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Gefragteste Berufsgruppe Wer IT-Experten einstellen will, muss radikal umdenken

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Bald strömt die Generation Z auf den Arbeitsmarkt

Das Problem: IT-Fachleute mit entsprechendem Know-how können sich den Job in der Regel aussuchen – und ohne Risiko als Selbstständiger auf Projektbasis arbeiten. „Sie wollen Abwechslung, sich weiterentwickeln und immer neue Herausforderungen. Die Festanstellung, auf die viele Firmen bestehen, bedeutet aus der Sicht der IT-Fachkräfte aber oft das Gegenteil“, sagt Arne Hosemann von Expertlead.

Das Start-up will diesen neuen Ansprüchen gerecht werden, vermittelt die ITler daher ausschließlich auf Freelancer-Basis. Die Unternehmen müssen akzeptieren, dass die Spezialisten aus der Ferne arbeiten und nicht täglich ins Büro kommen. „Am Ende ist es ja egal, wo der Mensch gerade sitzt – wichtig ist, ob er die Aufgabe bewältigen kann“, sagt Hosemann. Im Gegenzug, so lautet das Versprechen, bekommen die Firmen einen ITler, der zu den besten seines Fachs gehört.

Dass sich an dem Dilemma der Unternehmer in absehbarer Zeit etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Zwar steigen die Absolventen- und die Studienanfängerzahlen kontinuierlich, wie es in der BA-Studie heißt. So hätten 2017 etwa 26.000 Informatiker ihr Studium erfolgreich abgeschlossen – etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Doch steigt mit ihnen auch der Bedarf.

Hinzu kommt: Die ITler, die in den nächsten Jahren von den Unis auf den Arbeitsmarkt strömen, gehören zur sogenannten „Generation Z“, also den zwischen 1995 und 2010 Geborenen. Der Jugendforscher Simon Schnetzer hat für seine Studie „Junge Deutsche 2019“ untersucht, was sie umtreibt. Das Ergebnis: Die „Z-ler“ wünschen sich vor allem Freiheit.

Während in den vergangenen neun Jahren das Thema Arbeitsplatzsicherheit noch das wichtigste war, gaben die Befragten diesmal an, dass sie von ihrem Arbeitgeber in erster Linie eine gute Arbeitsatmosphäre und Work-Life-Balance erwarten. Ihre wichtigste Motivation für Leistung: Spaß.

Gute Programmierer müssen nicht studiert haben

Das passt zwar zu den Beobachtungen von Hoseman. Dass die Festanstellung im IT-Bereich ein Auslaufmodell ist, glaubt Schnetzer aber nicht. „Die Arbeit als Freelancer ist nur in der jungen wilden Phase besonders attraktiv. Mit einer längeren Beziehung oder spätestens der Familienplanung wird eine Festanstellung attraktiver – vorausgesetzt, sie geht auf die Bedürfnisse der Bewerber ein.“

Was Schnetzer meint: Arbeitgeber müssen die Arbeit flexibel gestalten, ihren Talenten Freiräume einräumen und ihnen die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln. „Die Generation Z ist maximal unverbindlich. Egal ob Verabredung oder neuer Job: Eine Entscheidung ist nur ein Zwischenstand, bis etwas Besseres kommt“, sagt Schnetzer. Deshalb müssten Arbeitgeber jeden Tag beweisen, dass sich die jungen Talente richtig entschieden hätten. Vorgesetzte sollten sich als Coach verstehen und lernen, zuzuhören.

Gleichzeitig empfiehlt Schnetzer den Unternehmen, formale Einstellungsbarrieren abzubauen – und Bewerber nach Talent zu bewerten, nicht nach Abschluss: „Es gibt viele Beispiele von genialen Programmierern, die nie einen Hörsaal betreten haben oder werden.“

Expertlead vermittelt Hosemann zufolge derzeit eine hohe dreistellige Zahl von IT-Experten, bis zum Jahresende könnten es 1000 sein. Das Start-up wirbt damit, ausgeschriebene Projekte innerhalb von 48 Stunden besetzen zu können. Zu den Kunden zählten Lufthansa, Daimler und die Deutsche Bank.

Aber auch sogenannte Hidden Champions, also Weltmarktführer aus dem deutschen Mittelstand, nutzen das Angebot. Die haben es im Rennen um die Mangelware IT-Fachkräfte besonders schwer – weil sie ihren Sitz häufig in der für IT-Spezialisten eher unattraktiven Provinz haben. Berner kann inzwischen mit einem Sitz in der Millionenstadt Köln punkten. Trotzdem engagiert das Unternehmen im IT-Bereich hin und wieder auch Leute auf Projektbasis.

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