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Gute Aussichten für Apple-Aktionäre "Wir sind nicht knauserig"

Nach der Klage eines Hedgefonds-Managers denkt Apple-Chef Tim Cook über eine stärkere Beteiligung der Aktionäre an den milliardenschweren Bargeld- und Wertpapierbeständen des iPhone-Herstellers nach. In der Apple-Schatzkiste lagen zuletzt rund 137 Milliarden Dollar.

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Es gebe nur eine Sache, die Apple nie tun würde, sagt Konzernchef Tim Cook: „Ein lausiges Produkt herstellen. Das ist die einzige Religion, die wir haben.“ Apple zeigte sich außerdem bereit, seinen Aktionären etwas mehr von seinem Milliardenberg abzugeben. Das Direktorium führe derzeit "aktive Diskussionen" über die Verwendung der Reserven und marktfähiger Wertpapiere. , sagte Cook am Dienstag auf der jährlichen Technologiekonferenz von Goldman Sachs in San Francisco. In der Apple-Schatzkiste lagen zuletzt rund 137 Milliarden Dollar - das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Marokko oder der Slowakei. Man sehe sich den Vorschlag des US-Hedgefonds-Mangers David Einhorns, "unbefristete Vorzugsaktien" auszugeben, sorgfältig an, sagte Cook. Die Idee sei durchaus "kreativ". Die Klage nannte er einen " dümmlichen Nebenkriegsschauplatz". Cook setzte im vergangenen Jahr bereits einen Aktienrückkauf und Dividendenzahlungen im Gesamtvolumen von 45 Milliarden Dollar in Gang.

Wer keine Dividende zahlt
Tim Cook und Steve Jobs Quelle: dpa
Warren Buffett Quelle: dapd
Google-Schriftzug Quelle: dapd
Eine Yahoo-Neonreklame Quelle: dpa
Der Ebay-Schriftzug vor der Deutschlandzentrale des Internet-Auktionshauses Quelle: dapd
Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG, Martin Blessing Quelle: dpa
Eine Person hält vor einer Filiale der Deutschen Bank AG eine Postbank EC-Karte Quelle: dapd

Vor Gericht will der Hedgefonds-Manager Einhorn Apple dazu zwingen, die Aktionäre stärker an den immensen Geldreserven teilhaben zu lassen. Einhorns acht Milliarden Dollar schwerer Hedgefonds Greenlight Capital reichte dazu am vergangenen Donnerstag eine Klage gegen den Technologieriesen ein. Er monierte, Apple habe ein "Bargeld-Problem", das durch die Ausgabe von Wertpapieren gelöst werden müsse. Einhorn spekuliert mit seinem Fonds auf einen steigenden Apple-Kurs. Im vorigen März hatte Apple angekündigt, erstmals seit 17 Jahren seine Aktionäre wieder über eine Dividende am Gewinn zu beteiligen. Das Unternehmen erklärte damals, regelmäßig eine Quartalsausschüttung von 2,65 Dollar je Papier zu zahlen. Zugleich will es in den kommenden drei Jahren Aktien im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar zurückkaufen.
Apple plane langfristig, betonte Cook auf der Investorenkonferenz in San Francisco mit Blick auf den Einbruch der Apple-Aktie nach Vorlage jüngster Geschäftsergebnisse. „Die Quartalszahlen sind wichtig für uns, aber die tiefgreifenden Entscheidungen werden auf lange Sicht getroffen.“ Er sei nie zuversichtlicher für die Zukunft von Apple gewesen. Die Anleger waren nicht überzeugt: Die Aktie stand nach Cooks Auftritt um über zwei Prozent im Minus. Sie fiel vom Höchststand bei 700 Dollar im September auf zuletzt rund 470 Dollar.

Cook wies den Vorwurf eines Großaktionärs zurück, das Unternehmen horte wegen früherer Krisenerfahrungen zu viel Geld: „Apple besitzt keine Mentalität wie in der Großen Depression“, sagte er in San Francisco. Apple investiere kräftig: in Läden, in Innovationen, in neue Produkte und in die Lieferkette. „Wir kaufen ausgesuchte Unternehmen.“

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Der Konzern habe sich zwar auch größere Firmen als mögliche Übernahmeziele angesehen, aber die Pläne stets verworfen. „Wir verspüren keinen Druck, Umsätze dazuzukaufen. Wenn ein großes Unternehmen uns helfen kann, großartige Produkte zu bauen, werden wir zuschlagen. Aber das Geld brennt uns kein Loch in die Tasche.“

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