen.
Aber als Facebook-Chef setzt er für sein Unternehmen Prioritäten. Was auch daran liegen mag, dass etwa Google im vergangenen Jahr viermal so viel Profit wie Facebook erzielte und somit mehr Spielraum für ganz große Würfe hat.
Wenn Facebook etwa Entwicklungsländer mit besseren Internetverbindungen via Drohnen oder Satellit ausstattet, kommt das nicht nur den bedachten Ländern zugute. Es verursacht zwar, wie zum Jahresauftakt in Indien, ab und an Diskussionen über mögliche Allmachtsfantasien von Facebook, beschert dem Unternehmen aber vor allem zusätzliche Nutzer.
Zuckerberg nutzt seine finanziellen und zeitlichen Ressourcen, um seine Haupteinnahmequelle Facebook attraktiv zu halten. Als beispielsweise sein Plan floppte, den Startschirm der Mobiltelefone zu erobern, verlagerte er einfach alle Bemühungen in seine eigene App. Die ist mittlerweile beliebter als Apps von Wettbewerber Google, obwohl dieser das populärste Mobilbetriebssystem der Welt kontrolliert. Kommen eigene Projekte nicht vom Fleck, wird zugekauft. So wie bei Instagram. Der im Oktober 2010 gestartete, mobile Fotodienst hatte zwar nur eine Handvoll Mitarbeiter und keinerlei Einnahmen. Dafür aber im Frühjahr 2012 schon 100 Millionen begeisterte Nutzer. Ein möglicher Konkurrent, erkannte Zuckerberg schnell.
Höchstpersönlich überredete er den Instagram-Mitschöpfer Kevin Systrom mit seinem Start-up ins Facebook-Reich zu wechseln. Dank seiner Macht im Unternehmen benötigte er dafür keine langwierige Überzeugungsarbeit im Aufsichtsrat. 800 Millionen Dollar offerierte Zuckerberg, Zugriff auf Facebooks Infrastruktur, Investitionen und die Zusicherung, den Dienst innerhalb von Facebook eigenständig führen zu können. In diesem Jahr, so schätzt das Marktforschungsunternehmen eMarketer wird Instagram bereits 600 Millionen Dollar mit Werbung umsetzen, im nächsten Jahr sollen es bereits knapp 1,5 Milliarden Dollar sein.
Auch beim Kurznachrichtendienst WhatsApp zögerte Zuckerberg nicht lange – und zeigte, dass er auch das alte Managementspiel aus teile und herrsche versteht: Zwar war WhatsApp mit einem Rekordpreis von rund 20 Milliarden Dollar kein Schnäppchen. Dennoch musste Zuckerberg noch etwas drauflegen, was sich für Geld nicht kaufen lässt: Einfluss. Um den Deal zu besiegeln, offerierte Zuckerberg einen Platz im Aufsichtsrat. Dort sitzt jetzt WhatsApp-Mitgründer Jan Koum. Aus dem Stand ist der gebürtige Ukrainer damit zu einem der mächtigsten Männer des Silicon Valley aufgestiegen. Gemeinsam mit seinem Mitgründer Brian Acton genießt er genau wie die Instagram-Schöpfer seine Autonomie innerhalb des Facebook-Imperiums.
Nicht alle hat Zuckerberg umgarnen können. Evan Spiegel, Mitgründer des sozialen Netzwerks Snapchat, das die Mitteilungen seiner Nutzer wieder verschwinden lässt, hat allerhand Avancen widerstanden. Bislang. Doch sollte die Vorliebe für populäre Internet-Medienunternehmen ohne große Umsätze wieder abkühlen und das soziale Netzwerk aus Los Angeles an Reiz für dessen Investoren verlieren, steht Facebook für die Übernahme bereit.
Gehört Zuckerberg damit die künftige Medienindustrie? Entsteht das neue Hollywood im Silicon Valley?
Zu oft ist in der Vergangenheit den mutmaßlichen Herrschern der Zukunft die Kontrolle über diese wieder entglitten. So wie es Microsoft-Gründer Bill Gates nicht gelang, die Macht über die Personalcomputer auf Mobiltelefone und das Internet zu übertragen.
Zuckerberg ist der Sprung vom Personalcomputer aufs Smartphone zumindest schon mal gelungen. Für den in die virtuelle Realität und später in die computergestützte Telepathie hat er noch viel Zeit. Mark, so erinnert sein Mentor, der Internetpionier Marc Andreessen gern, „hat noch viele Jahrzehnte vor sich“.
Er ist ja erst 31 Jahre alt.