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GoButler erhält Finanzspritze Ashton Kutcher investiert in Berlin

Hollywood-Star Ashton Kutcher investiert in GoButler. Insgesamt erhält das Berliner Start-up, das Concierge-Dienste per SMS anbietet, acht Millionen Dollar. Was die neue Zentrale in New York für Berlin bedeutet.

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Die GoButler-Gründer mit ihrem Investor Joko Winterscheidt (2. von rechts). Mit Ashton Kutcher kommt eine prominente Größe ins Unternehmen. Quelle: GoButler

Frankfurt Eine SMS, und der Flug ist gebucht. Für GoButler geht der Flieger jetzt wohl regelmäßiger nach New York. Nicht nur, weil der Concierge-Dienst dort sein neues Hauptquartier hat: US-Film- und Serienstar Ashton Kutcher, bekannt aus „Two and a Half Men“, ist als Investor bei GoButler eingestiegen. Kutcher kennt sich aus auf dem IT-Markt, er hält bereits Anteile an GoButlers amerikanischem Vorbild Magic, ebenfalls Concierge-Dienstleister.

Zugegeben, eine SMS zu schreiben, reicht meist nicht, um dem Butler dahinter sein Anliegen zu vermitteln. In der Regel sind es zwei, drei Nachrichten, die ausgetauscht werden müssen: „Buchen Sie mir einen Flug von Berlin nach München, am Montagmorgen, der Preis ist egal.“ – „Es gibt einen Flug um 7.55 Uhr für 80 Euro. Ok?“ - „Ja/Nein/Ich weiß nicht.“ Nur ein Beispiel, wie ein Gespräch mit GoButler oder Konkurrenten wie SixtyoneMinutes aussehen kann. Die Branche der App- und SMS-Butler entwickelt sich derzeit rasant.

Nachdem Navid Hadzaad, Gründer und Geschäftsführer von GoButler, seit zwei Monaten den Sitz in Berlin um einen weiteren in New York erweitert hatte, suchte er in einer ersten Finanzierungsrunde Unterstützung aus den USA. Und erhielt prompt acht Millionen US-Dollar. Nicht nur Kutcher mit seiner Risikokapitalfirma Sound Ventures hat investiert: Unter den zukünftigen Teilhabern sind unter anderem auch Lakestar, Rocket Internets Global Founders Capital und Cherry Ventures.

Mit dem Kapital beenden Hadzaad und sein Team die bisherige Beta-Phase, in der sie ihre Idee in 13 Ländern zu etablieren versuchten. Aktuell konzentriert sich das Start-up mit 100.000 aktiven Nutzern nur noch auf sechs Märkte. Neben Deutschland und den USA sind das unter anderem Kanada und Großbritannien.

Besonders in Nordamerika dürfte die Beteiligung von Ashton Kutcher für Aufsehen sorgen. Felix Thönnessen, Unternehmensberater, hält das für einen klugen Zug: „Ein Investor bringt für gewöhnlich mehr mit als nur das Kapital: Wissen, Erfahrung, Netzwerke. Im Fall eines Promi-Investors ist es vor allem die eigene Marke. So entsteht eine Art Co-Branding, das dem Start-up den entsprechenden Kick geben kann.“ Bei Kutcher komme es jetzt darauf an, ob er wirklich seine Marke zu Verfügung stellen oder nur stiller Teilhaber bleiben wolle.

Zum Kennenlernen mit dem Hollywood-Schauspieler meint Hadzaad: „Ashton Kutcher ist ein intelligenter Investor.“ Er sei immer interessiert an neuen Ideen. Details, ob eine Präsentation abgefertigt wurde oder Hadzaad und Kutcher sich erstmal in einem Hipster-Café in amerikanischem Stil getroffen haben, wollte er nicht sagen.


Warum Kutcher in Berlin schon floppte

Doch Ashton Kutcher, der auch durch seine Ehe zu der 15 Jahre älteren Demi Moore bekannt wurde, ist nicht der einzige Star-Investor von GoButler. Von Beginn an ist Pro-Sieben-Sternchen Joko Winterscheidt bei dem Berliner Unternehmen dabei. Allein ein Tweet Winterscheidts hatte laut Thönnessen für einige hundert Kunden gesorgt.

Unternehmensberater Thönnessen coacht unter anderem die Start-ups, die bei der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ mitmachen. Dort bewerben sich junge Gründer, um der Jury Anteile zu verkaufen (und vermutlich, um durch die Fernsehausstrahlung einen größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen).

Felix Thönnessen wirft bezüglich Kutcher ein: „Bei allem Promi-Bonus müssen am Ende zwangsläufig auch das Wertangebot und das Geschäftsmodell stimmen. Was bringt ein Winterscheidt oder Kutcher, wenn die Kunden nicht zufrieden sind oder wenn unklar ist, wie überhaupt Geld verdient werden soll?“ Hier spielt er auf Kutchers gescheitertes Investment in Amen an.

Amen wurde 2012 ebenfalls in Berlin gegründet und funktionierte als eine Art Meinungsplattform, auf der man seine Einschätzung zu alles möglichem äußern könnte: Musiker, Cafés, Promis. Das Portal floppte. Die „Berliner Morgenpost“ schrieb damals dazu: „Anscheinend verloren die Nutzer die Lust an den stereotypen Meinungsäußerungen“ sowie dass diese „einzig dazu dienten, die Datenbank des Unternehmen mit nutzergenerierten sozialen Inhalten zu füllen.“

Während Ashton Kutcher in Berlin bisher also wenig Start-up-Glück hatte, rieseln in den USA die Millionen (mindestens). Neben AirBnB und Spotify gehören auch Uber und Soundcloud zu Kutchers Investitionen.

Mit den neuen Räumen in New York mischt nun auch GoButler unter den US-Start-ups mit. 60 Menschen arbeiten bereits dort. Man könnte davon ausgehen, das Team fokussiere sich jetzt nur noch auf das Übersee-Geschäft. Gründer Navid Hadzaad verneint das im Gespräch mit dem Handelsblatt. Auch Berlin würde weiterhin wachsen. Der Service soll ausgebaut werden, dafür seien vor allem die Entwickler in New York wichtig.

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