Hewlett Packard Trübe Zeiten in Palo Alto

Der kalifornische IT-Konzern Hewlett Packard macht den größten Verlust seiner Geschichte. Schuld ist ausnahmsweise nicht Chef-Prügelknabe Léo Apotheker.

Was Apples "Mountain Lion" Neues bietet
Mac-Inhalte kommen groß rausMit dem kommenden Mac-Betriebssystem setzt Apple fort, was bereits mit Mac OS X Lion zu beobachten war: Funktionen aus dem mobilen Betriebssystem iOS für iPhone und iPad kommen nach auch auf den Mac. Dazu gehört bei OS X „Mountain Lion“ die Funktion Airplay Mirroring, die derzeit nur vom iPad beherrscht wird. Dabei kann mit Hilfe eines Apple TVs (119 Euro) der Bildschirminhalt des Macs in 720p-Auflösung auf einen Fernseher via WLAN gestreamt werden. Somit kann beispielsweise ein auf dem Mac vorhandener Film auf dem größeren TV-Gerät angesehen werden. Noch gibt es keine Apple-TV-Geräte, die Videos im zeitgemäßen Full-HD (1080p) unterstützen. Alle folgenden Screenshots des neuen Mac-Betriebssystems stammen von Apple.
Gemeinsam spielenAuch das von iPhone, iPad und iPod touch bekannte Game Center erhält Einzug auf dem Mac. In Spielen, die das Game Center unterstützen, können die Spieler via Internet gegeneinander antreten. Wie in einem sozialen Netzwerk gibt es im Game Center, Freunde. Somit lässt sich nicht nur gegen zufällige Gegner antreten, sondern auch gezielt gegen Freunde, die gerade online sind. Auch die Punktestände in verschiedenen Spielen von Freunden macht das Game Center transparent und fordert so zum Wettkampf heraus.
Speichern in der DatenwolkeApples Datenwolke iCloud ist bereits mit dem derzeit aktuellen Mac-Betriebssystem „Lion“ auf dem Mac eingezogen. Nachfolger „Mountain Lion“ soll sie noch besser integrieren. Die Idee der iCloud: Dokumente, Lesezeichen und Einstellungen werden nicht mehr lokal, sondern im Internet gespeichert - und sind somit immer überall auf jedem Gerät verfügbar, auch bei Verlust oder Zerstörung des Geräts. Nach wie vor ist die iCloud aber auch bei „Mountain Lion“ nur eine Option. Dokumente lassen sich auch weiterhin ganz normal auf die Festplatte speichern.
Speichern in der DatenwolkeApple verspricht, die iCloud lasse sich mit der kommenden Version leichter auf dem Mac einrichten. Es reicht, die Apple-ID einzutragen, die jeder Nutzer von iPad und iPhone bereits hat, um auf die auf anderen Apple-Geräten vorhandenen Kalender, Kontakte und Nachrichten zuzugreifen. Programme, die iCloud Documents unterstützen, speichern Dokumente auf Wunsch automatisch in verschiedenen Versionen im Internet statt auf der Festplatte. In der Datenwolke gespeicherte Dokumente sind auf allen Apple-Geräten vom Mac bis zum iPhone auf demselben Stand. Ältere Versionen lassen sich ebenfalls wiederherstellen. So soll nie wieder ein Dokument verloren gehen. Die Schnittstelle ist für alle Entwickler offen dokumentiert, sodass künftig viele Mac-Programme das Speichern in der Cloud unterstützen sollten.
Apples TorwächterNoch ist der Mac praktisch virenfrei. Schadsoftware gibt es trotz der steigenden Popularität des Apple-Betriebssystems bislang nur im Labor, nicht aber in freier Wildbahn. Dennoch arbeitet Apple weiter an der Verbesserung der Systemsicherheit - immerhin sagen Experten in schöner Regelmäßigkeit das Ende der virenfreien Zeit für den Mac voraus. Das mit „Mountain Lion“ neue eingeführte Programm Gatekeeper soll die Systemsicherheit des Macs erhöhen. Die Anwendung gibt dem Administrator eines Macs Kontrolle darüber, welcher Benutzer am Rechner das Rechte hat, welche Art von Programm zu installieren. Nutzer können so beispielsweise daran gehindert werden überhaupt Anwendungen zu installieren oder ihrem Account ist nur erlaubt, zertifizierte Anwendungen aus Apples App Store herunterzuladen. In jedem Fall werden mit der neuen Version des Mac-Betriebssystems alle Anwendungen vor der Installation auf bekannte Schadroutinen überprüft. Wird der eingebaute Virenscanner fündig, landet die Anwendung im Müll statt im Programme-Ordner.
Twitter an BordSchon für die aktuelle Version „Lion“ gab es Gerüchte über eine Integration von Facebook und Twitter. Beim „Mountain Lion“ ist der Kurznachrichtendienst mit an Bord und in andere Programm integriert. Wer in den Systemeinstellungen seinen Twitter-Account angibt, kann so beispielsweise ein Foto direkt aus einem Bild-Programm twittern.
Grenzenlos chattenMit der derzeit aktuellen Version von iOS hat Apple Messages eingeführt - auf deutsch Nachrichten. Es ist der zentrale Ort für alle Art von kurzen Textnachrichten. Neben SMS können zwischen mobilen Apple-Geräten iPhone, iPad und iPod touch unbegrenzt und kostenlos Textnachrichten, Bilder und Videos ausgetauscht werden. Mit „Mountain Lion“ kommt auch der Mac dazu, wo das Programm Nachrichten iChat ersetzt. Auf dem Mac werden allerdings auch weiterhin die Konkurrenz-Formate AIM, Jabber, Yahoo Messenger und Google Talk unterstützt, die iChat bislang unterstützte.
Große VereinheitlichungAuch andere Anwendungen wurden umbenannt und umgestaltet, um für mehr Konsistenz über die verschiedenen Apple-Systeme hinweg zu sorgen. Auch hier gibt iOS die Richtung für den Mac vor. Die Apps Erinnerungen (englisch Reminder) und Notizen (Foto, englisch Notes) kommen von dem iPhone-System auf den Mac.
Mit Erinnerungen lassen sich Aufgaben über alle Geräte hinweg verwalten.
Mitteilungsfreudige ProgrammeAuch Benachrichtigungen des Systems und von Programmen zeigt OS X 10.8 auf neue Weise an. So lässt sich nun zentral im Notification Center einstellen, wie die System-Anwendungen Mail, Kalender, Nachrichten und Erinnerungen sowie Anwendungen von Dritt-Herstellern ihre Hinweise einblenden.
Die Art wie das Notification Center in diesem Screenshot von Apple die Hinweise wie einen Termin oder eine neue Nachricht einblendet, ähnelt sehr stark dem unter Mac-Nutzern beliebten Programm Growl.
Go east!Besonderen Wert legt Apple auch auf den am stärksten wachsenden Markt für das Unternehmen. OS X „Mountain Lion“ enthält zahlreiche Anpassungen und Verbesserungen für chinesische Nutzer. Die Eingabe chinesischer Schriftzeichen soll besser unterstützt werden. Zudem lässt sich nun auch die in China populäre Suchmaschine Baidu als Standardsuche für Apples Browser Safari einstellen. E-Mail-Programm und Kalender sollen außerdem besser mit den in China führenden Anbietern von Mails und Online-Kalender funktionieren.

Am Mittwochabend holten Meg Whitman mal wieder die Schatten der Vergangenheit ein. Der von der ehemaligen Ebay-Chefin geführte kalifornische Computerkonzern Hewlett Packard musste den größten Verlust in seiner immerhin 73-jährigen Geschichte bekanntgeben – rund 8,9 Milliarden Dollar Miese. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch 1,9 Milliarden Dollar Profit erwirtschaftet. Diesmal war ausnahmsweise nicht der im September vergangenen Jahres gefeuerte Whitman-Vorgänger und Chef-Prügelknabe Léo Apotheker schuld. Der Rekordverlust lag vor allem an Wertberichtigungen für das im Mai 2008 für 13,9 Milliarden Dollar erworbene texanische Beratungsunternehmen EDS. Dieser Kauf geht auf die Kappe von Apotheker-Vorgänger Mark Hurd.

Mit dem damals gefeierten Coup konnte dieser die Umsätze seiner Servicesparte auf einen Schlag fast verdoppeln, was die Wall Street freute. Doch der Umsatzzuwachs war teuer erkauft, wie sich nun herausstellt. Die Integration der texanischen Berater in die Unternehmenskultur von HP gestaltete sich schwierig. Am Ende profitierte von der Marktkonsolidierung vor allem der HP-Wettbewerber IBM. Dafür muss der Konzern aus dem Silicon Valley nun eine Zeche von knapp neun Milliarden Dollar zahlen. Ohne die Wertberichtigungen hätte HP bei einem Umsatz von 29,7 Milliarden Dollar etwa zwei Milliarden Dollar verdient – immerhin.

Aber die Zahlen sind mau. Seit vier Quartalen in Folge sinkt der Absatz. Bis auf eine Ausnahme ging in jeder Sparte der Umsatz zurück. Vor allem im Geschäft mit Computern, wo der Umsatz um zehn Prozent fiel. Aber auch die Drucker -und Servicesparte musste mit drei Prozent Rückgang Federn lassen. Am peinlichsten ist jedoch der Verlust in der Speicher– und Serversparte. Der Bereich, der wegen der Verlagerung von Software ins Internet – dem sogenannten Cloud Computing – boomen müsste, verlor vier Prozent.

Deutschlands beliebteste Apps und Websites
Platz 10: Ebay und Wetter.deWelche Dienste nutzen die Deutschen im mobilen Web? Bei den Apps auf Smartphones liegt laut Comscore die Online-Auktionsseite Ebay auf Platz 10. Bei den per Browser genutzten Diensten schafft es die Wetter-Auskunft Wetter.de auf den zehnten Platz. Laut den Daten der Internet-Marktforschungsfirma nutzen 3,3 Prozent der deutschen Handy-Besitzer die Ebay-App, 4,5 Prozent besuchen die Website von Wetter.de. Befragt wurden Handybesitzer ab 13 Jahren. Quelle: dpa
Mann hält ein Nokia Lumia vor die Kamera Quelle: rtr
Platz 8: Wetter.com und YahooAuf dem achten Platz folgen die Web-Dienste von Yahoo (4,8 Prozent) und die App von Wetter.com. 4,3 Prozent der deutschen Handybesitzer informieren sich laut Comscore per Wetter.com-App über die Wetteraussichten. Quelle: dapd
Platz 7: GMX und Bild.deAuf dem siebten Platz bei den Apps landet der deutsche Mail-Dienst GMX mit 4,5 Prozent der Handybesitzer. 5,2 Prozent nutzen die mobile Website der Bild-Zeitung. Quelle: Screenshot
Platz 6: Amazon und Microsoft-DiensteDer Online-Händler Amazon schafft es bei den deutschen Handy-Nutzern auf Platz sechs. 5,8 Prozent der Handybesitzer ab 13 Jahren nutzen die mobile Website. Bei den Apps landen die Microsoft-Dienste MSN, Windows Live und Bing auf Platz sechs. 4,6 Prozent der deutschen Handybesitzer nutzen die Microsoft-Apps. Quelle: dpa
Startseite der Internetplattform youtube Quelle: AP
Platz 4: Ebay und YahooWieder Ebay: Die mobile Website des Online-Auktionshauses ist noch populärer als die App. 7,4 Prozent der deutschen Handybenutzer surfen die Website an, das reicht für den vierten Platz. Bei den Apps landen die Dienste von Yahoo auf Platz vier, die 6,4 Prozent der deutschen Handybesitzer nutzen. Quelle: dpa
Platz 3: Wikipedia und WhatsAppBesonders beliebt bei Smartphone-Nutzern in Deutschland ist die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia. Das Lexikon ist mit einer Nutzung von 7,4 Prozent der deutschen Handybesitzer auf Platz drei. Bei den Apps landet der WhatsApp Messenger auf diesem Platz. Die App ermöglicht den Austausch von Kurznachrichten über das Internet, ohne dass dabei pro Nachricht Kosten anfallen. Der WhatsApp Messenger ist für alle relevanten Smartphone-Plattformen verfügbar. 6,5 Prozent der deutschen Handybesitzer gaben an, die App zu nutzen. Quelle: dapd
Platz 2: FacebookAuf dem zweiten Platz landet das größte soziale Netzwerk Facebook - und das gleich zwei Mal. Die App nutzen 15,1 Prozent der deutschen Hndybesitzer, die mobile Website 12,3 Prozent. Das ist die App hier eine noch größere Verbreitung hat, ist erstaunlich. Immerhin ist gerade die App von Facebook Gegenstand häufiger Kritik. Quelle: dapd
Platz 1: GoogleÜber allem thronen die mobilen Dienste von Google: Sowohl die mobile Websuche als auch die Google-App landen auf Platz eins. Die Website nutzen 20,4 Prozent der befragten Handy-Besitzer mobil, Googles Apps 16,3 Prozent. Quelle: dpa

Die große Ausnahme gegen den Absatztrend ist das Geschäft mit Software, das 18 Prozent zulegen konnte. Was eine gewisse Ironie birgt. Denn der Zugewinn kommt in weiten Teilen von dem im August 2011 von Apotheker zugekauften Unternehmen Autonomy. Für den britischen Datenanalyse-Spezialisten hatte der damalige HP-Konzernchef satte 10,3 Milliarden Dollar berappt, was viele Beobachter für überbezahlt halten. Und so könnte Autonomy in ein paar Jahren das gleiche Schicksal wie EDS blühen – ein ehemals gefeierter Coup, der sich im Nachhinein doch nicht als so prächtig entpuppt.

Bei den miesen Zahlen gibt es nicht viel zu beschönigen. Jahre von Streitereien und Missmanagement haben das einstige Vorzeigeunternehmen des Silicon Valley arg beschädigt. Die Leidtragenden sind vor allem die Beschäftigen. 27.000 von ihnen – etwa acht Prozent der Belegschaft – sollen bis zum Herbst 2014 den Konzern verlassen müssen. 11.500 davon sollen bereits im Oktober diesen Jahres gehen, schneller als erwartet.
Whitman bleibt so nur die Flucht nach vorn übrig. „Wir stehen noch ganz am Anfang eines Turnaround“, beschwichtigte sie und schürte so Hoffnungen auf bessere Zeiten. Auch im Top-Management greift sie durch. John Visentin, Chef der Dienstleistungssparte, wird ersetzt. Anfang August heuerte sie mit Ramon Baez einen neuen Chief Information Officer an.

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