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Hannover Messe Im Zeichen des Löwen

Mit einem Festakt am Sonntagabend hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die diesjährige Hannover Messe eröffnet. Im Mittelpunkt stand allerdings ihr Gast, Indiens Premier Narendra Modi – und ein virtueller Löwe.

Die 30 Besten des deutschen Mittelstands
Produktion bei Ensinger Quelle: Presse
Sennheiser Produktion Quelle: Presse
Screenshot der Adva-Internetseite Quelle: Screenshot
Schiffsschraube Quelle: PR
Das Pfeiffer Vacuum Firmengebäude Quelle: Pfeiffer Vacuum Pressebild
Frank Blase, der Geschäftsführer von igus. Quelle: Presse
Armaturen in der Fertigung von Hansgrohe Quelle: REUTERS

Selbstbewusst ist er, der Löwe Indiens. Macht und Mut, Stolz und Vertrauen soll der König der Tiere vermitteln. Mit diesen Werten steht das fast schon vergessene Wappentier auch für einen Subkontinent im Aufbruch. So sieht es zumindest Narendra Modi, Premierminister des Partnerlandes der diesjährigen Hannover Messe. „Wir durften unsere Löwen in der Stadt loslassen“, sagte Modi in seiner Rede bei der Eröffnungszeremonie. „Der Löwe ist ein Symbol für das neue Indien.“

 

In der Tat kann sich kaum einer der riesigen Löwen entziehen, wer dieser Tage durch Hannover fährt. Ob auf nicht zu übersehenden Plakaten oder mit einer Statue mitten auf dem Messegelände: Indiens Löwen sind nicht zu übersehen. Meist versehen mit dem Slogan „Make in India“, der großen Industrie-Kampagne Modis, für die er auch auf der Hannover Messe werben will. Mit einem Löwen hatten bei der Eröffnungsfeier allerdings die wenigsten gerechnet: In bester Hollywood-Manier spazierte zum Ende der Rede Modis ein lebensgroßer Löwe über das Parkett, direkt an Kanzlerin Merkel und Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil vorbei. Allerdings nur auf dem Kamerabild, reinretuschiert für das Publikum – bei dem er auch seine Wirkung nicht verfehlte.

 

Indien in Zahlen

Als Merkel, vom virtuellen Löwen vollkommen unbeeindruckt, das Wort ergriff, verwies sie mit einem Schmunzeln auf die „deutsche Flexibilität“, die diesen Auftritt möglich gemacht habe. Gegen welche Gesetze und Verordnungen ein Tier aus Fleisch und Blut inmitten der versammelten Eliten aus Wirtschaft und Politik verstoßen hätte, zählte die Kanzlerin aber erst gar nicht auf.

Umgehend kam Merkel aber vom Löwen auf die ernsten Themen der Hannover Messe zu sprechen: die vernetzte integrierte Industrie. Was für viele nach Zukunftsmusik klingt, hat das Potenzial unser Verständnis von Industrie – und dem Arbeitsmarkt – grundlegend zu verändern.

 

„Bereits in den Vorjahren fand der Trend zur Vernetzung ganzer Wertschöpfungsketten auf der Hannover Messe großen Anklang“, sagte Merkel. „Wir müssen möglichst schnell auf europäischen Ebene die Standards für diese Vernetzung klären. Dazu müssen wir in Europa einen Zahn zulegen. Denn die Welt wartet nicht auf uns, wir müssen aber vorne mit dabei sein.“

 

Fakten und Hintergründe zu Indien

Beispiele dafür können die Messebesucher ab sofort bis zum 17. April in den Hallen in Hannover-Laatzen besichtigen: Roboter, die ohne Schutzkäfig direkt mit dem Menschen zusammenarbeiten – und so intelligent nach Bedarf eingesetzt werden können, anstatt 1.000 Mal die immer gleiche Bewegung durchzuführen. Produktionsstraßen, die in der Massenproduktion auch individualisierbare Produkte herstellen können, weil sie jederzeit wissen, wo sich welches Produkt gerade befindet. Oder vernetze Maschinen, die vom anderen Ende der Welt überwacht, gewartet und gesteuert werden können.

 

Dieses Wissen tragen aber nicht nur deutsche Firmen zur Schau. Das Messegelände ist ausverkauft, 6.500 Aussteller präsentieren ihre Entwicklungen. Und zum ersten Mal ist die Mehrheit der Aussteller international, wie Ministerpräsident Weil berichtet. Von diesem Wissen will auch Indien künftig stärker profitieren, um die eigene Industrie auf Vordermann zu bringen. Das ist zumindest der ambitionierte Plan von Premier Modi. Er will sein Land stärker für Direktinvestitionen öffnen, wie es etwa schon in der Versicherungs-, Bau- oder Bahnbranche geschehen ist.

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