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Generalschlüssel für das Internet Deutsche Firmen wollen mit dem Facebook-Button konkurrieren

RTL, Pro Sieben Sat.1 und United Internet starten eine deutsche Alternative zum Facebook-Button. Beim Log-in soll damit der Datenschutz zunehmen.

Gemeinsam wollen RTL, Pro Sieben Sat 1 und United Internet einen neuen Log-in-Standard schaffen. Quelle: AP

DüsseldorfEine neue Allianz deutscher Medienunternehmen hat einen digitalen Generalschlüssel für ihre Netzangebote entwickelt. „European netID Foundation“ heißt die Log-In-Allianz der Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat.1 und United Internet mit den Marken Web.de und GMX.

Webseiten in Europa sollen ihren Nutzern einen sicheren und datenschutzkonformen Log-in bieten können, heißt es in einer Mitteilung am Donnerstag. Wie die Konzerne mitteilen, wird die European netID Foundation für die Einhaltung und Weiterentwicklung des Standards sorgen. 

Die Daten-Allianz netID ist die zweite derartige Initiative aus Deutschland: Mit Verimi haben sich 2017 ebenfalls zehn Unternehmen aus unterschiedlichen Industrien zusammengetan, um eine zentrale Identitäts- und Datenplattform aufzubauen. Mit einer einzigen Anmeldung erhalten Nutzer damit einfachen Zugriff auf unterschiedlichste Angebote im Internet. Zu den Gesellschaftern von Verimi gehören unter anderem Daimler, die Deutsche Bank, die Lufthansa, Axel Springer und die Deutsche Telekom.

Mit diesen beiden Allianzen wollen deutsche Unternehmen ein Gegengewicht zum weit verbreiteten Facebook-Button schaffen: Mitglieder des sozialen Netzwerks können sich mit ihrem Account bei zahlreichen anderen Webseiten anmelden, beispielsweise bei Onlinehändlern, Nachrichtenseiten oder Spieleanbietern.

Diese Dominanz gilt es zu durchkreuzen. „Das Interesse an unserem offenen Standard ist sehr groß: Wir sind mit namhaften Unternehmen aus nahezu allen Branchensegmenten im Dialog“, sagte Jan Oetjen, Vorstand von United Internet und Geschäftsführer von Web.de und GMX.

Um die Schlagkraft zu erhöhen, war in der Branche oft über eine Fusion der beiden deutschen Daten-Allianzen spekuliert worden. „Wir reden miteinander. So werden wir etwa in den beiden Verbünden schauen, welche Dienste man mit der anderen Allianz verknüpfen kann“, hatte Verimi-Chefin Donata Hopfen im Januar in einem Handelsblatt-Interview gesagt.

Beide Allianzen verfolgen das gleiche Ziel: Sie wollen eine Antwort auf die großen US-Plattformen wie Google, Facebook und Amazon im datenbasierten Werbegeschäft finden. Hinzu kommt: Ab kommenden Mai gelten in Europa veränderte Datenschutzvorschriften, die unter anderem strengere Einwilligungsverfahren vorschreiben. Auch dafür wollen sich deutsche Unternehmen in ihren Allianzen wappnen.

Die European netID Foundation will ihre operative Arbeit nach der Genehmigung durch die zuständige Stiftungsbehörde aufnehmen. Für die Besetzung des Stiftungsrats haben die Initiatoren prominente Experten gewonnen: den CDU-Politiker Friedbert Pflüger und den Medienrechtler Rolf Schwartmann. Ebenfalls im Rat vertreten sind die Initiatoren mit Marcus Dimpfel (Mediengruppe RTL Deutschland), Daniel Prümers (ProSiebenSat.1) und Jan Oetjen (United Internet).

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