Huawei „Microsoft muss schneller werden“

Der Handy-Chef des chinesischen Kommunikationsriesen Huawei, Richard Yu, fordert Samsung heraus. Im Interview erklärt er außerdem, warum Microsoft auf seinen Smartphones derzeit keine Chance hat.

Richard Yu Quelle: REUTERS

WirtschaftsWoche: Herr Yu, in der Klasse meiner Tochter gelten iPhones als Handy der Wahl und Samsung-Geräte als noch akzeptabel. Mit Huawei-Telefonen ist bei dieser künftigen Kundschaft nichts zu reißen. Vom erklärten Ziel, Premiummarke zu werden, sind Sie also noch ein Stück entfernt. Wo klemmt’s?

Yu: Wir fertigen zwar seit mehr als zehn Jahren Mobiltelefone für andere Marken und Netzbetreiber – aber erst seit vier Jahren verkaufen wir Handys offensiv unter unserer eigenen Marke. Gemessen daran sind wir extrem erfolgreich: Nach Stückzahlen sieht uns der Marktforscher Trendforce weltweit auf Rang drei hinter Apple und Samsung, während andere traditionelle Handymarken verlieren. Trotzdem: Bei jüngeren und vor allem weiblichen Zielgruppen haben wir noch nicht das Image, das wir haben wollen.

Zur Person

Woran liegt das?

Heute verkaufen wir Telefone mit viel Leistung zu sehr günstigen Preisen und erreichen vor allem technikorientierte Leute; in erster Linie Männer. Um für Käuferinnen interessanter zu werden, müssen wir mehr Augenmerk auf Eleganz legen und Handys nicht nur leistungsstark machen, sondern auch modisch.

Für viele Technikkonzerne heißt das nur, ein paar rosafarbene Produkte anzubieten.

Das geht intelligenter. Bei unserem neuen Top-Modell, dem P8, haben wir viel Arbeit darauf verwendet, nicht nur einen schnellen Prozessor und ein erstklassiges Display einzubauen, sondern das Gerät auch besonders schlank und leicht zu machen. Das sind Dinge, die für viele Frauen zählen.

Reicht das, um die Marktführer einzuholen?

Alleine nicht. Aber wir investieren enorm in Innovation; 14 Prozent vom Umsatz gehen in Forschung und Entwicklung. Kaum ein Konkurrent hat eine Fertigungstiefe wie wir – von der Elektronik in den Geräten bis zur Infrastruktur für die Mobilfunknetze. Im professionellen Geschäft sind wir etabliert. Jetzt muss sich das nur noch bei Endkunden herumsprechen. Wir arbeiten daran, etwa durch Sponsoring in der Fußballbundesliga oder im Motorsport, und gewinnen konstant Marktanteile. In drei bis vier Jahren halte ich Platz zwei im Smartphone-Geschäft weltweit für uns erreichbar.

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