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Google-Tochter Wie Youtube Music Spotify und Apple Konkurrenz machen will

Braucht die Musikwelt einen weiteren Streamingdienst? YouTube Music geht am Dienstag in den USA an den Start und bietet Zugang zu Songs und Musikvideos.

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Toronto Musik ist groß auf YouTube: Über 1 Milliarde Menschen besuchen die Onlineplattform jeden Monat für Musik. Nun will die Google-Tochter einen Schritt weiter gehen und auch im Musikstreaming-Markt durchstarten - wo sich bereites andere Unternehmen tummeln. Anfang April war der weltgrößte Anbieter Spotify aus Schweden an die New Yorker Börse gegangen. Auch Technologieriesen wie Amazon und Apple mischen im Geschäft mit.

Ab Dienstag soll das Streaming-Angebot YouTube Music nun in den USA, Australien, Neuseeland, Mexiko und Südkorea an den Start gehen, teilte die Google-Tochter mit. Was setzt den neuen Musik-Dienst von der Konkurrenz ab? Die wichtigsten Punkte zu YouTube Music im Überblick:

Was ist YouTube Music?

Ein neuer Musikstreaming-Service von Google, der Zugang zu Songs und Musikvideos bieten wird.

Hat Google nicht bereits einen Musik-Streaming-Dienst?

Doch: Google Play Music. Den bisherigen Streaming-Dienst Google Play Music gibt es weiter, seine Abo-Kunden bekommen auch automatisch die Premium-Version von YouTube Music.

Was ist der Unterschied zwischen YouTube Music und Google Play Music?

YouTube Music soll verschiedene Musik-Bibliotheken bieten. Der Abonnent bekommt nicht nur offizielle Songs, sondern auch Remixe, Cover-Versionen, Live-Versionen und Parodien von YouTube-Hosts sowie Werke von Nachwuchsmusikern, die keine Plattenverträge haben - und natürlich Videos. Neben einer werbefinanzierten Gratis-Variante gibt es ein Abo-Modell ohne Anzeigen, das auch Downloads erlaubt.

Welche speziellen Funktionen hat YouTube Music?

Abgesehen von den oben genannten Features soll es möglich sein, bei YouTube Music nach bestimmten Liedtexten zu suchen, selbst wenn man nur kryptische Angaben macht wie: „dieses Hipster-Lied, bei dem gepfeift wird“. Die App soll auch Empfehlungen machen wie Tracks fürs Fitnessstudio oder entspannende Musik für romantische Abende. Es soll Tausende von Themen-Playlists für bestimmte Genres von Musik oder Stimmungen anbieten. Der Video-Sharing-Dienst wird zudem offizielle Musikvideos wie auch von Fans hochgeladene Inhalte mit Credit IDs und Musik-Discovery-Informationen versehen. Content ID ermöglicht es Urheberrechtsinhabern, ihre Inhalte auf YouTube zu identifizieren und zu verwalten.

Was kostet YouTube Music?

Die Version des Streamingdienstes mit Werbung soll kostenlos sein, die werbefreie Variante im Abonnement soll laut YouTube in den USA pro Monat 9,99 Dollar kosten. Andere Länderpreise müssen bestätigt werden. Ab kommendem Dienstag soll das Streaming-Angebot YouTube Music in den USA, Australien, Neuseeland, Mexiko und Südkorea an den Start gehen, teilte die Google-Tochter mit. Nach und nach sollen andere Länder wie etwa Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Österreich und die Schweiz dazukommen - ein genaues Datum gibt es für Deutschland aber noch nicht.

Wird YouTube Diensten wie Spotify oder Apple Music Konkurrenz machen?

Das bleibt abzuwarten. Der Erfolg hängt davon ab, ob YouTube Music seine bezahlende Nutzeranzahl schnell in die Höhe treiben kann. Spotify hatte im Januar 2018 über 70 Millionen zahlende Abonnenten. Apple Music wird den Konkurrenten diesen Sommer in den USA voraussichtlich überholen. Es könnte aber schwierig werden, Nutzer davon zu überzeugen, für einen YouTube-Dienst zu bezahlen, wenn der Erfolg der Plattform bisher gerade eben auf dem Faktor beruht hat, dass es kostenlos ist. US-Medien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Großteil der YouTube-Music-Nutzer die werbefinanzierte Version beibehalten wird.

Was sagen Analysten, Kritiker und Musiker?

Branchenanalyst Mark Mulligan sagte demThe Guardian“: „YouTube macht den Schritt, um die Musiklabels zu beruhigen, die Abo-Modelle mögen. Aber es wird kein Spotify-Killer werden. Bei YouTube dreht sich alles um Werbung. Und weil es ein werbefinanziertes Unternehmen ist, hat es eine strategische Hemmschwelle als Musikabonnementdienst zu funktionieren. Ich bezweifle, dass wir hier einen führenden Musikabo-Service vor uns haben.“

Elias Roman, Produktmanager für YouTube Music, wiederum betonte YouTubes „großartigen Katalog an Remixen, Live-Auftritten, Covern und Musikvideos, die man sonst nirgends finden kann - alles einfach organisiert und personalisiert“.

Elton John war einer der ersten Musiker, der die neuen Credit IDs lobte: „Songwriter sind das Herz und die Seele von Songs, also ist es wunderbar, wenn sie die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Es gibt so viel mehr, was wir tun können, um Musikschaffenden eine bessere Situation zu bieten, und das ist ein großer Schritt nach vorne.“

Martin Bandier, Chairman und CEO von Sony/ATV Music Publishing sagte laut der Website Musicweek ebenfalls: „Songwriter sind entscheidend für den Erfolg der Musikindustrie, aber zu oft wird ihre wichtige Rolle überschaut. Ich habe deshalb schon lange gefordert, dass alle Online-Musikdienste ihren Beitrag korrekt anerkennen, indem sie Autoren-Credits anzeigen. YouTube Music ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um dieses Ziel zu erreichen.“

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