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Infineon-Chef Ploss "Wir brauchen keine neue Abwrackprämie"

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"Ein Instrument zur Vertreibung von Unternehmen"

13 bittere Wahrheiten über den Strompreis
Stromzähler Quelle: dpa
Ein Mann arbeitet in der Industrie Quelle: dapd
Rauchende Schornsteine Quelle: dpa
Ein Offshore-Windpark Quelle: dpa
Ein Windpark Quelle: dpa
Vormontierte Teile von Windkraftanlagen Quelle: dpa
Solaranlage Quelle: dpa

Hat die Technologieförderung durch die negativen Erfahrungen mit der Energiewende nicht ihre Legitimation verloren?

Grundsätzlich nicht. Zunächst bestand Einigkeit darüber, dass es eine Anschubfinanzierung braucht. Dieser Anschub ist aber inzwischen so groß geworden, dass er sich nur noch selbst schiebt. Die Förderung ist nicht mehr zielorientiert. Es ist richtig, den Markt zu unterstützen, aber dazu müsste es erst mal einen richtigen Markt geben...

...also die Umlage für Strom aus erneuerbaren Quellen heruntergefahren werden?

Ja, die sollte weiter reduziert werden. Dazu gehört aber auch, dass das Geld effektiver eingesetzt wird.

Wie stark belastet der hohe Strompreis Ihr Unternehmen?

Er tut zunehmend weh. Das Problem ist, dass Infineon die steigenden Energiepreise nicht ohne Weiteres an seine Kunden weitergeben kann. Deshalb steht das Unternehmen unter ständigem Druck, die Produktivität steigern zu müssen. Bei unseren Investitionsplanungen sind die Prognosen der Bundesregierung zum Strompreis ein entscheidendes Kriterium. Die hohen Energiepreise werden allmählich zu einem Instrument zur Vertreibung von Unternehmen.

Aktien-Info Infineon (zum Vergrößern bitte anklicken)

Als großes Unternehmen kommen Sie doch in den Genuss von Ausnahmen.

Nein, Infineon ist davon ausgenommen, weil das Unternehmen im Sinne der Regelungen nicht energieintensiv ist.

Ein anderes umstrittenes Feld der staatlichen Technologieförderung ist die Elektromobilität. Was halten Sie von den Vorgaben der Bundesregierung, dass in Deutschland 2020 eine Million stromgetriebene Autos unterwegs sein sollen?

Das lässt sich mit Sicherheit nicht verordnen. Ich sehe drei Strömungen: Der Verbrennungsmotor wird noch lange Zeit den Markt dominieren. Allerdings wird er deutlich weiterentwickelt werden und viel weniger Kohlendioxid ausstoßen. Außerdem glaube ich, dass Carsharing-Modelle, und hier vor allem Autos mit Elektroantrieben, populär werden. Die Jugend will Mobilität, muss aber nicht mehr unbedingt ein eigenes Auto haben. Als Drittes werden Privatkunden vermehrt Fahrzeuge mit Hybridantrieb, also einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, kaufen. Reine Elektroautos kommen in großen Stückzahlen erst später.

Was bedeutet es für Infineon, wenn sich Hybrid- und Elektrofahrzeuge mehr und mehr durchsetzen?

Wir würden profitieren. In einem Auto mit Verbrennungsmotor stecken künftig im Schnitt Halbleiter im Wert von rund 350 Dollar. Bei einem Hybrid- oder Elektrofahrzeug wären es rund 700 Dollar.

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