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IT-Branche Oracle-Chef Larry Ellison tritt zurück

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Ellisons Nachfolger sind der Wall Street bekannt

Doch zuletzt begann der Stern des am 17. August 1944 in New York geborenen Ellison zu sinken. Die monolithischen IT-Installationen für hunderte Millionen Dollar, wie Oracle sie installiert, werden immer stärker von Internet-basierten Lösungen wie Salesforce.com, Box.net oder Amazons Cloud-Computing angegriffen.

Doch Ellison, der in einer legendären Rede noch im Jahr 2008 die Cloud als Unfug abtat, den er einfach nicht nachvollziehen konnte, kümmerte sich immer weniger um das Geschäft. Ein Kulminationspunkt war 2013, als während der Hausmesse Openworld auch die Segelregatta Americas Cup in San Francisco ausgetragen wurde. Als tausende Partner, Softwareentwickler und Kunden im Moscone Center auf Ellison warteten, um seine Visionen eines Oracle der Zukunft zu hören, zog der es vor, sein Segelteam anzufeuern. Er schicke einen Ersatzredner.

Es war nur der letzte Fauxpass, der Aktionärsaktivisten immer lauter die Frage stellen ließ, ob Ellison wirklich 78 Millionen Dollar Gehalt im Jahr wert sei. Jetzt zieht er die Konsequenzen. Ellison wird Executive Chairman und darf zusätzlich den Titel des Chief Technologie Officers führen.

Seine Nachfolger als CEO sind der Wall Street wohlbekannt. Safra Catz ist langjährige Finanzchefin und Busenfreund Mark Hurd fand bei Oracle Asyl, nachdem Affären ihn seinen Job als CEO bei HP gekostet hatten. Ellison bezeichnete die Entscheidung damals als „genauso dämlich“ wie seinerzeit den Rauswurf von Steve Jobs bei Apple.

Doch unter ihrer Führung und Oberaufsicht durch Ellison fand Oracle bislang auch nicht den Anschluss an die Internetwelt. Warum sollte es jetzt besser werden, fragen sich Analysten, die gerne einen harten Schnitt wie bei Microsoft gesehen hätten. Hier übernahm Satya Nadella von Steve Ballmer, der, anders als Ellison, sich sogar aus dem Aufsichtsgremium zurückzieht. Außerdem sind Hurd und Catz beide als sehr starke Egos im Valley bekannt, die sich nicht gerne reinreden lassen.

Wie sich nun ihre gleichberechtigte Zusammenarbeit anlässt, wird mit Spannung erwartet. Ellison jedenfalls betont sowohl Kontinuität als auch seine andauernde Oberaufsicht: „Wir drei haben seit Jahren gut zusammengearbeitet und haben vor, das auch in Zukunft zu machen“, stellt er in einer Mitteilung fest. Er selbst wird weiterhin als CTO die technologische Weiterentwicklung vorantreiben.

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