Gigaset Münchens Antwort auf Apple

Schicke Smartphones aus Deutschland: Die ehemalige Siemens-Tochter Gigaset wildert mit eigenen Mobiltelefonen im Markt von Apple und Samsung. Unterstützung gibt's vom FC Bayern München.

Gegen diese Smartphones muss Apples Flaggschiff bestehen
iPhone 6 Quelle: Apple
Samsung Galaxy S 6 edge+ Quelle: REUTERS
Sonys Z5-SerieKeine drei Monate nachdem Sony das Xperia Z3+ in den Handel gebracht hat, zeigen die Japaner auf der diesjährigen IFA in Berlin ihr neuestes Android-Flaggschiff. Mit einem 5,2-Zoll-Display in Full-HD-Auflösung, einer 23-Megapixel-Kamera, Android 5.1., Snapdragon 810 und 3 GB RAM macht das Xperia Z5 da weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat: High-End-Technik in einem kantigen, wasser- und staubgeschützen Metallgehäuse. Bereits seit ein paar Jahren wird Sonys Z-Reihe durch eine kleinere, preiswerte Variante der Flaggschiff-Modelle ergänzt. Im Gegensatz zu Samsung, HTC und anderen Herstellern sind diese "Compact"-Varianten technisch fast so gut ausgestattet wie die großen. Neben einem kleineren, etwas niedriger auflösenden 4,6-Zoll-HD-Display und 2 GB RAM bietet das "Z5c" identische Spezifikationen. Seit diesem Jahr wird das Duo durch eine Premium-Variante erweitert, welches Inhalte in Ultra-HD-Auflösung anzeigt. Das weltweit erste Smartphone mit 4k-Auflösung soll im November für stolze 800 Euro in den Handel kommen, während das Z5 mit 699 Euro und die Compact-Variante mit 549 Euro zu Buche schlägt. Quelle: Presse
Huawei Mate SMit dem Mate S hat Huawei auf der IFA in Berlin ein Luxus-Phablet vorgelegt, das mit seinem schlanken Metallgehäuse, geschwungener Rückseite, einem brillantem Display in Full-HD-Auflösung und Fingerabdruckscanner als Kampfansage in Richtung Apple verstanden werden kann: Das Flaggschiff wird nämlich erstmals mit einem druckempfindlichen Display ausgestattet, das unter anderem auch in Apples neuem Smartphone zum Einsatz kommen soll. So reagiert das 5,5-Zoll-Display unterschiedlich auf leichte oder feste Berührungen. Mit dem "Force Touch" genannten Display hat der chinesische Hersteller bereits eine wichtige Technologie des kommenden iPhone 6s vorweg genommen. Huaweis Android-Gerät soll in der günstigeren 32-Gigabyte-Fassung 649 Euro kosten und ab September vorstellbar sein. Der Verkauf startet pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Quelle: dpa
Samsung Galaxy Note 5 Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy S 6 edge Quelle: Samsung
Motorola Moto X Style Quelle: Motorola

Es gab eine Zeit, da galten deutsche Handys aus dem Hause Siemens als Alternative zu Nokia. Sie ist längst vorbei. Die Mobilfunksparte des finnischen Konzerns ist an Microsoft gefallen. Und Siemens gab den Handybau 2004 auf, als das Geschäft einbrach und neue Konkurrenten die Bühne betraten. Zwischen den Smartphone-Giganten, so schien es, bleibt kein Platz für deutsche Unternehmen.

Jetzt tritt ausgerechnet die ehemalige Siemens-Tochter Gigaset an, das Gegenteil zu beweisen. Pünktlich zur IFA hat das Unternehmen drei Android-Smartphones vorgestellt, die der Konkurrenz aus Übersee die Kunden streitig machen sollen.

Mit der Me-Serie betritt die ehemalige Siemens-Tochter Gigaset den Smartphone-Markt. Quelle: AP

Der Schritt überrascht nur auf den ersten Blick. Bislang war das Unternehmen vor allem für schnurlose Telefone bekannt, ein Produkt, das weder hip noch bei jungen Menschen besonders gefragt ist. Will Gigaset nicht einen langsamen Tod sterben, muss es sein Angebot verjüngen.

Zumindest auf den ersten Blick scheint der Generationensprung im Portfolio gelungen: die Gigaset Smartphones ME Pure (Einsteigermodel, 349 Euro), ME (Standardmodell, 469 Euro) und ME Pro (549 Euro) spielen nicht nur preislich in einer Liga mit den Konkurrenzprodukten von Samsung oder HTC – sie locken auch mit ähnlichen Spezifikationen

ME und ME Pure setzen auf 5-Zoll-Display, die Pro-Variante ist sogar 0,5 Zoll größer. Für Leistungen sorgen ein Achtkern-Prozessoren  und drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Mit 16 beziehungsweise 20 Megapixeln, spielen auch die Kameras in der oberen Geräteklasse mit. Ein von Gigaset selbst entwickelter Sound-Chipsatz soll für besonders guten Klang sorgen.

Wer im zweiten Quartal 2015 die meisten Smartphones verkaufte

Ein Gimmick anderer Oberklasse-Smartphones ist ebenfalls an Bord: Ein Fingerabdruckscanner auf der Rückseite entsperrt das Geräte und startet auf Wunsch auch ausgewählte Apps.

Branchenmedien kritisieren nach ersten Kurztests zwar unter anderem die Auswahl des Prozessors Snapdragon 810, der schon bei anderen Smartphones für Überhitzungsprobleme sorgte, loben die Erstlingswerke aus München aber durchaus. Sie seien optisch ansprechend, fühlten sich gut an und müssten auch den internationalen Vergleich nicht scheuen.

„Mit der Me-Serie zeigt Gigaset solide Geräte mit einer angemessenen Ausstattung“, urteilt Golem.de. „Ein starkes Debüt“, schreibt Netzwelt.de.

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Wissend, dass Geräte auf Branchenstandard kaum reichen werden, um Apple, Samsung oder HTC in erheblichem Maße Kunden abzujagen, befeuert Gigaset den Start seiner Smartphones gleich noch mit einer cleveren Kooperation. Vor wenigen Wochen schloss das Unternehmen einen Sponsorenvertrag mit den Fußballern von Bayern München. Kicker wie Mario Götze sollen Künftig mit den Geräten telefonieren. Botschaft: Deutschland kann es auch bei Smartphones mit den Weltmeistern aufnehmen.

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