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Hewlett Packard Fehlkauf beschert HP Milliardenverlust

Das Softwareunternehmen Autonomy hat offenbar seine Bilanzen geschönt. Hewlett Packard, die die Firma erst im Oktober 2011 übernommen hatte, muss deshalb 8,8 Milliarden Dollar abschreiben.

Welcher IT-Gigant am ehesten von HP profitieren würde
HPUmsatz (in Milliarden Dollar): 127,2 Gewinn (in Milliarden Dollar): 7,1 Mitarbeiter: 349.600 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 33,5 Geschäftsfelder: Die Hälfte des Umsatzes entfällt auf das Hardware-Geschäft, stark ist HP auch bei IT-Dienstleistungen (28 %), Unternehmens-IT ist die drittstärkste Sparte (17%), Software spielt mit 2% nahezu keine Rolle. Welcher Konkurrent am meisten von einer Übernahme profitieren würde, zeigt die folgende Auswertung.... Quelle: AP
MicrosoftUmsatz (in Milliarden Dollar): 69,9 Gewinn (in Milliarden Dollar): 23,2 Mitarbeiter: 90.000 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 254,7 Geschäftsfelder: Der Großteil des Umsatzes speist sich aus der Entwicklung und dem Verkauf von Software (87 Prozent) Was für den Kauf von HP spricht: Gute Ergänzung bei PCs und Unternehmens-IT Was gegen den Kauf von HP spricht: Aufgabe der Neutralität bei der PC-Hardware Fazit: Es spricht eben soviel für wie gegen eine Übernahme von HP. Zahlen stammen jeweils aus dem Geschäftsjahr 2011 Quelle: dpa
OracleUmsatz (in Milliarden Dollar): 35,6 Gewinn (in Milliarden Dollar): 8,5 Mitarbeiter: 108.000 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 154,1 Geschäftsfelder: Den Großteil des Geschäfts macht Oracle mit Software (71%), zweitgrößte Sparte ist die Unternehmens-IT mit (17%), der geringste Anteil enfällt auf IT-Dienstleistungen (12%) Was für den Kauf von HP spricht: Stärkung der Hardware-Sparte (Sun Microsystems) Was gegen den Kauf von HP spricht: PC- und Druckergeschäft überflüssig Fazit: Es spricht mehr für als gegen eine Übernahme von HP Quelle: dpa
SAPUmsatz (in Milliarden Dollar): 17,9 Gewinn (in Milliarden Dollar): 4,3 Mitarbeiter: 55.765 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 82,5 Geschäftsfelder: Das Gros des Umsatzes macht SAP mit Software (80%), den Rest mit IT-Dienstleistungen (20%) Was für den Kauf von HP spricht: Gute Ergänzung bei Unternehmens-IT Was gegen den Kauf von HP spricht: PC- und Druckergeschäft überflüssig Fazit: Es spricht mehr gegen als für eine Übernahme von HP. Quelle: dpa
DellUmsatz (in Milliarden Dollar): 61,5 Gewinn (in Milliarden Dollar): 2,6 Mitarbeiter: 103.300 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 18,3 Geschäftsfelder: Gut die Hälfte des Umsatzes macht Dell mit Hardware (55%), weitere Sparten sind Unternehmens-IT (16%) und Software (17%), sowie IT-Dienstleistungen (12%) Was für den Kauf von HP spricht: Stärkung des PC- und Service-Geschäfts Was gegen den Kauf von HP spricht: Defizite bei Software, fehlende Kapitalkraft Fazit: Es spricht sehr viel mehr für als gegen eine Übernahme von HP. Quelle: REUTERS

Der angeschlagene US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) schreibt wegen der Übernahme der Software-Firma Autonomy überraschend 8,8 Milliarden Dollar ab. HP begründete den Schritt am Dienstag mit "schweren Bilanz-Unregelmäßigkeiten" bei dem im vergangenen Jahr übernommenen Unternehmen. Das HP-Management kündigte an, gegen die frühere Unternehmensspitze von Autonomy Schadenersatzforderungen zu prüfen. Man sei offenbar bewusst hinters Licht geführt worden. HP hatte Autonomy 2011 für 11,5 Milliarden Dollar übernommen.

Negative Reaktionen an der Börse

Wegen der Abschreibung wies Hewlett Packard für das abgelaufene Geschäftsquartal einen Verlust von 3,49 Dollar je Aktie aus. Wegen eines sinkenden Marktanteils bei Computern und einer geringere Nachfrage nach HP-Druckern ging auch der Umsatz zurück und zwar um 6,7 Prozent auf 29,96 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 30,43 Milliarden Dollar erwartet.

HP vermied in einer Erklärung den Vorwurf des Betrugs, sprach aber von "ernsten buchhalterischen Ungehörigkeiten, versäumten Offenlegungen und gänzlich falschen Darstellungen bei Autonomy Corporation". An der Wall Street kam die Nachricht schlecht an: Der Aktienkurs von Hewlett Packard stürzte zu Handelsbeginn um 14 Prozent oder 1,87 Dollar ab. Die HP-Aktie notierte zunächst bei 11,43 Dollar.

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HP hatte das Unternehmen im Oktober 2011 noch unter Chef Léo Apotheker für zehn Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) übernommen. Für das zum 31. Oktober beendete vierte Quartal des Geschäftsjahres gab HP einen Verlust von 6,85 Milliarden Dollar (5,35 Milliarden Euro) bei einem Umsatz von 30 Milliarden Dollar (23,4 Milliarden Euro) bekannt. Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch einen Gewinn von 239 Millionen Dollar (186,7 Milliarden Euro) verbucht. Der auch als PC-Hersteller tätige Konzern tut sich schwer damit, angesichts des schrumpfenden PC-Markts neue Geschäftsfelder zu erschließen.

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