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Internet So teuer wird das Internet

Die Deutschen nutzen gerne datenintensive Dienste wie Youtube und Spotify. Deshalb sollen höhere Tarife mehr Geld in die Kasse der Telekom spülen, damit sich die Investitionen rechnen. Wie teuer wird das Internet?

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Die Deutsche Telekom will die Preise für den Internetzugang erhöhen. Quelle: dpa

Es war der schwarze Montag in der Unternehmensgeschichte. Binnen Sekunden wurde aus der Deutschen Telekom das Schimpfwort „Drosselkom“. Und es dauert nicht lange, bis eine Kundin mit getürktem Gipsbein und magentafarbenem Schild im Internet ätzte: „Ich bin gedrosselt“ – „mit Modemgeschwindigkeit durchs Netz humpeln.“

Der Spottsturm im Web, der am 22. April 2013 die Deutsche Telekom erfasste, ist inzwischen zwar abgeklungen. Auslöser war die Ankündigung des Bonner Konzerns, von 2016 an die Flatrates im Festnetz abzuschaffen, Vielsurfern zusätzliche Gebühren in Rechnung zu stellen oder das Übertragungstempo zu reduzieren. Nach anhaltenden Protesten und einem Gerichtsurteil verzichtete Deutschland-Chef Niek Jan van Damme schließlich darauf.

Wo das Internet am schnellsten ist
Platz 10: FinnlandInternetnutzer in Finnland surfen mit durchschnittlich 7,1 Megabits pro Sekunde. Damit landet Finnland auf Platz 10 der Rangliste des IT-Unternehmens Akamai, das sich darauf spezialisiert hat, Web-Inhalte zu beschleunigen. Zum Vergleich in Deutschland sind Surfer im Schnitt mit sechs Megabits pro Sekunde unterwegs. Quelle: dapd
Platz 9: SchwedenIm Nachbarland Schweden surfen die Internetnutzer laut Akamai ein wenig schneller als ihre finnischen Nachbarn. Mit 7,3 Megabits in der Sekunde belegt Schweden den neunten Platz. Quelle: dpa
Platz 8: USADie Heimat von Microsoft, Apple und Google ist zwar in den Top 10 der Länder mit der schnellsten Internetverbindung vertreten – allerdings mit dem achten Platz relativ weit hinten. 7,4 Megabits pro Sekunde beträgt hier die Durchschnittsgeschwindigkeit im Internet. Quelle: dpa
Platz 7: TschechienTschechien ist auf dem siebten Platz vertreten. Mit  0,7 Megabits in der Sekunde hat unser Nachbarland die Internet-Macht USA deutlich überholt – und bietet seinen Nutzern damit eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,1 Megabits pro Sekunde. Quelle: dpa
Platz 6: NiederlandeUnsere niederländischen Nachbarn haben es beim Internetsurfen noch etwas komfortabler: 8,6 Megabits pro Sekunde beträgt die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit. Quelle: dpa
Platz 5: SchweizDen Schweizern wird ja gerne unterstellt, dass sie es eher gemütlich angehen lassen. Doch im Internet sind unsere Nachbarn schnell unterwegs. Mit durchschnittlich 8,7 Megabits pro Sekunde landet das Alpenland auf Platz 5 der Akamai-Rangliste. Quelle: dpa
Platz 4: LettlandEine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,9 Megabits in der Sekunde bietet Lettland seinen Internetsurfern. Damit belegt das baltische Land den vierten Platz. Quelle: dpa

Wie teuer das Internet künftig wird, diese Frage ist mit van Dammes Kotau vor seinen Kunden aber nicht vom Tisch – im Gegenteil. Das Thema steht ganz oben auf der Agenda des Telekom-Vorstandes. Mit Sorge beobachtet die Konzernspitze, wie dramatisch der Datenverkehr ansteigt. Auf YouTube die neuesten Videos und alte Kinofilme anschauen; die jüngste Ausgabe der „Tagesschau“ auch unterwegs auf dem Smartphone anklicken; über die Musik-App Spotify Oldies und aktuelle Hits auf den Kopfhörer spielen: Der Datenverkehr, den solche Anwendungen bedingen, steigt so explosionsartig an, dass sich erste Engpässe im Internet abzeichnen. Investitionen in die Fest- und Mobilfunknetze in Milliardenhöhe sind erforderlich, die am Ende der Verbraucher bezahlen muss.

Dabei spielt die Deutsche Telekom eine entscheidende Rolle. Der Marktführer im Mobilfunk und Festnetz ist immer noch der mit Abstand größte Netzbetreiber in Deutschland und wickelt den größten Teil des hierzulande anfallenden Datenverkehrs ab. Ziel des Ex-Monopolisten ist es, den Preiskampf beim Zugang zum Internet zu beenden und künftig mehr dafür zu verlangen. Fieberhaft sucht der Konzernvorstand deshalb nach einer neuen Strategie, Preiserhöhungen für Vielsurfer geschickter als bisher zu verpacken. „Wir werden in Zukunft einige Dinge anders machen“, deutet van Damme an.

Wie viele Flatrate-Tarife es dann noch geben wird und wie hoch diese dann sein werden, das will die Telekom erst in den nächsten Monaten entscheiden. Fest steht nur, dass sie den Trend zu immer preiswerterem Internet durchbrechen will. „Wir werden mehr in den Netzausbau investieren“, kündigt van Damme an. „Das Geld müssen wir auch zurückverdienen können.“

Wie stark der globale Datenverkehr bis 2016 ansteigt (zum Vergrößern bitte anklicken)

Riesige Datenpakete

In welche Richtung der Riese vom Rhein marschiert, zeichnet sich inzwischen in Konturen ab. Wer schneller durchs Internet surft und ständig riesige Datenpakete im Web absaugt oder verschickt, so viel ist gewiss, der soll auch mehr bezahlen. Neben den Flatrate-Tarifen, bei denen der Kunde einen festen Betrag pro Monat entrichtet, will die Telekom wieder verstärkt traditionelle Volumentarife einführen. Bei diesen tickt dann der Bit-Zähler, und von einer bestimmte Datenmenge an werden zusätzliche Gebühren fällig. Hinzu kommt, dass superschnelle Internet-Anschlüsse mehr kosten sollen. Ein Aufschlag von fünf bis zehn Euro, lassen Telekom-Manager hinter vorgehaltener Hand durchblicken, müsste es schon sein, um die Milliardeninvestitionen in schnellere Netze wirtschaftlich zu rechtfertigen.

Hyperconnectivity

So surft Deutschland im Netz
Die Deutschen haben sich im Internet eingerichtet und nutzen es völlig selbstverständlich - dies ist eine Erkenntnis der neuen, jährlich erscheinenden Online-Studie von ARD und ZDF. Nach einem teils rasanten Anstieg der Internetverbreitung in Deutschland in den vergangenen Jahren beginnt sich das Wachstum zu verlangsamen: Nur 1,7 Millionen Deutsche haben seit 2011 erstmals den Weg ins Internet gewagt. Inzwischen sind 53,4 Millionen Menschen in Deutschland am Netz - das entspricht 75,9 Prozent der Bevölkerung. Oder anders formuliert: Immer noch ist knapp ein Viertel der Deutschen nicht online.
Ältere Menschen hinken bei der Internetnutzung immer noch leicht hinterher, holen aber in großem Tempo auf. Gegenüber 2011 ist die Online-Nutzung der Menschen über 50 Jahre von 69 Prozent auf knapp 77 Prozent gestiegen. Bei den „Silver Surfern“ ab 60 nutzen immerhin 39,2 Prozent das Netz, im Vorjahr waren es noch 34,5 Prozent gewesen.
Auch das Ausmaß der Nutzung lässt aufhorchen: Durchschnittlich nutzen die Deutschen das Internet 83 Minuten täglich. Zum Vergleich: Die Fernsehnutzung liegt bei rund 242 Minuten täglich, die Radionutzung bei 191 Minuten pro Tag. Weil das Internet auch heute noch überwiegend als anspruchsvolles, forderndes „Lean-Forward-Medium“ gilt, ist diese Online-Unterlegenheit wenig verwunderlich: Wer im Internet surft, ist häufig auf der Suche nach ganz bestimmten Informationen und agiert so weitaus selbstständiger als ein klassischer TV- oder Hörfunk-Nutzer.
Der seit Jahren zu beobachtende Trend zur mobilen Internetnutzung hält an: 23 Prozent der Nutzer gehen inzwischen auch über Smartphones oder Tablet-Computer ins Netz. Die Wissenschaftler von ARD und ZDF stellen dazu fest: „Dabei ersetzen mobile Endgeräte nicht den stationären Zugang, sondern sie schaffen neue Nutzungssituationen.“ Zum Beispiel am Strand.
Und als wäre das Dauerfeuer der Internet-, Fernseh- und Radio-Informationen noch nicht genug, bestätigt sich in diesem Jahr ein Trend zur Parallelnutzung: „Second Screen“ nennen die Forscher das Verhalten, während des TV-Konsums via Laptop, Smartphone oder Tablet-Computer im Internet zu surfen. 13 Prozent der Nutzer sind bereits betroffen.
„Während Smartphones besonders beliebt bei den Unter-30-Jährigen sind, sind Tablets, die inzwischen in 8 Prozent der deutschen Haushalte vorhanden sind, die Domäne der 30- bis 49-Jährigen“, befinden die Wissenschaftler. Große Touch-Geräte bieten besonders einfache, intuitive Bedienungskonzepte und beschränken sich aufs Wesentliche. Bei den Menschen mittleren Alters, die noch nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, kommt das offensichtlich gut an.
Bemerkenswert ist zudem, das Smartphone-Benutzer ihr Geräte anders verwenden als einen Tablet-PC: Das Smartphone dient vor allem der schnellen Echtzeit-Kommunikation in sozialen Netzwerken, bei Tablet-Nutzern geht es vor allem um das Surfen auf Internetseiten und die E-Mail-Kommunikation.

Doch wie teuer das Internet künftig generell werden muss, damit die Betreiber genug Geld verdienen, um mit zusätzlichen Investitionen in Übertragungstechnik den explodierenden Datenhunger der Nutzer stillen zu können, lässt sich längst nicht so einfach beantworten, wie die Telekom dies suggeriert. Selbst Spezialisten für Internet-Ökonomie können keine eindeutigen Antworten liefern, wie viel der Konsument dazu beitragen muss, dass die Datennetze immer leistungsfähiger werden.

Videos auf jedem Bildschirm

Auf den ersten Blick klingt der Wunsch der Deutschen Telekom nach höheren Gebühren durchaus plausibel. Wie ein Tsunami rauscht in den nächsten Jahren eine kaum zu bändigende Datenflut auf das gesamte Internet zu. Ob per Smartphone und Tablet unterwegs oder am PC zu Hause – überall laufen bewegte Bilder auf Bildschirmen und Displays. Vor allem der steigende Videokonsum im Internet lässt den Datenverkehr in den nächsten drei Jahren mit Zuwachsraten von jährlich 30 Prozent so stark anschwellen wie noch nie (siehe Grafik).

Bis 2017, prophezeit eine kürzlich veröffentlichte Studie des US-Routerherstellers Cisco, wird der weltweit über das Internet übertragene Datenverkehr auf die neue Rekordhöhe von 1,4 Zettabyte pro Jahr explodieren. Das sind eine Milliarde mal eine Milliarde mal 1.000 Byte, eine Zahl mit 21 Nullen. Die Zahl der Geräte mit Internet-Zugang werde dann drei Mal so hoch sein wie die derzeitige Weltbevölkerung von 7,1 Milliarden Menschen. „Die Datenmenge aller Spielfilme, die jemals in die Kinos gekommen sind, wird dann alle drei Minuten durch das globale Internet transportiert“, rechnet Cisco vor. Schon heute produzieren 20 Durchschnittshaushalte so viel Datenverkehr wie das gesamte Internet im Jahre 1995. Hyperconnectivity nennen Experten das neue Zeitalter, in dem die Zahlen auszugehen drohen, um den Datenverkehr quantitativ zu beschreiben.

Kosten für einen Internet-Anschluss bei flächendeckender Verkabelung Deutschlands mit Glasfaser (in Euro) (zum Vergrößern bitte anklicken)

Um dafür gewappnet zu sein, bereiten sich alle Netzbetreiber darauf vor, Milliarden in ihre Kabel und Funkstationen zu investieren. Die Mobilfunknetze, ursprünglich nur fürs Telefonieren gedacht, werden in weiten Teilen Deutschlands mithilfe des schnelleren Standards LTE von 14,4 auf die Spitzengeschwindigkeit von bis zu 150 Megabit pro Sekunde gebracht.

Gleiches geschieht mit den festen Leitungen unter der Erde, die der Deutschen Telekom oder ihren Wettbewerbern gehören. Ursprünglich nur fürs Telefonieren und Internet-Surfen auf maximal 16 Megabit pro Sekunde ausgelegt, bekommen die DSL-Leitungen nun einen Turbo für bis zu 100 Megabit pro Sekunde eingebaut. Auf diese Weise sollen zwei Drittel der deutschen Haushalte hoch auflösende Video- und Fernsehbilder empfangen können. Und die Kabel-TV-Buchse, einst für den reinen Fernsehempfang installiert, soll sogar 200 Megabit pro Sekunde liefern.

Andere Regeln

Stärken und Schwächen der Telekom
Schwäche1: Bereinigte Kennzahlen verzerren das BildWie fast kein anderes Unternehmen ist die Deutsche Telekom dafür bekannt, in ihren Zahlen ständig irgendwelche Sondereinflüsse auszuweisen. Berichtete und bereinigte Kennzahlen weichen regelmäßig meilenweit voneinander ab. Der Konzern hat zwar immer zahlreiche Begründungen für die Bereinigungen parat. Gleichwohl ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese die Berichterstattung komplexer und schwerer verständlich machen. Allein im Geschäftsjahr 2011 liegen berichtetes und bereinigtes Konzernergebnis 2,3 Milliarden Euro auseinander. Aufwendungen, die der Konzern als Sondereffekte deklarierte und somit auch bereinigte, waren unter anderem Ausgaben für den Konzernumbau wie etwa Personalmaßnahmen sowie Firmenwertabschreibungen auf die Tochtergesellschaften T-Mobile in den USA und OTE in Griechenland. Quelle: AP
Als positiven Sondereffekt bereinigte die Telekom die Ausgleichszahlung, die der Konzern vom US-Konkurrenten AT&T für das Platzen des T-Mobile USA-Deals erhielt. Zunächst sind alle diese Bereinigungen verständlich. Experten kritisieren aber, dass manche Sondereffekte seit Jahren auftreten - wie etwa die Aufwendungen für den Stellenabbau. Aus Konzernkreisen heißt es dazu, dass die Sondereffekte, die den Konzernumbau betreffen, in der Zukunft abnehmen werden. Einmaleffekte aus Unternehmenstransaktionen (M&A) will die Telekom aber weiterhin bereinigen, um sich innerhalb der Branche vergleichbar zu machen. Quelle: dapd
Schwäche 2: Schuldenberg drückt auf die BilanzEin Trostpflaster gibt es für die Telekom-Aktionäre. Die US-Tochter T-Mobile ist der Bonner Konzern im vergangenen Jahr zwar nicht losgeworden. Die Ausgleichszahlung für das Platzen des Deals von AT&T in Höhe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro half dem Konzern aber an anderer Stelle: Die Telekom konnte ihre Nettofinanzschulden - also die Differenz aus Bruttofinanzschulden und Zahlungsmitteln - um 2,2 Milliarden Euro oder 5,1 Prozent senken. Gleichwohl bleiben die Nettofinanzschulden mit 40,1 Milliarden Euro weiterhin hoch. Im Verhältnis zum Eigenkapital machen die Nettofinanzschulden 100 Prozent aus. Zudem betragen sie das 2,1-Fache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Quelle: dapd
Damit bleibt die Telekom zwar innerhalb ihres eigenen Zielkorridors. Von den Ratingagenturen wird der Konzern aber - unter anderem wegen der hohen Verschuldung - nur mit BBB+ (S&P, Fitch) beziehungsweise Baa1 (Moody's) bewertet. Damit liegt die Telekom nur drei Stufen über Ramschniveau. Ratingagenturen ziehen bei ihrer Bonitätsbeurteilung auch die Pensionsverpflichtungen hinzu. In ihrer Bilanz weist die Telekom 6,1 Milliarden Euro an Rückstellungen für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter aus. Ihre Nettoschulden erhöhen sich aus Sicht der Ratingagenturen entsprechend. Der geplante Verkauf der Tochter T-Mobile USA an den US-Konkurrenten AT&T für 39 Milliarden Dollar hätte die Schulden auf einen Schlag reduziert. Nun, da der Deal geplatzt ist, muss der Bonner Konzern Alternativen finden. Quelle: dpa
Schwäche 3: Das Auslandsgeschäft bleibt mühevollUm das schrumpfende Geschäft im Heimatmarkt zu kompensieren, hat die Telekom in zahlreiche Auslandsmärkte investiert - mit gemischtem Erfolg. In den USA fällt es der Telekom-Tochter T-Mobile zunehmend schwer, mit starken nationalen Konkurrenten wie Verizon und AT&T zu konkurrieren. Der geplante Verkauf der Sparte an AT&T hatte daher Begeisterung bei den Investoren ausgelöst. Seit der Deal wegen kartellrechtlicher Bedenken der US-Behörden scheiterte, warten die Aktionäre auf eine Alternative von Konzernchef René Obermann. In Griechenland ist die Telekom mit 40 Prozent an OTE beteiligt. Neben der Schuldenkrise machen dem Konzern dort vor allem die immer strengere Regulierung und die höheren Steuern zu schaffen. Quelle: dpa
Die Telekom spielt daher auch schon die Konsequenzen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone durch. Es heißt, der Konzern sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die griechische Tochter OTE danach auch ohne Hilfen der deutschen Mutter überlebensfähig sei. OTE muss auch im Falle eines Währungswechsels und einer spürbaren Abwertung der Drachme die finanziellen Verpflichtungen erfüllen können. Denn noch laufen Kredite und Anleihen in Euro, der Kapitaldienst würde sich drastisch verteuern. Weil OTE mit dem Mobilfunk momentan gutes Geld verdient und sich vor allem im ersten Quartal positive Trends zeigten, könne die OTE ihre Finanzierung allein stemmen, so die Hoffnungen der Telekom. Quelle: dpa
Stärke 1: Anleger werden bei Laune gehaltenAls Wachstumswert kann die Telekom ihre Aktie den Investoren nicht verkaufen, dafür aber als Dividendenpapier. Bis einschließlich nächstes Jahr garantiert der Konzern die Ausschüttung sogar. Wie im Vorjahr sollen die Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr daher 70 Cent je Aktie erhalten. Das entspricht einer Ausschüttungssumme von drei Milliarden Euro. Bei einem Konzernüberschuss von nur 557 Millionen Euro im Jahr 2011 erscheint der Betrag zunächst riesig. Doch da das Nettoergebnis durch zahlreiche Sondereinflüsse belastet ist, misst die Telekom ihre Ausschüttungsquote lieber am Free Cash-Flow. Das sind die freien Mittel, die nach Abzug der Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von den Zuflüssen aus dem operativen Geschäft noch übrig bleiben. Diese Relation liegt 2011 mit 43 Prozent unter dem Vorjahreswert von 59 Prozent. Quelle: dpa

Bisher konnten sich die Kunden darauf verlassen, dass sie ein Mehr bei der Leistung entweder für das gleiche oder sogar für weniger Geld bekamen. Immerhin machten die seit Jahren vergleichsweise moderaten Gebühren von 30 bis 40 Euro pro Monat das Internet erst zur größten Maschine der Welt.

Doch weshalb tickt das Internet so, während viele andere Industrien zusätzliche Leistungen nur mit Mehrkosten und letztlich zu höheren Preisen anbieten? Und warum soll das in Zukunft nicht mehr funktionieren und der Kunde mehr für seinen Internet-Anschluss bezahlen?

Die Antwort liegt in der komplizierten Ökonomie des Internets, die sich von den Regeln anderer Branchen teilweise grundlegend unterscheidet. So gelten für den Transport von Daten andere Regeln als in der Logistikbranche. Bei der Beförderung von Waren hängen die Kosten und damit letztlich auch die Preise vor allem davon ab, wie schwer etwa ein Brief oder Paket ist, ob der Empfänger im Inland oder im Ausland wohnt und wie schnell der Transport erfolgen soll. Ein Brief durch die Luft kostet eben mehr als per Schiff, und ein großes Paket braucht mehr Platz auf dem Lkw als ein kleines.

Im Internet dagegen sind die Transportkosten so extrem niedrig, dass die Größe eines Datenpakets praktisch nicht zu Buche schlägt und auch nicht die Geschwindigkeit, mit der es durchs Netz rauscht. Die Bits und Bytes suchen sich quasi automatisch den günstigsten Weg über die weltweiten Datenautobahnen und umrunden in Lichtgeschwindigkeit auch mal den Globus, obwohl sich Absender und Empfänger gerade in Deutschland aufhalten.

„Müsste das Netz den dreifachen Verkehr wie heute bewältigen“, rechnet Karl-Heinz Neumann, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) in Bad Honnef bei Bonn, vor, „dann würden die Gesamtkosten dadurch um nicht mehr als zehn Prozent steigen.“

Warum der Ausbau des Internets für die Deutsche Telekom so teuer ist

Die Ursache für diesen Befund liegt in Besonderheiten bei den fixen und den variablen Kosten, die die Unternehmen aufwenden müssen. So ist der weit überwiegende Teil aller Investitionen in die Internet-Infrastruktur wirtschaftlich abgeschrieben. Das heißt, die Unternehmen haben die Ausgaben für das Verbuddeln der Kabel längst verdient und müssen sie nicht mehr in die Preise einfließen lassen.

Im deutschen Untergrund, auf den letzten 100 Metern vom Hauptstrang bis in die Wohnungen, ruhen zum Beispiel die Kupferkabel der Deutschen Telekom und die Leitungen der beiden Kabel-TV-Gesellschaften Kabel Deutschland und Unitymedia. Beide Infrastrukturen sind in der Regel mehr als 30 Jahre alt, die Ausgaben dafür belasten die Kostenkalkulation nicht mehr.

Das führt dazu, dass der laufende Betrieb des Netzes von derartigen Kosten kaum tangiert wird. Gemessen an den Gesamtkosten eines DSL-Anschlusses, die beispielsweise ein Telekom-Konkurrent tragen muss, schlagen die Kosten für das transportierte Datenvolumen deshalb nach Berechnungen des WIK nur mit 4,41 Euro pro Monat zu Buche, das sind nur 13 Prozent der Gesamtkosten.

Nicht mehr konkurrenzfähig

Wo das Internet den stärksten Einfluss auf die Gesellschaft hat
Platz 30Tunesien belegt mit 50,68 Prozent den 30. Platz von insgesamt 61 Ländern, die auf den Einfluss des Internets auf die Gesellschaft untersucht wurden. Quelle: dapd
Platz 29Da es sich nicht um eine Rangliste handelt, in der es nur um die Freiheit des Internets und dessen Nutzung geht, landet China mit mit 51,72 an 29. Stelle. Wenig überraschend fällt vor allem der Einfluss des Internets auf die Politik mit 32,27 gering aus. Quelle: REUTERS
Platz 28Kasachstan schafft es mit immerhin 53,46 Prozent auf Platz 28. Quelle: dpa
Platz 27... geht an die Türkei mit einem Wert von 53,7. Besonders gering ist hier der Einfluss des Internets auf die Wirtschaft (45,98). Quelle: dapd
Platz 26In Kolumbien liegt der Wert bei 53,86. Quelle: dpa
Platz 25Die Polen belegen mit 54,84 Prozent Platz 25. Bei unseren europäischen Nachbarn ist vor allem der Einfluss auf die Politik durch das Internet mit einem Wert von 37,55 eher schlecht ausgeprägt. Quelle: dapd
Platz 24Brasilien liegt mit einem Wert von 56,3 auf Platz 24. Quelle: dapd

Gleiches gilt für die riesigen Datenautobahnen auf den Fernstrecken. Nach dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2002 mussten viele US-amerikanische Glasfaserbetreiber wie Global Crossing oder Worldcom, die im Zuge der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes entstanden waren, Insolvenz anmelden.

Die verlegten Leitungen bilden heute vielfach die sogenannten Backbones, also das Rückgrat der Datenkommunikation, das zwischen den europäischen Großstädten oder den Kontinenten verläuft. Insbesondere einige hochfrequentierte Transatlantikrouten fielen nach dem Platzen der Dotcom-Blase als Konkursmasse in die Hände neuer Eigentümer.

Ein Großteil dieser zwischen 1996 und 2002 getätigten Investitionen, deren Volumen Experten wie der Buchautor Keith Brody („The Great Telecom Swindle“) auf 4.000 Milliarden US-Dollar schätzen, gelten als sogenannte versunkene Kosten. Die Folge: Der Wegfall dieses Kostenblocks eröffnete den Weg zu einem Preisverfall, durch den die Übertragung eines Bytes zurzeit fast nichts kostet.

Dass sich daran zumindest in der nächsten Zeit nichts ändern wird, liegt an der zweiten Besonderheit der Internet-Ökonomie: der steigenden Leistungsfähigkeit der Technik bei gleichzeitig sinkenden Kosten, ähnlich wie das bei den Computerchips der Fall ist. Denn sobald mehr Bits transportiert werden müssen, setzen die Netzbetreiber die nächstschnellere Generation an Routern ein, die an den Knotenpunkten des Netzes die Daten weiterleiten. Diese Technik vermag immer mehr mit der Folge, dass die Kosten pro Dateneinheit sinken.

„Die Wachstumsrate des Verkehrs war nicht höher als die Leistungssteigerung des Netzequipments“, sagt WIK-Geschäftsführer Neumann. Nach seinen Berechnungen fallen die Übertragungskosten pro Megabit genauso stark, wie der Datenverkehr wächst – im Durchschnitt um jährlich knapp 30 Prozent. „Aus Kostengründen gab es in der Vergangenheit keinen Grund, die Preise anzuheben“, sagt Neumann. „Und es gibt wenig Anlass anzunehmen, dass sich dies in Zukunft ändert.“

Verfügbarkeit von schnellen Internetanschlüssen in deutschen Städten und Dörfern (zum Vergrößern bitte anklicken)

Dass die Deutsche Telekom trotzdem die Preise erhöhen will oder muss, liegt daran, dass für sie die Internet-Ökonomie nicht in vollem Umfang gilt. Denn große Teile des Telekom-Netzes sind nicht mehr konkurrenzfähig und lassen sich, anders als zum Beispiel die Datenautobahnen, nur durch Milliardeninvestitionen auf den erforderlichen Stand bringen.

Prekäre Lage

Mit großer Sorge beobachtet der Telekom-Vorstand, wie stark von Stadtwerken kontrollierte Regionalanbieter wie Netcologne in Köln oder M-Net in München sowie die Kabel-TV-Anbieter mit superschnellen Internet-Anschlüssen mit Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde und mehr auftrumpfen und ihnen den Nimbus des Technologieführers streitig machen. Die Stadtwerke-Töchter bauen in lukrativen Großstädten eine komplett neue Glasfaserinfrastruktur auf. Und die Kabel-TV-Anbieter profitieren von der Überlegenheit des dort eingesetzten Koaxialkabels, das mit marginalem Aufwand genauso auf Spitzengeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde beschleunigt werden kann wie ein neu eingerichteter teurer Glasfaseranschluss.

Gigantischer Aufwand

Was die Deutschen im Internet suchen
Der Begriff Miete wurde in den Monaten Januar bis August 2013 deutlich häufiger gesucht als noch vier Jahre zuvor. Die Steigerung liegt bei 79 Prozent. Die steigenden Mietpreise in den Städten werden für nicht wenige Bürger zum Problem. Fast alle Parteien haben sich daher bereits für eine Mietpreisbremse nach der Wahl eingesetzt. Die Wohnungsbaugesellschaften stellen sich dagegen. Quelle: dpa
Ein Flüchtling sitzt vor der Gemeinschaftsunterkunft der Asylbewerber in Bad Mergentheim auf einer Tischtennisplatte. Auch die Zuwanderungspolitik scheint die Deutschen mehr zu beschäftigen. Der begriff Asyl wurde jedenfalls 64 Prozent häufiger bei Google gesucht als noch vor vier Jahren. Quelle: dpa
Ebenfalls eingeschlagen hat die Debatte über die niedrigen Gehälter in etlichen Branchen - von Taxifahrern über die Fleischindustrie bis hin zu den Pflegeberufen. Die Google-Suche nach dem Wort Mindestlohn hat zumindest um 52 Prozent zugenommen. Quelle: dpa
Ob Hochschulen und Universitäten Studiengebühren erheben, ist nach dem föderalen System in Deutschland Ländersache. Für künftige Studierende kann der Wegfall von Studiengebühren zum entscheidenden Kriterium werden. Entsprechend häufig wird der Begriff gesucht - 2013 um 40 Prozent häufiger als vor der vergangenen Bundestagswahl. Quelle: dpa
Die stark schwankenden Benzinpreise beschäftigen die Bundesbürger ebenfalls. Auch dieser Begriff wurde häufiger gesucht als 2009. Die Steigerung liegt bei 27 Prozent. Quelle: dpa
2013 hat für gesetzlich Versicherte gut angefangen: Die bürokratische Praxisgebühr von zehn Euro pro Arztbesuch pro Quartal wurde zu Grabe getragen. Doch die Neuregelung bei der Praxisgebühr scheint viele Bundesbürger verwirrt zu haben. Der Begriff wurde zu 24 Prozent häufiger gesucht als vor vier Jahren. Quelle: dpa
Die Sorge um die Lücke in der Altersvorsorge scheint die Menschen auch 2013 weiter stark beschäftigt zu haben. Bei Google wurde das Wort Rente mit einem Plus von 20 Prozent deutlich häufiger gesucht als 2013. Quelle: dpa

Die Telekom als Ex-Monopolist ist zwar noch Platzhirsch mit bundesweit 12,4 Millionen DSL-Kunden und einem Marktanteil von 44 Prozent. Doch in einigen Großstädten ist sie bereits so stark abgerutscht, dass sie mit einem Marktanteil von weniger als 30 Prozent nur noch auf dem dritten Platz rangiert. Mit Werbesprüchen wie „Das Giganetz kommt“ suggeriert der Konzern zwar seit Jahren, dass er auch in Zukunft jeden Kundenwunsch nach noch schnelleren Internet-Anschlüssen erfüllen kann. Doch von der Realität ist dies weit entfernt. Denn der traditionelle DSL-Anschluss, mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent der am häufigsten installierte Internet-Zugang in Deutschland, stößt in wenigen Jahren an seine Belastungsgrenze. „Die bisherigen Bandbreiten werden die Anforderungen der Kunden bald nicht mehr erfüllen“, warnt die Deutsche Telekom in einem Schreiben an die Bundesnetzagentur.

Beim DSL-Anschluss, der maximal 16 Megabit pro Sekunde erlaubt, könnte dies von 2015 an passieren. Beim schnelleren VDSL-Anschluss, der den DSL-Anschluss auf 50 Megabit pro Sekunde beschleunigt, träten 2018, also drei Jahre später, die ersten Engpässe auf. Doch um flächendeckend in Deutschland alle Kupferkabel auszutauschen, müsste die Deutsche Telekom 80 Milliarden Euro investieren.

2013 genutzte Internet-Anschlüsse nach Leistung (zum Vergrößern bitte anklicken)

Ganz anders die Kabel-TV-Anbieter Kabel Deutschland und Unitymedia, die mit dem schnelleren Netz in den Kundenbeständen der DSL-Anbieter wildern: Ihnen reichten 5,5 Milliarden Euro, um seit 2005 das ursprünglich ausschließlich für Fernsehsignale konzipierte Kabelnetz internetfähig zu machen. 24,6 Millionen Haushalte in Deutschland besitzen auf diese Weise mit dem Koaxialkabel eine starke Alternative zum DSL-Anschluss. Um kurzfristig dagegenzuhalten, versucht es die Telekom mit Zwischenlösungen. Dazu zählt zum Beispiel die neue sogenannte Vectoring-Technologie in den Verteilerschränken am Straßenrand. Die presst aus den veralteten Kupferkabeln das Maximum von 100 Megabit pro Sekunde heraus, indem sie wie eine Art Turbo arbeitet. Sechs Milliarden Euro will die Telekom bis 2016 investieren, damit 24 Millionen Haushalte auf diese Weise in den Genuss der höheren Geschwindigkeit kommen.

Langfristig wird die Deutsche Telekom aber nicht an einem kompletten Austausch ihrer Kupferkabel durch Glasfaser vorbeikommen. Der Aufwand ist gigantisch, um wirklich allen 40 Millionen Haushalten in Deutschland die Übertragung von einem Gigabit pro Sekunde zu ermöglichen, die wahrscheinlich schon in zehn Jahren erforderlich sein wird. In allen Ortsnetzen müssten die Bagger anrollen, auf einer Gesamtlänge von 1,5 Millionen Kilometern die alten Kupferkabel herausreißen und durch moderne Glasfaser ersetzen.

Die doppelte Geschwindigkeit zum gleichen Preis

So schön sieht WLAN aus
Zu Hause, im Büro und an öffentlichen Plätzen: WLAN ist überall. Aber wie sehen die Wifi-Strahlen eigentlich aus, haben sich der Tech-Blogger Nickolay Lamm und die Astrobiologin M. Browning Vogel Ph.D von der Nasa gefragt. Also griffen sie sich Bilder der Gegend um die Washingtoner National Mall und legten darüber Muster, wie das drahtlose Internet aussehen könnte. Wifi-Wellen haben eine gewisse Höhe und einen bestimmten Abstand zueinander. Er ist kürzer als bei Radiowellen und länger als bei Mikrowellen, sodass eine einzigartige Übertragung entsteht, die nicht durch andere Signale unterbrochen werden kann. Verschiedene Sub-Kanäle werden hier in verschiedenen Farben dargestellt. Quelle: gigaom.com
Die entstandenen Bilder zeigen eindrucksvoll, wie sich die unterschiedlichen Frequenzen der WLAN-Strahlen in der Öffentlichkeit verhalten. Hier werden die Impulse als bunte Kugeln visualisiert. Die Quelle ist rechts im Bild zu sehen. Jede Farbe steht für einen eigenen Ausschnitt aus dem elektromagnetischen Feld. Wifi-Felder sind meist sphärisch (wie hier) oder ellipsenförmig und erstrecken sich an öffentlichen Orten bis zu 300 Meter. Quelle: gigaom.com
Dieses Bild soll zeigen, dass die Impulse etwa sechs Zoll voneinander entfernt sind. Es wird auch deutlich, warum ein öffentlicher Platz nicht immer gleich gut mit Netz abgedeckt ist. Quelle: gigaom.com
Wifi-Antennen können an Bäumen, Laternenmasten oder auf Gebäuden befestigt werden. Mehrere Antennen können das komplette Gebiet um die National Mall abdecken. Das Internet legt sich hier wie eine Decke auf den Platz. Quelle: gigaom.com
Internetwellen sind überall - das machen uns die Bilder eindrucksvoll klar. Aber allen Berichten über schädliche Wirkungen zum Trotz: Sie sind einfach wunderschön. Quelle: gigaom.com

Pro Haushalt würde das Kosten in Höhe von 1.300 Euro in dicht besiedelten Ballungszentren und 4.800 Euro in dünn besiedelten Regionen nach sich ziehen. Das Milliardenprojekt ließe sich nur dann wirtschaftlich rechtfertigen, wenn jeder Haushalt 44 Euro als monatliche Grundgebühr bezahlen würde, rund sechs Euro mehr als heute. Allerdings reicht der Aufschlag nur, wenn 70 Prozent der angeschlossenen Haushalte den Glasfaseranschluss künftig auch nutzen. Stiegen weniger Haushalte auf Glasfaser um, würde der neue superschnelle Internet-Zugang deutlich teurer.

Die Telekom gerät dadurch besonders in den Kabel-TV-Regionen in eine prekäre Lage. Als Eigner eines alten, kaum noch konkurrenzfähigen Telefonnetzes muss sie Milliarden investieren, um Kunden das Komplettangebot aus Telefon, Internet und Fernsehen anzubieten. Die Kabelnetzbetreiber dagegen können mit vergleichsweise niedrigem Aufwand auch noch Telefon und Internet als neue Dienstleistungen in ihre Leitungen packen. Während die Telekom auf fünf bis zehn Euro mehr Umsatz hoffen kann, dürften die Kabelnetzbetreiber ihre Einnahmen von derzeit durchschnittlich rund zehn Euro pro Kunde auf über 30 Euro steigern.

Telekom ausgebremst

Vor diesem Hintergrund erscheint sogar die auf den ersten Blick recht teure Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone preiswert. Der Telekom-Konkurrent bekommt für 10,7 Milliarden Euro (inklusive Schulden) Zugang zu 15,3 Millionen Haushalten in 13 Bundesländern. Pro Haushalt zahlt Vodafone demnach nur 700 Euro, also deutlich weniger, als die Telekom in einen vergleichbar schnellen Glasfaseranschluss investieren muss.

Wie hart es für die Telekom wird, die erforderlichen Preiserhöhungen zur Finanzierung ihrer Milliardeninvestitionen durchzusetzen, zeigt sich schon jetzt. Und zwar in den 51 Städten, in denen sie gerade den VDSL-Anschluss mit 50 Megabit pro Sekunde eingeführt hat. Von den zwölf Millionen potenziell erreichbaren Haushalten haben erst gut zehn Prozent den schnelleren Anschluss gebucht. Der Grund: Die 39,95 Euro pro Monat sind vielen zu teuer.

In Arbeit
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Die neue Vodafone-Tochter Kabel Deutschland hat jedenfalls keine Probleme, superschnelle Internet-Anschlüsse zu verkaufen. Dort, wo es die neuen 100-Megabit-Anschlüsse schon gibt, buchen bereits 40 Prozent der Neukunden die schnellste Verbindung.

Das Angebot kann die Deutsche Telekom nur schwer toppen. Kabel Deutschland bietet die doppelte Geschwindigkeit zum gleichen Preis von 39,90 Euro.

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