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iPhones und Macbooks Apple-Mania in China   

Schon wieder hat sich bei einem Apple-Zulieferer in China ein tödlicher Unfall ereignet. Dem Erfolg der Marke aber schaden die Vorfälle kaum. China ist im Apple-Rausch.

Die wichtigsten Neuheiten bei Apple
Der Star der morgendlichen Apple-Präsentation, die um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit in San Francisco stattfand: Das neue Macbook Pro. Das iPad von Apple hat viele Verbraucher von klassischen Notebooks und Desktop-Computern weggelockt. Mit dem neuen Gerät will der Konzern zeigen, dass er auch mit seinen Laptops noch Begeisterung wecken kann. Quelle: dapd
Wichtigstes Feature des neuen Modells: ein Retina-Display mit einer Auflösung von 2800 x 1800 Pixeln. Mit Retina bezeichnet Apple alle Bildschirme seit dem iPhone 4, deren Pixel bei einem alltäglichen Betrachtungsabstand mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind. Das neue Macbook Pro bietet vier Mal so viele Pixel wie der Vorgänger. Quelle: dapd
Ein weiteres Vorteil gegenüber den alten Modellen: Das Display ist zwar immer noch „glossy“ - glänzt also durch brillante Farben, weil es nicht mattiert wurde. Es soll dabei aber 75 Prozent weniger Sonnenlicht reflektieren - also weniger störende Reflektionen haben. Auf dem Bildschirm mit 15 Zoll Diagonale (38 cm) bringt mit 2800 x 1800 Pixeln deutlich mehr Pixel unter als als bei einem Full-HD-Fernseher mit seinen 1920 mal 1080 Pixeln. Damit die Auflösung auch ausgenutzt wird, müssen allerdings einige Programme daran angepasst werden. Zu den bereits angepassten Programmen gehören Photoshop, AutoCAD und das Spiel Diablo 3. Quelle: dpa
Das neue Macbook Pro ist etwa ein Viertel dünner als das Vorgängermodell. „Es ist der beste Computer, den wir je gebaut haben“, sagte Chefdesigner Jony Ive in einem eingespielten Video. Ein ausgeklügeltes Element sind etwa asymmetrische Flügel an den internen Ventilatoren, damit sich deren Geräusch auf ein breites Frequenzspektrum verteilt und damit kaum hörbar wird. Soviel Liebe zum Detail hat aber auch ihren Preis: Die günstigste Konfiguration kostet in Deutschland 2279 Euro. Die kompaktere Laptop-Reihe Macbook Air bekommt unter anderem einen neuen Prozessor von Intel, bessere Grafik und schnellere Anschlüsse des Formats USB 3. Quelle: Reuters
In iOS 6 setzt Apple noch stärker als bisher auf Siri und bügelt mehrere oft kritisierte Mankos aus. So kann man mit Hilfe von Siri jetzt per Stimmbefehl auch Apps starten. Auch Facebook hört aufs Wort. Die Integration im Auto wird verbessert mit Modellen unter anderem von BMW, Mercedes und Audi. Sprachen wie Spanisch und verschiedene Chinesisch-Varianten erweitern den Nutzer-Kreis. Und der „persönliche Assistent“ kommt nun auch auf das iPad-Tablet. Quelle: Reuters
Wie erwartet wurden Details zum nächsten Mac-Betriebssystem OS X „Moutain Lion“ vorgestellt. Mit der neuen Software sollen mehr populäre Elemente von iOS den Weg auf die Macs finden, etwa beim Umgang mit Erinnerungen, Notizen, Mitteilungen. Außerdem wird Apples Online-Speicherdienst iCloud stärker eingebunden, die Macs bekommen eine eingebaute Diktier-Funktion. Die neue Funktion „Power Nap“ hält die Macs auch im Standby-Zustand auf dem Laufenden. „Mountain Lion“ („Berglöwe“ oder „Puma“) kommt im kommenden Monat auf den Markt. Apple erneuert die Mac-Software kurz vor dem für Herbst erwarteten Start des Microsoft-Systems Windows 8. Obwohl der Marktanteil des Mac seit Jahren steigt, dominiert Windows weiter klar das PC-Geschäft. Quelle: dapd
Neu mit iOS 6: Ein eigenenr Kartendienst, der Google Maps ablösen soll. Die Apple-Karten sollen mit dreidimensionalen Ansichten von Städten sowie aktuellen Verkehrsmeldungen punkten und über den Sprach-Assistenten Siri zu bedienen sein. Apples Maps hat den Bewertungsdienst Yelp integriert. Außerdem zeigt es auch Staus an. Dazu nutzt es anonymisierte Daten der iPhone-Nutzer. Quelle: dapd

 

Minderjährige auf dem Fabrikgelände, Menschen mit zittrigen Händen, weil sie bei der Arbeit mit Chemikalien in Kontakt gekommen waren, verzweifelte Wanderarbeiter, die sich im Starbucks treffen, um sich zu organisieren - als der Radio-Autor Mike Daisey für den amerikanischen Sender "This American Life" Apple-Zulieferer Foxconn in China besuchte, bestätigte sein Bericht die finsteren Vorahnungen der amerikanischen Hörer: Apple lässt unter quasi unmenschlichen Bedingungen in China produzieren. Am iPhone klebt Blut.

Patentanmeldungen in China
Chinesische Flagge Quelle: dpa
Sony-Gebäude Quelle: dpa
Amerikanische Flagge Quelle: dpa
Kia-Logo Quelle: Reuters
Ein Schild mit der Aufschrift "Patent" liegt auf mehreren Brokkoli Quelle: dpa
Produktionsband der Firma Heineken Quelle: Reuters
Eiffelturm

Das Problem an Daiseys Geschichte: Sie war erfunden. Dass sich Wanderarbeiter mit einem Einkommen von ein paar hundert Euro ausgerechnet im Starbucks treffen, um dort Kaffee zu trinken, machte andere China-Korrespondenten stutzig. Am Ende musste sich Daisy öffentlich entschuldigen und zugeben, dass er nie eine Foxconn-Fabrik von innen gesehen hatte.

Dass Apple ein Problem mit den Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in China hat, entspricht allerdings trotz der Daisey-Ente den Tatsachen. Am vergangenen Donnerstag explodierte bei der Firma "Catcher Technology" eine Gas-Leitung. Ein Arbeiter starb, vier weitere wurden verletzt. Bereits im Oktober musste ein anderes Werk der Firma in Suzhou geschlossen werden, weil sich Anwohner über Gas-Geruch beschwert hatten. Die Firma stellt Gehäuse für Macbooks her.

Die beliebtesten iPhone-Apps der Welt
USADie Amerikaner fliegen auf einen kleinen gefiederten Detektiv namens Perry.  Das Disney-Spiel „ Where’s My Perry“ (Foto, deutscher Name: „ Wo ist mein Perry?“) ist derzeit die beliebteste Bezahl-App für das iPhone in den USA. „Wo ist mein Perry“ ist ähnlich wie die Disney-App „Wo ist mein Wasser“ ein unterhaltsames Rätsel-Spiel, das auf den Gesetzes in der Physik beruht. Als Hauptfigur steht diesmal nicht wie bei „Wo ist mein Wasser“ ein Krokodil im Mittelpunkt, sondern ein Schnabeltier mit Schlapphut. Das Spiel kostet in Deutschland 79 Cent. Unter den Gratis-Apps liegt bei den Amerikanern Googles neue iPhone-Version des Browsers Chrome auf dem ersten Platz. Der Google-Browser bietet unter anderem eine Synchronisation mit Chrome-Installationen auf Mac, PC, Android und iPad an. Voraussetzung ist, dass sich der Nutzer per Google-Account bei Chrome einloggt. In Kanada sind die beiden Top-platzierten Apps identisch. Quelle: PR
UKIm Vereinigten Königreich ist der WhatsApp Messenger (Foto) auf Platz eins der Bezahl-Apps. Der Messenger-Service erlaubt den kostenlosen Austausch von Kurznachrichten via Internet. Voraussetzung ist lediglich, dass auf beiden Geräten WhatsApp installiert ist. Die Anwendung ist für alle relevanten Smartphone-Plattformen verfügbar und vor allem bei SMS-verrückten Jugendlichen beliebt. In Deutschland kostet die App 79 Cent, die Nachrichten sind kostenlos. Unter den kostenlosen Apps ist auch in Großbritannien Googles Browser Chrome derzeit auf Platz eins der Download-Statistik. In Russland, Indien, Türkei, Schweden, Finnland, Israel und Irland sind ebenfalls WhatsApp Messenger und Chrome auf den ersten Plätzen in Apples App Store. Quelle: PR
FrankreichWie die Briten stehen auch die Franzosen auf den WhatsApp Messanger – Platz eins unter den kostenpflichtigen Apps. Bei den Gratis-Apps ist der der runtastic Höhenmesser Pro (Foto) auf Platz eins, der der derzeit als Aktion – auch in Deutschland – gratis downloadbar ist. Die App richtet sich an Bergsteiger und zeigt neben Kompass, Wetter und Koordinaten auch die Höhe an. Die App ist werbefinanziert. In Deutschland, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien, Österreich und Tschechien ist die Reihenfolge ebenso wie in Frankreich. Quelle: PR
PolenIn Polen ist Googles Chrome unter den Gratis-Apps nur auf Platz zwei. Auf Platz eins ist die etwas blutrünstige Spiele-App Clear Vision, die derzeit – auch in Deutschland – gratis zum Download angeboten wird. In der nicht jugendfreien App geht es darum, mittels Sniper-Waffe Menschen abzuschießen. Unter den verkauften Apps ist „ Wo ist mein Perry?“ auf Platz eins der Download-Charts in Polen. Quelle: PR
DänemarkAuf Platz eins der verkauften Programme findet sich bei denen Dänen die App MeinKalender (Foto). Die Kalender-Anwendung synchronisiert mit Facebook, sodass beispielsweise Geburtstagserinnerungen aus dem sozialen Netzwerk auch auf dem iPhone landen. In Deutschland kostet die App 79 Cent. Auch bei den Gratis-Apps gehen die Dänen eigene Wege: Auf Platz eins befindet sich die App TV 2 Tour 2012, eine Fernseh-Programm-App für einen dänischen Sender. Quelle: PR
NiederlandeDie Niederländer stehen auf Musik: Platz eins der Downloads-Charts im niederländischen Apple Store ist die App Song Pop Free (Foto) – ein Musikerkennungsspiel. Vorgegebenen Song-Schnippsel müssen möglichst schnell erkannt werden. Das Spiel lässt sich auch gegen andere Musik-Freaks via Internet spielen. Unter den Paid-Apps ist auch bei den Niederländern der What’sApp Messenger auf Platz eins. Quelle: PR
AustralienWie in vielen anderen Ländern ist in Australien die What’sApp Messenger die beliebteste Bezahl-Apps – bei den Gratis-Apps sind die Australier aber Ausreißer. Dort ist die Blödel-App Talking Ted (Foto) auf Platz eins. Die von NBC Universal angebotene App zum gleichnamigen Film, lässt einen Stoff-Teddy allerlei Dinge auf Kommando sagen, ihn rauchen oder rülpsen. Mit der kostenlosen AppRanking WorldWide können Sie auch selbst nachsehen, welche Apps in anderen Ländern derzeit besonders beliebt sind. Quelle: PR

Nach einer Reihe von Selbstmorden beim Zulieferer Foxconn 2010 hatte das teuerste Unternehmen der Welt zugesichert, sich besser um die Arbeitsbedingungen seiner Zulieferbetriebe zu kümmern. Doch die Kette der Skandale riss nicht ab: Im selben Jahr erkrankten 40 Arbeiter bei Wintek, das Touchscreens herstellt, weil sie in Berührung mit giftigen Chemikalien gekommen waren. Im Mai vergangenen Jahres kam es zu einer Explosion bei einem Foxconn-Werk in Chengdu - drei Menschen starben, 16 wurden verletzt.

All dies mag die Kunden im Westen erzürnen, dem Erfolg von Apple innerhalb von Chinas scheinen die Vorfälle nicht zu schaden. "Ich habe davon gehört", sagt Schülerin Li Yanyu aus Schanghai. "Aber ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll." Die 17-jährige hat ein iPhone4.

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