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Internet Fest im Sattel

Das Umsatzwachstum von Facebook flaut bereits ab. Das soziale Netzwerk spielt in einer anderen Liga als Google.

Facebook Hauptqaurtier Quelle: dapd

Die Rechner der SEC ächzten am vergangenen Mittwoch schwer unter der Last der Anfragen aus aller Welt. Um 16:48 Uhr New Yorker Zeit stellte die US-Börsenaufsicht ein Dokument bereit, dem Millionen von Investoren seit Monaten entgegenfieberten: Dem Börsenprospekt des sozialen Netzwerks Facebook, dem heißesten Unternehmen des Silicon Valley seit der Suchmaschine Google. Das will voraussichtlich im Frühjahr unter dem Kürzel FB in New York an die Börse gehen und dabei mindestens fünf Milliarden Dollar einsammeln. Es wäre einer der größten Börsengänge aller Zeiten. Der laut Schätzungen von Vermögensberatern mindestens ein Drittel der 3200 Facebook-Mitarbeiter aus dem Stand zu Millionären macht.

Doch große Geheimnisse bietet der rund 200 Seiten starke Prospekt nicht. Eher eine Enttäuschung. Analysten hatten gewettet, dass Facebook im vergangenen Jahr die vier Milliarden Dollar Grenze beim Umsatz klar übersprungen hatte. „Wir hatten 4,2 Milliarden Dollar erwartet“, sagt Debra Wilson vom Marktforschungsunternehmen eMarketer.

Social Media an der Börse
TwitterKurz vor dem Börsengang waren die Investoren heiß auf den Kurznachrichtendienst: Die Nachfrage nach der Aktie war so hoch, dass Twitter den Ausgabepreis von erst mindestens 17 Dollar auf 26 Dollar hochschrauben konnte. Das sieben Jahre alte Unternehmen, das noch nie auch nur in die Nähe von schwarzen Zahlen gekommen ist, war damit schon vor dem Läuten der Börsenglocke in New York gut 14 Milliarden Dollar wert. Am Ende des ersten Handelstages stand die Aktie dann sogar bei 44,90 Dollar. Twitter konnte die Investoren bislang überzeugen, dass die Wachstumsaussichten gut sind und mit dem Anziehen der Werbeerlöse auch die Gewinne folgen werden. Aber es gibt keine Garantie, dass diese Rechnung aufgeht. Und wie lange hält die Geduld der Börsianer, wenn erst einmal Quartal für Quartal weiterhin rote Zahlen in der Bilanz auftauchen sollten? Schließlich wird Twitter jetzt nicht mehr wie in den ersten Jahren im Verborgenen agieren können, sondern unter voller Transparenz. Zudem weisen Skeptiker darauf hin, dass das Wachstum abflache und Twitter mit 230 Millionen Nutzern weltweit immer noch nicht bei der breiten Masse angekommen ist. Quelle: REUTERS
Facebook soll einen Börsengang der Superlative planen Quelle: dpa
Der Internet-Gutscheindienst Groupon gab zum Börsenstart Anfang November 35 Millionen Aktien zum Preis von 20 Dollar aus Quelle: REUTERS
LinkedIn startete im April 2011 mit massiven Kursaufschlägen Quelle: REUTERS
Spiele-Anbieter Zynga Quelle: dapd
US-Portal Yelp hat erste Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht Quelle: dapd
Yandex Quelle: REUTERS

Tatsächlich waren es 3,7 Milliarden Dollar, bei einem Gewinn von einer Milliarde Dollar. Obwohl es Gründer Mark Zuckerberg gelang, ein weltweit bekanntes Unternehmen mit 845 Millionen Nutzern quasi aus dem Nichts zu schaffen, machen die nun vorliegenden Zahlen klar, dass es in einer anderen Liga als das Internet-Imperium Google spielt.

Denn Google konnte dank seiner populären Suchmaschine im Jahr 7 nach Start 6,1 Milliarden Dollar Umsatz und 1,46 Milliarden Dollar Gewinn einspielen. Das war 2005. Bei Facebook sind es im siebten Jahr nach Schöpfung 3,7 Milliarden Dollar, also 40 Prozent weniger.

Und das, obwohl die Budgets für Online-Werbung und die allgemeine Akzeptanz des Internets in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen haben. Ganz zu schweigen, dass es inzwischen mehr Internet-Nutzer gibt. Vor allem aber hat sich das Facebook-Wachstum bereits abgeschwächt. Von 2009 bis 2010 waren es noch 154 Prozent, danach sank es auf 88 Prozent ab.

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