Hewlett Packard HP erhöht Prognose trotz Gewinneinbruch

Die Beliebtheit von Smartphones und Tablet-Computern macht den Herstellern klassischer PC weiterhin schwer zu schaffen. Besonders heftig trifft es Marktführer Hewlett-Packard. Der Gewinn des Unternehmens brach um 32 Prozent ein. Trotzdem bleibt HP optimistisch.

Die Geschichte von Hewlett-Packard
Erfolg aus der Garage Quelle: HP
Teamarbeit Quelle: HP
Der HP 9100 A Quelle: HP
Der handliche Taschenrechner Quelle: HP
Der Tintenstrahldrucker
Der Computer für die Tasche
Der Memristor

Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) macht bei der Sanierung weitere Fortschritte. Zwar brach der Gewinn im zweiten Quartal wegen der Flaute im Geschäft mit klassischen Computern erneut ein. Wegen des von HP-Chef Meg Whitman verpassten Sparkurses stiegen jedoch die Gewinnmargen. Hewlett-Packard ist für das Gesamtjahr nun zuversichtlicher und hob die Gewinnprognose an. Die Zahlen seien weitere gute Eckpunkte auf dem Weg zur Trendwende, sagte Finanzchefin Cathie Lesjak in einem Interview. "Wir sind ungefähr da, wo wir sein wollen." Investoren reagierten erfreut - sie hatten schlimmeres befürchtet. Die HP-Aktie legte im nachbörslichen Handel 14 Prozent zu.

Der Weltmarktführer erwartet den Angaben zufolge 2013 nun ein Ergebnis von 3,50 bis 3,60 Dollar. Damit erhöhte der Dell-Konkurrent den unteren Erwartungswert um zehn Cent. Im zweiten Quartal brach der Gewinn um 32 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz belief sich auf 27,6 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit klassischen PCs verzeichnete den stärksten Einbruch. Hier gingen die Erlöse um 20 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zurück. Gleichzeitig stieg die operative Gewinnmarge jedoch auf 3,2 Prozent von 2,7 Prozent im ersten Quartal. Die Geschäfte mit Druckern und Dienstleistungen lägen etwas über Plan, sagte Lesjak. Vor allem diese beiden Sparten hätten zur Verbesserung der Margen beigetragen.

Welcher IT-Gigant am ehesten von HP profitieren würde
HPUmsatz (in Milliarden Dollar): 127,2 Gewinn (in Milliarden Dollar): 7,1 Mitarbeiter: 349.600 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 33,5 Geschäftsfelder: Die Hälfte des Umsatzes entfällt auf das Hardware-Geschäft, stark ist HP auch bei IT-Dienstleistungen (28 %), Unternehmens-IT ist die drittstärkste Sparte (17%), Software spielt mit 2% nahezu keine Rolle. Welcher Konkurrent am meisten von einer Übernahme profitieren würde, zeigt die folgende Auswertung.... Quelle: AP
MicrosoftUmsatz (in Milliarden Dollar): 69,9 Gewinn (in Milliarden Dollar): 23,2 Mitarbeiter: 90.000 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 254,7 Geschäftsfelder: Der Großteil des Umsatzes speist sich aus der Entwicklung und dem Verkauf von Software (87 Prozent) Was für den Kauf von HP spricht: Gute Ergänzung bei PCs und Unternehmens-IT Was gegen den Kauf von HP spricht: Aufgabe der Neutralität bei der PC-Hardware Fazit: Es spricht eben soviel für wie gegen eine Übernahme von HP. Zahlen stammen jeweils aus dem Geschäftsjahr 2011 Quelle: dpa
OracleUmsatz (in Milliarden Dollar): 35,6 Gewinn (in Milliarden Dollar): 8,5 Mitarbeiter: 108.000 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 154,1 Geschäftsfelder: Den Großteil des Geschäfts macht Oracle mit Software (71%), zweitgrößte Sparte ist die Unternehmens-IT mit (17%), der geringste Anteil enfällt auf IT-Dienstleistungen (12%) Was für den Kauf von HP spricht: Stärkung der Hardware-Sparte (Sun Microsystems) Was gegen den Kauf von HP spricht: PC- und Druckergeschäft überflüssig Fazit: Es spricht mehr für als gegen eine Übernahme von HP Quelle: dpa
SAPUmsatz (in Milliarden Dollar): 17,9 Gewinn (in Milliarden Dollar): 4,3 Mitarbeiter: 55.765 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 82,5 Geschäftsfelder: Das Gros des Umsatzes macht SAP mit Software (80%), den Rest mit IT-Dienstleistungen (20%) Was für den Kauf von HP spricht: Gute Ergänzung bei Unternehmens-IT Was gegen den Kauf von HP spricht: PC- und Druckergeschäft überflüssig Fazit: Es spricht mehr gegen als für eine Übernahme von HP. Quelle: dpa
DellUmsatz (in Milliarden Dollar): 61,5 Gewinn (in Milliarden Dollar): 2,6 Mitarbeiter: 103.300 Börsenwert (in Milliarden Dollar): 18,3 Geschäftsfelder: Gut die Hälfte des Umsatzes macht Dell mit Hardware (55%), weitere Sparten sind Unternehmens-IT (16%) und Software (17%), sowie IT-Dienstleistungen (12%) Was für den Kauf von HP spricht: Stärkung des PC- und Service-Geschäfts Was gegen den Kauf von HP spricht: Defizite bei Software, fehlende Kapitalkraft Fazit: Es spricht sehr viel mehr für als gegen eine Übernahme von HP. Quelle: REUTERS

HP hat wie der kleinere Rivale Dell schwer mit der schwachen Nachfrage nach herkömmlichen Computern zu kämpfen. Die Krise im PC-Geschäft brachte Dell zuletzt weiter in Bedrängnis und neuen Zündstoff in die Übernahmeschlacht um Dell.

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Die Verbraucher greifen verstärkt zu Tablet-PCs und Smartphones, die überwiegend von Apple und Samsung stammen. HP-Chefin Meg Whitmann verpasste dem Konzern deshalb einen Sparkurs. Weltweit baut HP in den kommenden zwei Jahren 29.000 Stellen ab, auch der Standort in Rüsselsheim wird geschlossen. Das gesparte Geld will der Konzern in Forschung und Entwicklung stecken, um den Rückstand bei den Kernprodukten Drucker und PCs aufzuholen. Bislang hat Hewlett-Packard 18.800 Stellen abgebaut, wie Lesjak sagte. Bis zum Jahresende sollen es 26.000 sein.

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