Infineon nimmt Fairchild ins Visier US-Rivale würde gut ins Portfolio passen

Angeblich liegt Infineon beim Poker um den amerikanischen Chipkonzern Fairchild vorn: Ein Übernahmeziel, das nicht wirklich überraschend kommt - und gut zu den Münchnern passen würde.

Schon Ende 2010 erwarteten Beobachter die Übernahme von Fairchild durch Infineon - möglicherweise kommt sie nun fünf Jahre später. Quelle: dpa

Wie die amerikanische Nachrichtenagentur „Bloomberg“ in der Nacht auf Dienstag berichtet, hat der deutsche Halbleiterkonzern Infineon ein Auge auf den US-Rivalen Fairchild Semiconductor geworfen. Mehr noch: Angeblich liegt Infineon bei den Kaufgeboten vorn, zitiert Bloomberg eine mit den Vorgängen vertraute Person. Demnach liefern sich offenbar mehrere Unternehmen einen Bieterwettbewerb um Fairchild, darunter der ON Semiconductor aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona.

Fairchild Semiconductor mit Hauptsitz in San Jose in Kalifornien ist spezialisiert auf sogenannte Leistungshalbleiter für Industrieprodukte und Autos. Das sind Chips, die für hohe Spannungen und Ströme konzipiert sind. Diesen Markt bedient auch Infineon seit Jahren, hatte aber insbesondere in den USA lange Zeit noch Lücken.

Fairchild erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 1,43 Milliarden Dollar; an der Börse ist das Unternehmen mit rund 1,9 Milliarden Dollar bewertet. Bereits Mitte Oktober machten Berichte die Runde, wonach Fairchild einen Käufer suche und Infineon interessiert sei.

Bei Infineon würde der US-Rivale jedenfalls gut ins Portfolio passen – und ein Deal würde auch zur Strategie von Konzernchef Reinhard Ploss passen: Der hatte bereits im vergangenen Jahr für rund drei Milliarden Dollar beim ebenfalls amerikanischen Halbleiterkonzern International Rectifier aus dem kalifornischen El Segundo zugegriffen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Mehr noch: Auch eine neuerliche Übernahme käme nicht wirklich überraschend. Schon als der Ploss-Vorgänger Peter Bauer Ende 2010 die Infineon-Sparte für Mobilfunkchips für rund 1,1 Milliarden Euro an den Halbleiter-Weltmarktführer Intel verkaufte, erwarteten Branchenbeobachter größere Zukäufe durch die Münchner.

Wie die WirtschaftsWoche bereits im September 2010 schrieb, zählten dazu vor allem zwei Unternehmen: International Rectifier und Fairchild Semiconductor. Seinerzeit sagte Bauer zu Übernahmeplänen: „Wir verspüren keine Eile.“ Wohl wahr – wenn Nachfolger Ploss nun auch bei Fairchild zugreift, sind satte fünf Jahre ins Land gegangen.

Andererseits ist Infineon heute auch deutlich stärker als 2010 – und würde mit einer Übernahme weiter an Stärke gewinnen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%