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Irres Internetvideo US-Justiz bringt Kim Dotcom zum Singen

Mit einem Protestlied an den US-Präsidenten wirbt der inhaftierte Unternehmer Kim Dotcom im Internet um Unterstützer. Darin inszeniert er sich als Speerspitze der Anti-Acta-Bewegung.

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Jetzt singt er auch noch: Kim Dotcom bzw. Schmitz liebt den großen Auftritt. Quelle: Reuters

Düsseldorf "Der Krieg um das Internet hat begonnen, Hollywood kontrolliert die Politik, die Regierung tötet Innovation!" Internet-Millionär Kim Schmitz oder auch Kim Dotcom war noch nie ein Mann der leisen Töne. Auch in seinem neusten PR-Coup setzt er auf politische Propaganda in Form eines Musikvideos. Darin greift er selbst zum Megafon, vergleicht sich mit Martin Luther King, der Widerstandsikone der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 60er-Jahren.

Sein Song aus poppigen Synthesizer-Sequenzen, hinterlegt mit wirren Videoausschnitten ist ein Aufruf zum Widerstand. „Lass sie damit nicht davon kommen“ Damit wendet sich Schmitz direkt gegen US-Präsident Obama, dem er vorwirft kein Präsident des Wandels mehr zu sein. Er stellte eine direkte Verbindung zwischen seiner Inhaftierung wegen Copyright-Verletzungen und den Protesten gegen geplante  Gesetze wie ACTA her. Kim Schmitz inszeniert sich als Speerspitze der Bewegung.

Kim Schmitz, gebürtiger Deutscher, war bei einer Razzia im Januar in Neuseeland festgenommen und einen Monat später gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Sein 2005 gegründetes Internetportal Megaupload ist mittlerweile geschlossen geschlossen. Eine Anhörung zum Auslieferungsantrag der USA sollte ursprünglich am 6. August stattfinden, wurde nun aber auf März verschoben.


Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor und fordern seine Auslieferung. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

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