House-of-Cards-Star Netflix trennt sich von Kevin Spacey

Die Serie „House of Cards“ verliert ihren Superstar: Kevin Spacey muss sie verlassen, nachdem sich Belästigungsvorwürfe gegen ihn häufen. Offizielle Anschuldigungen gibt es keine, aber Netflix zieht einen Schlussstrich.

House of Cards und Netflix trennen sich von Kevin Spacey Quelle: dpa

New YorkNetflix hat den US-Schauspieler Kevin Spacey nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung aus der Erfolgsserie „House of Cards“ geschmissen. Sämtliche Verbindungen zu ihm würden aufgelöst, teilte der Streamingdienst am Freitagabend (Ortszeit) mit. Das Unternehmen werte noch gemeinsam mit der Produktionsfirma aus, ob die Serie ohne ihn fortgesetzt werde. Spacey ist der Hauptdarsteller in „House of Cards“, bei der es seit 2013 um politische Intrigen und Machtspiele in Washington geht.

CNN hatte von acht aktuellen oder früheren Mitarbeitern am Set von „House of Cards“ berichtet, die Spacey mit Blick auf sexuelle Annäherungen ein „räuberisches“ Verhalten vorwerfen. Sie beschuldigten ihn unter anderem, ein giftiges Arbeitsklima erzeugt zu haben.

Zuvor hatte ein anderer Schauspieler Spacey vorgeworfen, sich ihm Ende der 1980er Jahre ungewollt sexuell angenähert zu haben. Als Reaktion sagte der Superstar, er erinnere sich nicht an den Vorfall und entschuldigte sich für sein Verhalten als Betrunkener. Er nutzte die Mitteilung auch für ein Coming-out. Danach nahmen die Anschuldigungen gegen ihn zu. In London ermittelt die Polizei laut britischen Medien wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs im Jahr 2008.

Netflix gab zudem bekannt, den ebenfalls mit Spacey gedrehten Film „Gore“ nicht zu veröffentlichen, in dem der Schauspieler den Schriftsteller Gore Vidal darstellte und den Streifen auch produzierte. Der Film befand sich in der Nachproduktion.

Ein Sprecher Spaceys reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Der 58-Jährige ist bisher nicht festgenommen oder durch Behörden beschuldigt worden. In der Woche hieß es, der Schauspieler habe sich eine Auszeit genommen und sei nun in Therapie.

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