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Groupon & Co. Das Ende der Online-Rabattmarke

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Ein Beispiel: In den USA war ein Gutschein für 25 Dollar, der dem Kunden einen Einkauf für 50 Dollar bescherte, ein Riesen-Verkaufsschlager. Das Geschäft erteilt also 50 Prozent Rabatt und macht pro Gutschein 25 Dollar Verlust. Von den eingenommenen 25 Dollar bekommt Groupon noch mal 12,50 Dollar. Also setzt das Unternehmen mit einem 50 Dollar-Verkauf nur noch 12,50 Dollar um - der tatsächliche Rabatt beträgt also nicht 50, sondern 75 Prozent. Der Gewinn dürfte sehr gering ausgefallen sein.

Groupon wirbt damit, dass die Gutscheine Werbung sparen und die Kunden das Produkt nicht nur theoretisch, sondern ganz direkt kennen lernen, beispielsweise in dem sie ein Restaurant besuchen, in das sie sonst nicht gehen. Damit es sich für das Restaurant lohnt, müssen die Gäste wiederkommen und durch Begleiter oder Getränke zusätzlichen Umsatz erzeugen. Nur leider tun sie das nicht. Eine Studie aus den USA belegt, dass sich solcherlei Rabattaktionen für rund ein Drittel der Unternehmen nicht lohnen, für 40 Prozent der Umfrageteilnehmer war die Teilnahme eine einmalige Aktion. Das verprellte Unternehmen muss Groupon dann schnellstmöglich ersetzen, um die Nachfrage der Kunden zu befriedigen. Das erklärt die Expansionsbestrebungen des Rabatt-Marktführers. Groupon wächst nach Nutzerzahlen, die Einnahmen reichen allerdings schon seit zwei Jahren nicht mehr, um die Kosten zu decken. Je höher die Umsätze, desto größer die Verluste.

Zwar wollen viele sparen, aber immer weniger wollen - verständlicherweise – Rabattaktionen anbieten. Neben dem direkten monetären Verlust kann nämlich auch das Image der Groupon-Partner leiden.
Nochmal das Beispiel Restaurant: Wenn das Menü für 60 Euro auf einmal 30 Euro kostet, wird der Stammgast sich ärgern, der neue Gast muss sich fragen, ob bei seinem Gericht vielleicht an der Qualität gespart wurde. Wer monatelang auf einen freien Tisch warten muss, weil die Gutscheinbesitzer das Restaurant überrennen, wird ebenfalls bedient sein. Leidet die Qualität dann tatsächlich, bleiben sowohl der Neu- als auch der Stammkunde weg.

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