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Innovationen statt Zerschlagung So kann der Dominator Google besiegt werden

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Google strebt nach Allgegenwart

Trotz allem wähnt Google-Chef Larry Page sein Unternehmen rund anderthalb Jahrzehnte nach Gründung noch immer erst am Anfang. Vor allem das sogenannte Internet der Dinge hat es dem Konzern mit 390 Milliarden Dollar Börsenwert angetan, der damit in alle Lebensbereiche seiner Nutzer eindringen will, von Essgewohnheiten bis zum Energieverbrauch. Google strebt nach Allgegenwart vom Wohnzimmer bis zum Weltraum – auch ein Satellitenbetreiber gehört zum Konzern – und ist dabei, sich zur zentralen Plattform der digitalen Welt aufzuschwingen.

Doch all dieser Machtfülle zum Trotz hat der Gigant eine Schwäche: die Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen. Diese machen wegen der Gratiskultur im Internet noch immer 91 Prozent des Google-Geschäfts aus. Wer Google angreifen will, muss an diesem Umsatzquell ansetzen.

Egal, wie exotisch Googles Projekte wie das seiner Datenbrille anmuten, sie dienen alle dazu, die Werbegelder weiter sprudeln zu lassen. Je mehr Informationen Google über Gewohnheiten und Bedürfnisse seiner Nutzer zusammenträgt und miteinander vernetzt, umso besser können die eingeblendeten Anzeigen zugeschnitten werden und damit effektiver gemacht werden.

Zehn Tipps für die Google-Suche
FilternEine überwiegende Mehrheit der deutschen Internetnutzer sucht mit Google - aber die meisten verstehen nicht, wie die Suchmaschine funktioniert. Das ergab eine Studie der Universität Mainz. So kennen viele Google-Nutzer die Funktion "Suchoptionen" unterhalb des Eingabe-Feldes nicht, mit dem sich Suchen präzisieren lassen. Eine komplette Übersicht aller Tipps, finden Sie übrigens hier. Quelle: Screenshot
TitelsucheAuch lassen sich beispielsweise Nachrichtenseiten nach einzelnen Artikeln mit bestimmten Begriffen in der Überschrift durchsuchen. Dafür einfach allintitle:Suchbegriff in das Suchfeld eingeben. Wichtig ist, dass zwischen dem Code und dem gesuchten Wort keine Leerzeile ist. Quelle: Screenshot
Suche auf einer bestimmten SeiteWer dagegen gezielt eine Website durchsuchen möchte, kann das über den code "site:URL" machen (siehe Screenshot). Quelle: Screenshot
Suche präzisierenWer genau weiß, wonach er sucht, sollte auch genau das eingeben. Wer nur nach "Windows" oder "Pizzeria" sucht, wird von den Ergebnissen erschlagen. "Pizzeria + Hamburg + Altona" kreist die Suche dagegen schon ein und liefert entsprechend auch die präziseren Ergebnisse. Quelle: Screenshot
AnführungszeichenWenn es um eine ganz bestimmte Reihenfolge der gesuchten Worte geht, hilft es, die Begriffe in Anführungszeichen zu setzen (siehe Screenshot). Quelle: Screenshot
PlatzhalterFalls Sie sich über den kompletten Ausdruck, nachdem Sie suchen wollten, nicht mehr sicher sind, können Sie mit Platzhaltern arbeiten. Google ergänzt dann für den Platzhalter innerhalb der Anführungszeichen das entsprechende Wort (siehe Screenshot). Quelle: Screenshot
Und und OderAußerdem können sie Begriffe koppeln beziehungsweise ausschließen. Suchen Sie nach Wirtschaft UND Finanzen bekommen Sie Treffer, die beide Begriffe enthalten, suchen Sie nach Wirtschaft ODER Finanzen, enthalten sie das eine oder das andere. Quelle: Screenshot

Zusammenspiel der populären Dienste

Das funktioniert dank des Zusammenspiels der populären Dienste immer besser. Wenn Nutzer über den hauseigenen Browser Chrome im Internet surfen, kann Google den Besuch von Web-Seiten direkt aufzeichnen. Gmail scannt derweil alle Mails auf deren Inhalte und die Adressen der beteiligten Personen.

Um als Erster zu wissen, was in der Internet-Gemeinde gerade hip ist, setzt Google auch fragwürdige Methoden ein, etwa bei seinen Unterhaltungsangeboten. Da will Google die Konkurrenz der populären Musik-Streamingdienste Spotify und Rdio voraussichtlich im Herbst durch einen eigenen Dienst unter der Marke YouTube kontern. Die Musikkonzerne Sony, Universal und Warner Music haben bereits Verträge unterzeichnet. Um die größte Auswahl von Titeln zu haben, sollen auch Künstler, die nicht von den großen Plattenfirmen vertreten werden, zum Mitmachen gezwungen werden. Wer jedoch nicht kooperiert, soll seine Musik nicht mehr bei YouTube einstellen und vermarkten können – ein klarer Missbrauch von Googles Machtposition.

So sieht unser Weltbild bei Google aus
Offenbar sind ein Großteil der Googlenutzer Fahrschüler. Oder interessierte Autofahrer. Außerdem stellen wir uns essentielle Fragen wie "warum ist der Himmel blau?" Quelle: Screenshot
Auch andere Farben scheinen uns sehr zu interessieren. Und natürlich Feier- und fruchtbare Tage, das TV-Programm, Auto fahren. Quelle: Screenshot
Unsere Ziele im Leben scheinen dagegen nicht so hoch gesteckt. Oder wir sind ein Heer von Pessimisten. Faulen Pessimisten. Quelle: Screenshot
Auch unseren Nachbarn trauen wir offenbar nicht so recht über den Weg. Bis auf die schwule Ausnahme aus Nordrhein-Westfalen. Die halten wir zumindest für glücklich. Quelle: Screenshot
Dafür halten wir die Kanzlerin für den Babo ( Jugendsprache: Chef). Unser Vizekanzler kommt dagegen nicht so gut weg.
Und auch unsere Meinung von Internet und Medien ist laut Google nicht die Allerbeste. Quelle: Screenshot
Immerhin mögen wir Tiere. Gebraten. Quelle: Screenshot

Beschwerde über Geschäftspraktiken

Jeremy Stoppelman ist einer der wenigen prominenten Silicon-Valley-Unternehmer, die sich unerschrocken über Googles Geschäftspraktiken beschweren. Der Mitgründer und Chef der Bewertungsplattform Yelp aus San Francisco hat mehrfach vor US- und EU-Wettbewerbshütern gegen Google ausgesagt. Gebracht hat es wenig.

Google wollte Yelp kaufen, um stärker in den Markt für lokale Werbung einzusteigen. Stoppelman winkte ab. Prompt baute Google ein konkurrierendes Produkt auf und platzierte auf ihm Ausschnitte von Yelps Bewertungen. Als Yelp protestierte, drohte Google, die Inhalte der Bewertungsseite gänzlich aus der zentralen Suchmaschine zu entfernen. Im Januar 2013 verpflichtete sich Google gegenüber der US-Wettbewerbsbehörde FTC, solche Praktiken zu unterlassen.

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