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Internetriesen Steuerbehörden rücken Konzernen auf den Leib

Internetriesen wie Google, Facebook und Amazon zahlen vergleichsweise wenig Steuern. Damit soll nun Schluss sein, fordert der Rechnungsprüfungsausschuss des britischen Parlaments.

Wo Unternehmen und Bürger die höchsten Steuern zahlen
Platz 10: KolumbienDie gesamte Steuerrate liegt in diesem südamerikanischen Land bei 74,4 Prozent. Die Studie von PricewaterhouseCoopers zählt zur gesamten Steuerrate: Steuern auf Unternehmensgewinne, Arbeit, Sozialabgaben und andere Abgaben, sowie andere Steuern. Quelle: PWC, Doing Business database Quelle: Reuters
Platz 9: PalauRein landschaftlich könnte dies ein Steuerparadies sein. Doch insgesamt 75,7 Prozent werden auf dem pazifischen Inselstaat erhoben. Für die Region ist das außergewöhnlich: Das pazifische Asien erhebt Steuern in der Regel unterhalb des Weltdurchschnitts. Der liegt bei 44,7 Prozent. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 8: BolivienDas Andenland erhebt Steuern in Höhe von insgesamt 83,4 Prozent. Südamerika ist nach wie vor die Region der Welt, wo Steuerzahler und Unternehmen am meisten Zeit investieren müssen, um die Zahlung an den Fiskus vorzubereiten: durchschnittlich 619 Stunden im Jahr (Global: 216 Stunden) Eine Vielzahl an undurchsichtigen Regeln und ständige Änderungen durch den Gesetzgeber machen das Zahlen von Steuern zu einer zeitaufwändigen Aufgabe. Quelle: Reuters
Platz 7: TadschikistanBürger und Unternehmen werden hier mit Steuern in Höhe von 84,5 Prozent belastet. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 6: EritreaDas afrikanische Land liegt gleich auf mit Tadschikistan: insgesamt zahlen Firmen und Bürger hier 84,5 Prozent Steuern. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 5: UzbeksitanDie gesamte Steuerlast liegt hier bei 98,5 Prozent. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 4: ArgentinienDas Land erhebt Steuern in Höhe von insgesamt 108,3 Prozent.

Multinationale Konzerne wie Starbucks, Google und Amazon vermeiden nach Ansicht britischer Abgeordneter in unmoralischer Weise das Zahlen von Steuern. Der Rechnungsprüfungsausschuss des britischen Parlaments forderte die Regierung am Montag auf, sie solle deutlicher gegen diese Praktiken vorgehen.

Die Konzerne nutzten die Steuergesetze so aus, dass sie Gewinne, die sie in Großbritannien machten, einfach in andere Länder verlagerten. Dadurch müssten die Konzerne in Großbritannien wenige oder keine Steuern zahlen, erklärte die Labour-Abgeordnete Margaret Hodge. "Das ist eine Beleidigung der britischen Unternehmer und Einzelpersonen, die einen fairen Beitrag leisteten." Bei einer Anhörung im vergangenen Monat seien Vertreter der drei Unternehmen "nicht überzeugend und in einigen Fällen auch ausweichend" gewesen, erklärte Hodge.

Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben sich schon gemeinsam dafür ausgesprochen, dass mehr gegen die Strategien der Unternehmen zur Vermeidung von Steuerzahlungen getan wird. Der britische Schatzkanzler George Osborne kündigte am Sonntag, die Steuerbehörde werde mehr Geld bekommen, um gegen die Steuervermeidung der Konzerne vorzugehen. Er werde dies auch zum Thema bei den Beratungen der G-7 und G-8 machen, wenn Großbritannien dort im kommenden Jahr den Vorsitz übernehme.

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Die konservative britische Zeitung „The Times“ kommentiert den Bericht des britischen Parlamentsausschusses als längst überfälligen Weckruf. "Die Regierungen haben den Unternehmen immer die falschen Anreize gegeben. In Boomjahren war dies einfach dumm. In schlechten Zeiten ist dies unentschuldbar", heißt es in dem Bericht. Der Parlamentsausschuss betrachte die Steuervermeidung von Unternehmen wie Amazon, Starbucks und Google als unmoralisch und kritisiere die Unternehmen, ausweichende und nicht überzeugende Auskünfte gegeben zu haben.

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