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Jens Schulte-Bockum "Rennen eröffnet"

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Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom wird doch nicht tatenlos zuschauen.

Mag sein, aber es wird schwer, diesen Rückstand bei der Infrastruktur aufzuholen. Beim Kupferkabel lassen sich die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten auch mit neuen Techniken nicht erzielen. Das ist nur mit einem flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes möglich. Der ist aber auch der Telekom zu teuer. Deshalb werden die Kabelnetzanbieter in den nächsten Jahren erhebliche Marktanteile gewinnen. Und wir wollen da ganz vorne mitspielen.

Im Gebiet von Kabel Deutschland, insbesondere in Großstädten wie München und Hamburg, wollen sich lokale Kabelanbieter von Kabel Deutschland abkoppeln, und in Niedersachsen gibt es mit Tele Columbus einen starken Konkurrenten. Was wollen Sie dagegen unternehmen?

Wir haben unser Übernahmeangebot sehr konservativ kalkuliert. Sicher, das Geschäft mit indirekten Kunden, bei denen Kabel Deutschland nur der Zulieferant von TV-Signalen ist, könnte schwieriger werden. Aber das ist Wettbewerb, den wir immer sportlich nehmen.

Was heißt schwieriger?

Es wird weiter Versuche lokaler Kabelanbieter geben, die Verbindung zu Kabel Deutschland zu kappen und sich auf eine wirtschaftlich eigenständige Basis zu stellen.

Über wie viel möglicherweise abtrünnige Kunden reden wir?

Am Netz von Kabel Deutschland hängen knapp eine Million indirekter Kunden. Trotzdem können wir mit Kabel Deutschland 13 der 16 Bundesländer abdecken.

Die Wettbewerbshüter sähen es gern, wenn die Gebietsmonopole der Kabelanbieter aufgebrochen würden. Würden Sie den Sprung nach Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wagen, wo allein Unitymedia Kabelnetze betreibt?

Lassen Sie uns einen Schritt nach dem anderen gehen und nicht zu tief in die Glaskugel schauen.

Wie schwierig ist der Wechsel Ihrer DSL-Kunden zum Kabelanschluss?

Technisch ist eine solche Migration kein Problem. Und sie wäre nach einer Genehmigung durch die Kartellbehörden sicherlich eine unserer Top-Prioritäten.

Schlicht addieren können Sie Ihre gemeinsamen Kunden allerdings nicht – wie viele der drei Millionen DSL-Kunden, die Vodafone jetzt noch hat, haben denn in der Wohnung bereits eine Kabelbuchse von Kabel Deutschland?

Der Anteil ist hoch, die genaue Zahl vertraulich. Aber klar ist auch: Wir freuen uns über jede DSL-Leitung, die wir bei der Telekom abmelden können. Wir überweisen jedes Jahr 380 Millionen Euro für die Miete von Leitungen, die in grauer Vorzeit verlegt, von meinen Eltern und Großeltern finanziert und von der Telekom längst abgeschrieben wurden.

Wird die Marke Kabel Deutschland dann eingestampft?

Jetzt gilt es, den Kauf über die Bühne zu bringen.

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