Interesse an Yahoo Warum Microsoft den Internetpionier kaufen sollte

Einst bot Microsoft 47,5 Milliarden Dollar für Yahoo - vergeblich. Nun kommt die zweite Chance. Microsoft-Chef Steve Ballmer muss zugreifen, sonst schlägt die Konkurrenz zu. Ein Kommentar.

Yahoo-Zentrale in Kalifornien. Quelle: Reuters

San FranciscoZum zweiten Mal interessiert sich der Softwareriese aus Redmond für den Internetpionier Yahoo. Und alles andere wäre auch Unsinn, die Chance muss genutzt werden. Die Filetstücke konnte sich Microsoft-Chef Steve Ballmer bereits sichern, er hat die Suchmaschine Bing etabliert und damit verhindert, endgültig von Google in den Straßengraben gedrängt zu werden. Was er noch nicht hat, ist der Online-Anzeigenverkauf für Display-Werbung und das Großkunden-Geschäft bei der Suchmaschinenwerbung. Yahoo ist bei aller berechtigten Kritik hier noch immer der führende Anbieter im Markt, stark bedrängt allerdings von Facebook.

Kommen die üblichen Verdächtigen der Finanzszene bei Yahoo zum Zuge, die Ausschlachter und Zerstückler, wird er diese Bereiche zwar auch angeboten bekommen. Aber nur im Bieterkampf mit anderen Interessenten, vor allem Facebook, und jeder wird wissen, in welch schwieriger Lage Ballmer ist. Einen Verlust des Anzeigenvertriebs kann er sich kaum leisten.

Bei einem Wert von Yahoo, der momentan gerade mal die Hälfte dessen ist, was Microsoft ohnehin schon einmal zu zahlen bereit war, kann die Rechnung aufgehen. Übernehmen, was sinnvoll ist. Verkaufen, was einträglich oder kartellrechtlich bedenklich ist. Und einstellen, was sinnlos ist. Anders machen es Hedgefonds auch nicht.



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