Geschäftsideen in Bits und Bytes Der digitale FC Bayern

Die IT verändert Unternehmen so radikal wie noch nie. Ein ungewöhnliches Beispiel ist der FC Bayern. Ob Twitter, Facebook, Online-TV oder Newsletter – es gibt keinen Weg, über den der Verein nicht mit Fans kommuniziert.

Fans vom FC Bayern: Mit ihnen kommuniziert der Verein mittlerweile vor allem über digitale Kanäle. Quelle: dpa

MünchenStefan Mennerich gibt sich überzeugt: "Die Digitalisierung ist für den FC Bayern eine große Chance." Der Manager verantwortet bei dem Fußball-Bundesligisten, der als Aktiengesellschaft firmiert, den Bereich neue Medien.

Was er dort alles anstellt, zeigte Mennerich auf der Handelsblatt-Tagung "Strategisches IT-Management" und beeindruckte damit die rund 300 Gäste. Ob Twitter, Facebook, Internetfernsehen oder Newsletter - es gibt keinen Weg, über den die Bayern nicht mit ihren Fans kommunizieren.

Diese Marken sind bei Facebook top
Platz 20 - Victoria's Secret - 11,09 Millionen FansDie Modemarke des Einzelhandelskonzern Limited Brands engagiert jedes Jahr die absoluten Topmodels für ihre Fashionshows, wie hier (von links nach rechts) Karolina Kurkova, Tyra Banks, Heidi Klum, Gisele Bundchen und Adriana Lima. Wer bei Facebook Fan wird, bekommt exklusiv die Backstage-Bilder der Sessions zu sehen. Quelle: dapd
Platz 19 - Dr Pepper- 11,33 Millionen FansSpätestens durch den von Tom Hanks verkörperten Filmhelden Forrest Gump bekam Dr Pepper Cola Kultstatus. Gump ist beim Präsidenten eingeladen, trinkt 15 Flaschen der braunen Brause und kann dem amerikanischen Staatsoberhaupt nicht mehr die Hand schütteln - weil er so dringend zur Toilette muss. Quelle: ap
Platz 18 - Disney Land - 12,01 Millionen FansInsgesamt viermal weltweit gibt es die Freizeitparks des Disney-Konzerns: In Hong Kong, Tokyo, Paris und Anaheim, Kalifornien. Für eingefleischte Disney-Fans sind das Sehnsuchtsorte, hier treffen sie Mickey Mouse, Goofy und Donald Duck. Die Anziehungskraft der Facebook-Seite scheint ebenso groß zu sein. Quelle: dpa
Platz 17 - Adidas Originals - 12,57 Millionen FansDer deutsche Konzern mit den drei Streifen ist nach Nike der größte Sportartikelhersteller der Welt. Neben unzähligen Bildern der neuesten Schuhmodelle, gibt es im sozialen Netzwerk vor allem Videos und Fanfotos zu sehen. Ein Hund in Trainingsjacke wurde zum Beispiel 2442 mal geteilt. Quelle: dpa
Platz 16 - Nutella - 13,31 Millionen FansEin Glas des süßen Haselnussaufstrich mit 400 Gramm besteht gut zur Hälfte aus Zucker. Die Facebook-Fans diskutieren beispielsweise, auf welchem Brot Nutella am besten schmeckt. „Auf Brot?“, fragt einer. Reis mit Nutella - damit startet er in den Tag. Quelle: Reuters
Platz 15 - Monster Energy - 14,08 Millionen FansAnders als Konkurrent Red Bull verzichtet Monster Energy fast gänzlich auf Werbung im Fernsehen. Stattdessen werden bewusst Extremsport-Events werden vom Wachmacher-Getränk gesponsert, so wie BMX- und Monster Truck-Rennen. „Wir stecken das Geld in die Szene“, heißt es. Die Bilder der Rennen bekommen die Fans direkt auf der Facebook-Seite.
Platz 14 - Ferrero Rocher - 14,24 Millionen FansNoch ein Produkt der Marke Ferrero, für das Internetnutzer gerne ihre Zuneigung ausdrücken. Zumindest auf den Genuss von Rocher, was so viel wie Felsen bedeutet, müssen die gut 14 Millionen Anhänger zwischen April und September verzichten - die goldenen Kugeln gehen dann in die Sommerpause. Quelle: Reuters

Sage und schreibe 720 Millionen "Kontakte", sogenannte Touchpoints, mit den Fans zählt Mennerich mittlerweile pro Monat in den neuen Medienkanälen. Kontakte, die sich am Ende auch in bare Münze umsetzen lassen. 60 Prozent des Umsatzes mit Merchandisingprodukten erzielt der FC Bayern mittlerweile im Netz, konkret sind das drei Millionen Euro pro Monat.

"Uli Hoeneß sagte einmal zu mir, dass wir damit stets einen Euro mehr verdienen müssen als wir ausgeben. Das war immer der Fall", sagt Mennerich dem Handelsblatt. Heute seien die digitalen Medien ein wichtiger Faktor für die Vermarktung, besonders im Merchandising und im Sponsoring.

Welche Klubs die meisten Facebook-Fans haben

Der FC Bayern ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie Informationstechnologie nicht mehr wie früher nur Geschäftsideen in Bits und Bytes abbildet, sondern ganz neue Geschäftsideen schafft. Ein anderes Beispiel ist der Axel Springer Verlag. Der Verlag ist mittlerweile zu einem der großen Förderer von Jungunternehmen geworden. Rund 60 Firmen, in der Regel Unternehmen mit einem schon etablierten Geschäft, hat Axel Springer in den zurückliegenden fünf Jahren gekauft. Firmen wie das Preisvergleichsportal Idealo oder der Prospektdienst Kaufda gehören dazu.

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